Kategorie: Bücher

Leserückblick „Ein verschneites Weihnachtsfest in Cornwall“

Als ich meinen Weihnachtsroman weiterschreiben wollte, fühlte ich mich herzlich wenig weihnachtlich. Deshalb habe ich mit diesem Buch begonnen. Mein Plan ging auf. Ich kam wunderbar in Weihnachtsstimmung und meine romantische Seite wurde ebenfalls wach.

Ich mag das Cover total. Es ist weihnachtlich und es macht Spaß, sich in seinen Details zu verlieren. Manche davon sind sogar mit Glitzer überzogen! Da musste ich einfach zugreifen und schauen, worum es in dem Buch geht.

Der Inhalt überzeugte mich sofort. Weihnachten in Cornwall. In einem Schloss! Dazu eine Protagonistin, die dort ihrem Schwarm begegnet und ihm nicht ausweichen kann, weil sie gemeinsam mit ihm das Schloss für Weihnachten schmücken muss, um ihre Auftraggeberin zufrieden zu stellen. Das versprach jede Menge Druck auf die Figuren und tolle Konflikte, an denen ich mich weiden kann.

Die Figuren bringen dafür ihre ganz eigenen Probleme mit, die die Konflikte schön aufheizen. Ivy leidet z. B. unter den Folgen eines Unfalls. Dass sie seit ein paar Jahren in Bill verschossen ist, den sie bei einem Skiausflug mit ihrem Ex kennengelernt hat, sorgt für viele tolle Situationen. Bill macht es ihr nicht leichter, weil er immer wieder auf die Skihütte, in der sie alle zusammen gewohnt haben, zu sprechen kommt. Um das Chaos perfekt zu machen, kommen die Perfektionistin und erfolgreiche Unternehmerin Libby mit ihren drei verwöhnten Kindern, ihre total erschöpfte Schwester mit ihren beiden Kleinkindern, eine fünfköpfige Familie, die viel Wert auf Ökologie legt, und viele mehr hinzu. Trotz der vielen Menschen war es mir aber fast immer möglich, sie auseinander zu halten. Das hat die Autorin gut hinbekommen.

Überhaupt fühlte ich mich in der Geschichte recht bald tierisch wohl. Ich mag den Schreibstil und wie die Autorin es geschafft hat, ständig das aktuelle Problem mit einem neuen zu toppen, ehe eines der vorangegangenen auch nur annähernd gelöst werden konnte. Ich mag, wie die Figuren sich im Laufe des Romans entwickeln und dass sich das nicht nur auf die Hauptfiguren beschränkt, sondern ziemlich allumfassend ist. Ich mag das Ende, das einfach total zu Weihnachten passt. Ich mag das gesamte Buch.

Leserückblick „Vikings oft the Galaxy“

Das Cover spricht für sich und den Inhalt des Buchs. Es ist eine lustige Anthologie mit zwanzig Kurzgeschichten über Weltraumwikinger.

Wikinger gehören nicht zu den Figuren, über die ich bisher gelesen habe. Da sie in diesem Buch in ein ungewöhnliches Element, den Weltraum statt des Meers, geworfen werden, war ich neugierig, wie sie damit zurechtkommen. Es gibt viele Ragnars, Eriks und Leifs. Das sind wohl die bekanntesten Wikingernamen. Vielleicht hatten sie damals auch nicht so viel Auswahl. Ich fand es lustig. Es würde sich für ein Namensbingo anbieten, was meiner Meinung nach auch zur Funtasy passt.

Die Geschichten sind abwechslungsreicher als die Namen der Figuren. Sie sind auch meistens länger, als ich es von Kurzgeschichten gewöhnt bin. Wo ich sonst hätte überlegen müssen, ob ich noch eine weitere Geschichte lese, hat es sich hier gar nicht ergeben. Stattdessen musste ich ein paar Mal das Lesen unterbrechen, weil ich zu einem Termin musste und keine Zeit zum Weiterlesen hatte. Es ist ja häufig ein Kritikpunkt an den Kurzgeschichten, dass man gerne mehr Zeit in den Geschichten verbracht hätte. Das ist hier definitiv möglich.

