Kategorie: Leserückblick

Leserückblick „Der Pakt des Zaren“

Am Wochenende habe ich „Der Pakt des Zaren“ von Asmodina Tear beendet. Darin geht es um zwei Vampire zur Zeit des Zars Nikolaus II., die darum bemüht sind, seine Fehler auszubügeln. Dabei kommen sie den beiden jüngeren Töchtern Maria und Anastasia nahe. Aber die Geschichte lässt sich nicht aufhalten …

In diesem Roman vermischt die Autorin die Geschichte der letzten Zarenfamilie mit phantastischen Elementen. Es ist ein „was wäre, wenn“, das die Existenz von Vampiren und Magiern einschließt. Dadurch verändert sich mit der Zeit natürlich die Geschichte, sodass der historische Bezug nur noch lose zu finden ist. Ich finde, das ist eine tolle Idee. Allein damit hat die Autorin ein Kunststück geschafft.

Die Figuren finde ich ebenfalls toll. Christo ist als Vampir und Erschaffer des Vampirs Drago der ruhigere, besonnenere. Drago dagegen ist etwas aufbrausender. Ähnlich verhält es sich bei den Schwestern Maria und Anastasia. Maria ist still und nachdenklich, während Anastasia gerne scherzt und Streiche spielt. Auch sie ist oft aufbrausend. Zusammen ergeben sie ein tolles Team. Aber auch der Rest der Zarenfamilie ist toll geraten. Wie das Zarenpaar beschrieben wurde, hätte es eine Dynastie des Friedens und Wohlstands über Russland bringen können, wäre da nicht der Onkel des Zaren gewesen, der ihm ein schlechter Ratgeber gewesen ist. Und als das Kind schon in den Brunnen gefallen ist, muss auch noch Rasputin auftauchen. Auf den war ich richtig gespannt und ich kann sagen, dass meine Erwartungen nicht zu kurz kamen.

Ich mag die Geschichte. Teilweise hätte ich mir eine andere Umsetzung gewünscht, um mein Leseerlebnis noch schöner zu gestalten. Das hätte dazu geführt, dass ich das Buch noch seltener aus der Hand gelegt hätte. Aber es ist eine schöne Geschichte. Ich habe eine schöne Zeit in Russland verbracht und hoffe, dass es einen zweiten Teil geben wird. Es sind da noch Fragen offen, die erst in der Zukunft beantwortet werden können und auf die ich gerne Antworten erhalten würde.

Leserückblick „Die Braut des Blutgottes“

Als ich zur Leipziger Buchmesse fuhr, stand dieses Buch nicht auf der Büchereinkaufsliste. Der Klappentext hatte mich bei der Vorrecherche für diese Liste nicht überzeugt. Aber ich wollte die Autorin mal live lesen sehen, nachdem ich sie aus ein paar Streams und einer Discord-Gruppe kenne und ihre Art unheimlich ehrlich und toll finde. Die Lesung hatte mich überzeugt. Ich habe mir „Die Braut des Blutgottes“ von Michaela Harich gekauft und sie sogar bei ihrer eigenen Büchereinkaufstour samstags getroffen und um eine Signatur gebeten. Was für ein Glück! Zumal mein gerufenes „Mischu!“ wohl kaum laut genug war, um als Rufen durchzugehen. Aber sie hatte mich gehört.

In dem Buch geht es um Alira, die ihren Vater dazu überredet hat, auf seiner Händlerrunde mitfahren zu dürfen. Ausgerechnet auf die Insel des Blutgottes führt ihr Weg und obwohl ihr Vater sie bei einem befreundeten Händler versteckt, wird sie von den Soldaten gefunden, als nächste Königin und potentielle Braut des Blutgottes ernannt und mitgenommen. Sie muss zusehen, wie ihre Vorgängerin auf einem Scheiterhaufen stirbt, weil sie sich in dem Jahr als Regentin nicht als würdig erwies und somit nicht vom Gott aus den Flammen gerettet wurde. Das ist für Alira ein Schock, da sie die Sitten der Insel nicht kennt. Überzeugt davon, nach Ablauf des Jahres ebenfalls zu verbrennen, und darin bestrebt, die Zeit nicht wie ihre Vorgängerinnen mit ihrem eigenen Vergnügen zu vergeuden, versucht sie alles, um das Leben des Volks zu verbessern.

Dieses Buch ist besonders, denn es gibt drei Versionen – eine mit einem schlimmen Ende, eine mit einem besseren Ende und eine mit einem Happy End. Es ist Zufall, welches Ende man bekommt. Ich habe das mit dem bösen Ende bekommen, aber das ist nicht schlimm, denn hinten ist ein QR-Code enthalten, über den man alle drei Enden erhält. Also keine Angst, welches Ende du bekommst. Ich liebe das Happy End, aber auch das bessere Ende ist ok.

