Donnerstag, Dezember 09, 2021
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Leserückblick: Die Reisen des jungen Haselhorn

Da bin ich so lesebegeistert und komme doch nur langsam mit dem Lesen voran. Das Buch, das ich vor etwa zwei Monaten begonnen habe, habe ich erst zu ungefähr zwei Dritteln durch. Dagegen habe ich ein anderes Buch dazwischengeschoben, weil  ich das Glück hatte, bei der dazugehörenden Leserunde ein Exemplar zu gewinnen.

Das war aber auch wirklich ein Glück! Die Herbstlande-Novelle Die Reisen des jungen Haselhorn von Markus Heitkamp ist im Verlag Torsten Low erschienen und ist mit Glossar, Danksagung und Co. 118 Seiten lang. Darin geht es um das Haselhorn, das manche womöglich schon aus der Anthologie Geschichten aus den Herbstlanden kennen. Das Buch erzählt, wie das Haselhorn in die Herbstlande gekommen ist, was natürlich mit aberwitzigen Abenteuern verbunden ist.

Der Autor schreibt flüssig und mit viel Humor. Es bedarf eines umfassenden Wissens über existierende Personen, Filme und Bücher, da er viele Eastereggs in der Geschichte versteckt hat. Das wohl offensichtlichste war für mich ein U-Boot. Bei einem kleinen Roboter stand ich dermaßen auf der Leitung, obwohl bei jedem Lesen seines Namens alle Alarmglocken in meinem Kopf schrillten … Aber ich will das Raten und Suchen nicht verderben, indem ich zu viel verrate.

Das Buch ist in zwei Teile aufgeteilt. Zum einen erleben wir die Abenteuer des Haselhorns, zum anderen erleben wir, was im Todland geschieht, was wichtig ist, um manche Begebenheiten um das Haselhorn herum zu verstehen. Die beiden Geschichten werden aufgelockert duch die Aufzeichnungen eines Reisenden. Das sind kleine „Papierfetzen“, die sich wie Eintragungen in einem Tagebuch lesen und die Geschichte ergänzen.

Ich kannte das Haselhorn ja schon aus der Anthologie. Dort kommt es jedoch nur in einer Kurzgeschichte vor. Das genügt zwar, um die Figur an sich zu kennen, aber dank dieser Novelle weiß ich jetzt auch, wieso es so geworden ist. Daneben kommen viele kultige und urige Figuren vor. Der Kapitän Todsohn war mir einer der liebsten, weil er irgendwie gescheitert und doch erfolgreich und angsteinflößend wirkt. Der kleine Roboter war total witzig, weil er regelmäßig eine bestimmte Reaktion bei den anderen Figuren auslöste. Kaum zu glauben, wie viele weitere Figuren in dem dünnen Bändchen noch vorkommen und jede hat ihre Daseinsberechtigung, weil sie die Geschichte voranbringen oder die Welt erklären.

Die Handlung ist spannend und skurril zugleich. Ich hatte beim Lesen das Gefühl, dass in jedem Absatz etwas passiert. Hätte ich mehr Zeit zum Lesen gehabt, wäre ich atemlos durch die Seiten gestürmt. Ich wollte das Buch jedenfalls nicht aus den Händen legen.

Schließlich bleibt mir nur, dem Autoren für dieses kurzweilige Buch zu danken. Es hat Spaß gemacht, es zu lesen, und es reiht sich trotz der humorlastigen Handlung wunderbar zwischen die Herbstlande-Bücher.

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