Ich bin leider nicht das richtige Publikum dafür gewesen. Ein paar Geschichten fand ich toll, weil sie vom Üblichen abweichen, aber die meisten … Es ging eben um Wikinger, denen der Kampf, der ehrenvolle Tod und Beute meistens wichtig ist. Daher darf ich mir kein Urteil über das gesamte Werk erlauben. Bilde dir eine eigene Meinung! Wikinger- und Humorliebhaber kommen sicher auf ihre Kosten.

Leserückblick „Der Blumenladen der Mademoiselle Violeta“

Schau dir das Cover an. Es strahlt Unsicherheit und doch etwas Wohliges aus. Der Titel lockt mit einem Blumenladen. Ich musste es vorziehen, nachdem ich es erst kürzlich gekauft hatte.

Es geht um vier einsame Menschen, Violeta, der Blumenladenbesitzer Monsieur Dominique und die Senoras Mercedes und Tilde, die im Blumenladen zueinanderfinden.

Es ist eine anrührende Geschichte, weil eines die Figuren verbindet: Sie wurden auf unterschiedliche Weise von der Liebe enttäuscht und keiner von ihnen konnte bisher seinen Schmerz überwinden. Deshalb sind sie schwermütig, obwohl sie es voreinander zu verbergen versuchen.

Ich weiß nicht, was ich von dem Roman halte. Er besteht aus vielen kleinen Ausschnitten aus dem Leben der vier Figuren, teilweise in der Gegenwart, teilweise aus der Vergangenheit, manche wirklich nur zwei Zeilen lang. Dazwischen stehen vereinzelt Zitate, bei denen ich nicht sagen kann, in welchem Zusammenhang sie mit der Geschichte stehen. Der Autor springt von einem Kopf zum nächsten, wodurch ich wieder aufpassen musste, die Gedanken und Gefühle den richtigen Personen zuzuordnen. Ich brauchte ein Weilchen, um mit diesem Schreibstil warm zu werden, obwohl er mich von Anfang an mitriss. Jetzt habe ich das Buch ausgelesen und bin prinzipiell zufrieden. Ich konnte mir aus den Ausschnitten eine Geschichte zusammenpuzzlen. Trotzdem bin ich nach wie vor verwirrt und fühle mich so, als wäre mir beim Lesen etwas entgangen, das ich aufgrund fehlender Lebenserfahrung oder vielleicht der „falschen Nationalität“ nicht nachvollziehen kann. Ich glaube, dass mir das Verstehen leichter fallen würde, käme ich wie der Autor aus Spanien. Ebenso kann ich mir vorstellen, dass dieser Roman neue Facetten für den Moment bereithält, wenn ich älter bin. Aber habe ich mit dieser Vermutung recht?

Letztlich habe ich die Lektüre durchaus genossen, aber ich muss die Leseempfehlung unter Vorbehalt aussprechen. Das Buch ist auf seine Weise kompliziert, was es zugleich zu einem Kunstwerk macht.

Leserückblick „Jenseits der südlichen Sterne“

Ich freue mich, heute wieder von einem gelesenen Buch erzählen zu können. Es handelt sich dabei um ein Weihnachtsgeschenk, das mich sehr überrascht hat. Der Klappentext weckte gleich Fernweh, da der Roman in Afrika und Australien spielt.

Olivia ist Fotografin, Mitte des letzten Jahrhunderts. Sie lernt den Ranger Edward kennen und verliebt sich in ihn. Auch Edward ist sehr von ihr angetan, aber er will nur wenige Wochen später nach Australien auswandern, um dort auf dem geerbten Grundstück einen Zoo für bedrohte afrikanische Tiere zu eröffnen. Sie heiraten kurzfristig und aus Edwards Traum wird auch Olivias Traum.

Für mich hörte sich die Beschreibung des Klappentexts nach einem Wohlfühlroman an. Ich rechnete mit Rückschlägen und Problemen bis zur Erfüllung des Ziels, den Zoo zu eröffnen, aber mit einer insgesamt eher ruhigen Stimmung. In diesem Punkt wurde ich nicht enttäuscht und es hat mir gutgetan.

Der Schreibstil war für mich ungewohnt. Von einem Absatz zum nächsten wechselte die Autorin von einem Kopf in den nächsten. Mir wurde das als schlechter Stil beigebracht. Für mich bedeutete es, dass ich sehr aufmerksam lesen musste, um die Wechsel nicht zu verpassen und dadurch durcheinander zu kommen. Das war etwas anstrengend, aber ich nahm es gerne in Kauf, da ich die Geschichte von Anfang an mochte.

Die Figuren haben das wohl zu verantworten. Olivia ist eine Frau, die sagt, was sie denkt. Damit tritt sie gerne in Fettnäpfchen und macht es sich damit auch schwer, Freunde zu finden. Edward ist eigentlich mit seiner Arbeit verheiratet. Ihm sind die Tiere und ihr Erhalt so wichtig, dass er Olivia darüber häufig zu kurz kommen lässt. Er stellt für den Zoo einen Vorsteher ein, der sich um den Erhalt des Grundstücks und der Gehege kümmern soll. Der ist Olivia in seiner Art sehr ähnlich, nur dass man einem Mann auch heute noch eher verzeiht, wenn er kein Blatt vor den Mund nimmt. Er und Olivia ergeben eine explosive Mischung, die mir mehrfach ein Lächeln bescherten. Auch Archie und Emmet, ein Schotte und ein Ire, die sich aufgrund ihrer Abstammung ständig streiten und zu übertrumpfen versuchen, fand ich köstlich. Sie sind sich so ähnlich, wollen aber nur die Unterschiede sehen, die sie als Team verdammt stark machen würden. Es gibt noch weitere tolle Figuren, aber ich will nicht den gesamten Cast vorstellen. Die hier sind die für mich wichtigsten und beeindruckendsten Figuren der Geschichte, die die Story auch gut vorantreiben.

Deshalb war ich von dem Roman auch sehr gefesselt. Ohne es zu übertreiben, passierte genug, um ihn spannend zu machen, ohne anstrengend zu werden. Eine Lektüre für einen Urlaub oder nebenbei, der ich auch gut folgen konnte, wenn ich über die Woche mal wieder nicht zum Lesen gekommen war und mir am Wochenende etwas Zeit dafür stahl.

In meinen Augen ist es kein perfekter Roman, aber einer, den man genießen kann. Ich habe gerne Zeit mit den Figuren in Afrika und vor allem in Australien verbracht und mich dabei entspannt.

Leserückblick „Drachenmär – Die Anthologie aus dem Drachenzirkel“

Das Buch kaufte ich auf der FaRK 2019. Lange ist es her! In dem Jahr war es furchtbar heiß. Dennoch war ich jeden Tag dort und lief zwischen den Verlagsständen und Lesungen hin und her. Obwohl die FaRK eine eher kleine Veranstaltung ist und sich auch nur sekundär an Verlage und Leser richtet, konnte ich sogar drei Widmungen beteiligter Autoren erhaschen. Es ist also ein einzigartiges Exemplar.

Es hat mir schon wehgetan, in den letzten zwei Jahren zu meinem Regal mit meinem Teil-SuB zu sehen und das Buch immer noch dort stehen zu sehen. Aber der Tag hat nur 24 Stunden und ich habe viele ungelesene Bücher in den letzten Jahren angesammelt. Jetzt war es so weit.

Die Anthologie enthält elf Kurzgeschichten über Drachen. Mir gefällt, dass es als Hardcover und mit besonders schön gestalteten Seiten ausgestattet ist. Das kleine Logo von wirmachendruck.de auf der Rückseite lässt darauf schließen, dass es sich um eine Produktion der Autoren selbst handelt. Ich weiß es nicht mehr, obwohl ich mich an ein längeres Gespräch darüber erinnere. Leider ist nicht viel daraus hängengeblieben. Wenn dem so ist, heißt das allerdings auch, dass man das Buch wohl eher nicht über den normalen Handel bekommen wird, sondern nur über die Autoren, sofern sie noch Restexemplare besitzen. Dafür spricht auch, dass es keine ISBN trägt. Das schmälert jedoch nicht den Wert des Buchs. Es steckt viel Liebe darin. Das ist meiner Meinung nach das Wichtigste.

Erstaunlich finde ich als Mitautorin der The D-Files: Die Drachen Akten, dass es so viele unterschiedliche Geschichten über Drachen gibt. Die Ideen der Kurzgeschichten sind wundervoll unterschiedlich und besitzen allesamt tolle Settings. Ich mag jede einzelne, es gibt keine Lieblingsgeschichte. Da ist es wohl wenig verwunderlich, dass ich die fast 300 Seiten innerhalb einer Woche las. Oft hing ich in Gedanken den Geschichten nach. Teilweise überlegte ich sogar verwirrt, woher ich die Erinnerungen daran hatte. Nicht aus dem Fernsehen. Es dauerte immer ein wenig, bis ich sie zuordnen konnte. Für mich ist das ein Zeichen, dass sich die Kurzgeschichten wirklich gut lesen und vorstellen lassen.

Insgesamt bin ich froh, mich endlich auf meinem SuB zu diesem Buch vorgearbeitet zu haben. Es ist nicht nur ein Schmuckstück, sondern birgt auch elf wundervolle Leseabenteuer.

 

Leserückblick „Bookboy – 24 Stunden im Leben eines Buchauslieferers“

Dieses Jahr kann ich mit einem wundervollen Leserückblick beginnen. Es geht um ein Buch, in dem es um Bücher geht. Ist es nicht naheliegend, dass ich es als Autorin lesen musste?

Bei dem Buch handelt es sich um eine Anthologie über den Bookboy. Er ist der Enkel des örtlichen Buchladenbesitzers und bringt die Bücher zu den Leuten. In einer Buchhandlung quasi aufgewachsen, hat Fabius schon viele Abenteuer gelesen und wünscht sich, selbst welche zu erleben. Während dieser Anthologie, die 24 Stunden seines Lebens abdeckt, durchlebt er mehr, als er für gesund erachtet.

Schon das Cover ist ein Traum. Es stellt nicht einfach nur ein Fahrrad vor einem Buchladen dar. Es zeigt das für eine neue Lieferung gepackte Fahrrad vor der Buchhandlung, der die Wünsche der Kunden über alles geht. Wer sich dann noch mit dem Sortiment des verantwortlichen Verlags auskennt, findet viele bekannte Cover darauf versteckt. Allein dafür ist das Cover einen längeren Blick wert.

24 Stunden – 24 Kurzgeschichten. Jede spannend, atemberaubend und voller Fantasie. Sie bauen nicht direkt aufeinander auf, doch durch die Chronologie und dem Hintergrund, dass es stets darum geht, Bücher rechtzeitig zu ihren Empfängern zu liefern, könnte man das Buch prinzipiell in einem Rutsch wie einen Roman lesen. Ganz so einfach ist es dann doch nicht, weil Fabius dermaßen Fantastisches erlebt, dass zumindest ich oft genug den Kopf schüttelte oder mit offenem Mund dasaß. Ich will nicht mit dem Bookboy tauschen, obwohl mir sein Beruf prinzipiell zusagen würde. Ich bewundere die Autoren für ihren Einfallsreichtum. Sie haben es geschafft, dass ich keine Lieblingsgeschichte habe. Ich mag jede Geschichte auf ihre Art, sodass ich effektiv nur von einem Lieblingsbuch sprechen kann. Aber ist das nicht auch zugleich das größte Lob, das man einer Anthologie aussprechen kann?

Wer Bücher liebt, kommt am Bookboy nur schwer vorbei. Ich bin jedenfalls begeistert und konnte das Buch nur schwer aus der Hand legen.

Lesevorstellung „Talus – Die Magie des Würfels“

Für den zweiten Teil hatte ich mehr Zeit, weil ich über die Feiertage Urlaub mache, und ich habe ihn mit Freude verschlungen. Ich war einfach zu gespannt, wie die Geschichte um Erin und die Unterwelt weitergeht, nachdem der Würfel gefallen ist.

Das Buch beginnt nur etwa zwei Wochen nach dem Ende des ersten. Diese Nahtlosigkeit hat mir gefallen, da ich es beispielsweise bei den Harry Potter-Büchern immer schade gefunden hatte, dass man von den Sommerferien kaum etwas mitbekam. Dabei machten die Wochen zuhause bei seiner Familie einen wichtigen Teil von Harrys Persönlichkeit aus.

Effektiv oder zumindest für mich geht es im zweiten Teil darum, herauszufinden, ob der eigene Herzenwunsch wirklich in Erfüllung gehen muss. Viel zu oft machen wir uns keine Gedanken um die daraus resultierenden Konsequenzen. Wie würde zum Beispiel eine Welt aussehen, in der meine Mutter noch lebt? Natürlich wäre es schön, sie um mich zu haben, aber wäre sie über dieses Leben in Coronazeiten und ohne ihren Mann glücklich? Würde das leere Haus sie nicht erdrücken? Oder würde meine Schwester noch im Saarland wohnen, womöglich zuhause bei unserer Mutter? Was hätte das für unsere Entwicklung bedeutet? Wäre ich in psychologische Behandlung gegangen, die ich rückblickend dringend gebraucht habe? Oder würde ich mich immer noch auf meine Mutter verlassen, hätte nie meinen Mann kennengelernt und geheiratet? Es ist sehr wahrscheinlich, dass ich „glücklich“ zuhause leben und der falschen Arbeit nachgehen würde, obwohl mein Unterbewusstsein gegen meine tauben Ohren schreien würde, dass mir etwas fehlt. Damit muss sich auch Erin auseinandersetzen und das auf eine Art, die mir den Atem verschlug. Ein schöner Plottwist, völlig unerwartet und doch passend – zugleich ein Denkanstoß an die unzufriedenen Menschen, die glauben, nur mit der Erfüllung ihres Herzenswunsches glücklich/wertvoll/etc. zu sein!

Ich liebe die Welt, die die Autorin zum Leben erweckt hat. Ich liebe es, dass die Geschichte einen zufriedenstellenden Abschluss hat und trotzdem in meinen Gedanken weitergehen kann. Ich bin traurig, dass diese Welt nicht wirklich existiert. Genauso wie Erin wäre ich unheimlich gerne eine Hexe. Welchem Zirkel ich wohl angehören würde? Ich mag Tarotkarten und mag die Farbe lila, die dem Tarotzirkel zugeordnet wird. Aber ich fände auch die Runenmagie reizvoll. Zugleich bin ich froh, nicht in der Unterwelt voller Intrigen leben zu müssen. Ich wäre nicht dazu fähig, dort zu überleben. Dazu bin ich zu ehrlich. Letztlich gönne ich der Autorin den Bestsellertitel für Talus 2. Sie hat ihn meiner Meinung nach verdient.

Lesevorstellung „Talus – Die Hexen von Edinburgh“

Heute kommt schon der nächste Leserückblick. Auch dieses Buch habe ich bereits im November ausgelesen. Ich habe es mir zeitgleich mit dem zweiten Teil dieser Dilogie gekauft und bin froh darüber, mit dem Kauf so lange gewartet zu haben. So konnte ich direkt mit dem zweiten Band weitermachen.

Was mir sehr positiv aufgefallen ist, ist das Label auf der Rückseite, das eine umweltfreundliche Herstellung des Buchs verspricht. Das ist in der heutigen Zeit ein nicht zu unterschätzender Faktor, den ich gerne für meine Bücher übernehmen will, wenn sie denn jemals gedruckt werden.

Auf die Autorin wurde ich auf der LBM 2019 aufmerksam, als ich ihre Lesung hörte. Loki in der Badewanne! Ich war neugierig auf ihre Bücher, habe mich auf der Messe allerdings so stark eingedeckt, dass ich erst vor kurzem alle dort gekauften Bücher ausgelesen habe, was leider nicht bedeutet, dass ich keine ungelesenen Bücher mehr hätte. Über ihren Twitchkanal erfuhr ich von ihren Hexenbüchern und war sofort Feuer und Flamme. Hexen sind einfach cool. Umso mehr freute ich mich über den Gutschein einer Buchhandlung im Nachbarort, mit dem ich gleich beide Teile kaufen konnte.

In der Geschichte geht es um Erin, die Geistertouren führt und dabei auf einen waschechten Geist stößt. Dadurch gerät sie in Angelegenheiten hinein, die ihr das Leben kosten, aber auch alle ihre Träume erfüllen könnten.

Direkt am Anfang sind mir die relativ kurzen Kapitel aufgefallen, wegen denen ich mehr als einmal „nur noch ein Kapitel“ weiterlas. Dabei gibt es relativ viele Perspektivträger und die kurzen Kapitel sorgen für ein rasches Tempo in der Geschichte. Obwohl ich mit vielen Figuren normalerweise meine Schwierigkeiten habe, sie auseinanderzuhalten, ist es mir hier problemlos gelungen. Ich habe sogar unbeabsichtigt diesen Stil bei meinem aktuellen Projekt übernommen und fühle mich sehr wohl damit.

Auf die Figuren bin ich geradezu neidisch, weil sie mir als sehr gelungen erscheinen. Sie sind abwechslungsreich, überraschend und teilweise muss ich sie einfach mögen. Mit Erin kann ich mich zum Beispiel identifizieren, weil ich ebenfalls eine Welt ohne Magie ziemlich öde fände. Kaito beneide ich um seine Fähigkeiten als Tarotleger. Mit Noah verbindet mich die Tatsache, dass wir beide es unseren Vätern nie rechtmachen konnten, und mit Lu, dass ich deswegen eine andere Frau sein wollte. Hinsichtlich der Figurenbildung habe ich noch einiges zu lernen und ich hoffe, dass mir die Talus-Bücher dabei ein wenig Anleitung sein werden. Es wäre mal eine Abwechslung, einen sympathischen Protagonisten zu schreiben.

Bei manchen Autoren merke ich extrem, dass sie gut darin sind, entweder Figuren oder Handlung zu schreiben. Entsprechend sind ihre Geschichten figuren- oder plotgesteuert. Das ist prinzipiell nichts Schlechtes, aber wenn man beides beherrscht, gewinnen die Geschichten davon. In diesem Fall habe ich das Gefühl, dass es so ist. Das würde jedenfalls erklären, wieso die Handlung mich derart mitgerissen hat. Vor allem das sechste Kapitel hat es mir angetan, weil ich unerwartet mit einer gruseligen Handlung konfrontiert wurde. Hätte ich es abends im Dunkeln und dann auch noch alleine gelesen, hätte ich mich anschließend definitiv nicht ins Bett gewagt.

Ich konnte aufgrund des NaNos erst kürzlich mit dem zweiten Teil anfangen und bin sehr gespannt auf das Ende! Der erste hat mir jedenfalls sehr gut gefallen und ich empfehle ihn sehr gerne weiter.

Leserückblick „Die Residenz in den Highlands“

Es ist schon eine ganze Weile her, dass ich dieses Buch gelesen habe. Ich wurde ausgerechnet im November damit fertig und da hatte ich keine Zeit, es dir vorzustellen.

Dieses Buch ist in meinen Augen etwas Besonderes. Da ich mit einer Geschichte dabei bin, kenne ich den Entstehungsprozess. Es fing mit einer ganz einfachen Ausschreibung an, die zu Kurzgeschichten über Bewohner einer Residenz für gealterte Fantasiewesen aufrief. Die Residenz, das Personal und die Inhaberin der Residenz wurden wortreich und mit Bildern vorgestellt, damit die Autoren sie in ihren Geschichten auftreten lassen konnten. Ich ging davon aus, dass das Endergebnis eine Anthologie wäre. Es wurde ein Roman in Episoden, die sich lesen ließen, als stammten sie aus ein und derselben Feder. Allein darauf bin ich stolz, zumal es zumindest bei meiner Geschichte keiner nennenswerten Änderungen bedurfte, um das Gefühl von aus einem Guss zu erzeugen.

Ich war beim Lesen total fasziniert. Die Geschichten sind sehr unterschiedlich, was ihre Thematik betrifft. Ich habe sie verschlungen. Da die Schreibstile sich so sehr ähneln und die Geschichten thematisch zueinander passen, konnte ich mehrere Kurzgeschichten direkt hintereinander lesen, wo ich bei Anthologien normalerweise gerne nach jeder eine Pause mache, um sie auf mich wirken zu lassen. Dabei fand ich es sehr angenehm, wie zwischen lustig, traurig und gruselig abgewechselt wurde. Manche Figuren durften in „fremden“ Geschichten einen Gastauftritt hinlegen, wodurch dieser Episodenroman für mich tatsächlich den Charakter eines Romans bekam. Auch die Figuren sind nicht so 08/15 wie erwartet. Wer rechnet schon mit dem Butzemann oder einem Kraken in einer Residenz?

Ich hatte großen Spaß beim Lesen. Das dürftest du merken. Gerade als Geschenk, ob an dich selbst oder einen lieben Menschen, empfehle ich dieses Buch sehr gerne weiter. Als Hardcover mit Lesebändchen und vielen Farbillustrationen ist es einfach ein hübscher Hingucker, der auch toll in der Hand liegt.

Leserückblick „Die 50 Werkzeuge für gutes Schreiben“

Wieder konnte ich einen Schreibratgeber beenden. Dieser hier wurde mir von einigen Autoren empfohlen. Fünfzig Werkzeuge für gutes Schreiben – welcher Autor braucht die nicht?

Das Buch ist in vier Teile unterteilt. Der erste Teil beinhaltet zum Beispiel die richtige Grammatik eines Satzes, wie man durch die richtige Platzierung eines Wortes die gewünschte Betonung erzielt und welche Möglichkeiten die Zeichensetzung bietet. Der zweite Teil konzentriert sich auf Spezialeffekte, Wirkungen von Schlüsselwörtern oder der Umgang mit Klischees. Im dritten Teil geht es um das Planen von Geschichten. Cliffhanger, die Spannung erzeugen, Dialoge, die die Handlung voranbringen, oder auch Ereignisse, auf die die Handlung sich hin bewegt, können geplant werden. Im vierten und letzten Teil geht es um nützliche Gewohnheiten wie zum Beispiel Zielvorgaben, Recherche oder auch der Umgang mit Kritik. Jeder Punkt wird in einem Kapitel abgearbeitet und beschreibt eines der Werkzeuge.

Es ist ein wahres Mitmachbuch. Nach jedem Kapitel folgen Aufgaben, die sich entweder mit dem eigenen Text oder den Texten anderer beschäftigen, um das soeben Gelesene umzusetzen bzw. besser zu verstehen.

Ich bin nicht der Typ für solche Aufgaben. Ich habe sie mir durchgelesen und ignoriert. Auch die Werkzeuge sind nett, bringen mir als fortgeschrittene Autorin jedoch wenig. Dieses Buch richtet sich an Anfänger. Ich hätte es viel früher lesen müssen, um mir das, was in dem Buch steht, nicht selbst erarbeiten zu müssen. Das Buch ist meiner Meinung nach gut, fiel mir jedoch schlicht zu spät in die Hände. Wie das Leben eben so spielt.