Ich finde Aliras Bestreben echt bewundernswert und vorbildlich. Da wird sie ins kalte Wasser geworfen mit der Aussicht auf ihren baldigen Tod und sie macht das Beste daraus. Genau so sollte man handeln. Das ist ja häufig die Frage. Was würdest du tun, wenn du nur noch ein Jahr zu leben hättest? Die meisten Menschen antworten damit, dass sie sich dann alles gönnen, egal wie teuer es ist. Mir fällt niemand ein, dessen Antwort anders gelautet hätte. Dass jemand gesagt hätte, er würde die Zeit nutzen, um noch so vielen Menschen wie möglich etwas Gutes zu tun. Nicht einmal ich wäre auf die Idee gekommen, sondern hätte wohl ungefähr so weitergemacht wie bisher mit etwas mehr Zeit für Vergnügen. Ich finde allein diese Botschaft super. Sie öffnet die Augen für das Wesentliche.

Ich habe das Buch echt gefressen, so sehr hatte ich Spaß daran, Aliras Weg zu verfolgen und von ihr zu lernen. Ernsthaft, das Buch verspricht weniger, als es dann in Wahrheit bringt, und das ganz ohne erhobenem Zeigefinger. Von mir eine uneingeschränkte Empfehlung.

Leserückblick „Assassins Wood – Bürokratie kann tödlich sein“

Endlich. Endlich! Ich habe „Assassins Wood – Bürokratie kann tödlich sein“ von Ann-Kathrin Karschnick gelesen. Das Buch liegt bestimmt schon zwei Jahre bei mir auf dem Gebirge ungelesener Bücher und jetzt musste ich es einfach lesen.

Darin geht es um Penta und seinen sprechenden Bonsai Wurzel, die eine Gruppe von Assassinen verwalterisch betreuen. Jeder Mord muss beantragt werden, jede genutzte Waffe genehmigt. Dumm nur, dass Penta in seinem Büro ein Missgeschick passiert, als er seinem großen Assassinenvorbild die Leviten liest, weil er eine ungenehmigte Waffe besitzt. Wollte er nur ein Formular holen, sieht er sich einem ungenehmigten Mord gegenüber, den er selbst ausgeübt hat – wenn auch versehentlich. Was macht man da als Vollblutbürokrat, wenn man nicht eliminiert werden will? Genau, man vertuscht natürlich das Ganze und versucht sich selbst als Assassine. Dass das nicht gutgehen kann, brauche ich nicht zu erwähnen.

Entstanden ist das Buch aus einer Idee, die die Autorin in ihrem Stream auf Twitch gegenüber ihren Zuschauern erwähnte und die sofort ihren Weg in deren Herzen fand. Klar, dass die Autorin die Geschichte dann schreiben musste. Heraus kam ein Buch voller Details wie Kapitelzierden und einzelnen Bildern. (Habe ich schon mal erwähnt, dass ich es toll finde, wenn auch Bücher für Erwachsene mit Bildern bestückt sind?) Es gibt viele lustige Stellen, sogar Anspielungen, die das Buch für mich besonders reizvoll machten, da ich die Szene um die Autorin einigermaßen kenne und deshalb vieles verstand, was ich sonst überlesen hätte. Die Handlung ist allerdings auch echt rasant, sodass das auch so leicht hätte passieren können, vermutlich mir sogar passiert ist, weil ich so davon gefangen war. Und der Arme Penta hat mir echt leid getan, wie er völlig erschöpft und übermüdet durch das Abenteuer seines Lebens stolpern musste. Dafür fand ich das Ende sehr befriedigend und absolut stimmig. Genau das habe ich mir für die Figuren gewünscht, na ja, so ungefähr. Das Schicksal des Onkels dieser einen Figur … Nein, ich verrate nichts. Das musst du selbst lesen.

Dieses Buch ist im richtigen Land erschienen; Deutschland, das so herrlich bürokratisch ist und wo der Spruch „Ordnung muss sein“ bei vielen eine tiefe Bedeutung hat. Hey, ich bete meiner Katze regelmäßig vor, dass alles seine Ordnung haben muss, dass ich davon nicht abweichen kann, weil ich sonst durcheinander komme und irgendwas vergesse oder es schief geht. Ich habe das Buch echt genossen. Es war wie für mich geschrieben.

Leserückblick „Die Töchter des Henkers“

Ich kann gerade nicht die Finger von den Büchern lassen, die ich auf der LBM gekauft habe, obwohl doch noch so viele seit zwei Jahren auf ihren Moment warten. Ich tröste sie in Gedanken damit, dass ich schneller zu ihnen gelange, wenn ich die Bücher, auf die ich total heiß bin, schnellstmöglich lese. Heute ist also die Märchennovelle „Die Töchter des Henkers“ von Jana Jeworreck dran.

Darin geht es um die beiden Schwestern Felia und Tonja. Felia ist wunderschön, während Tonja aufgrund einer Krankheit als Kind voller Narben ist und das eine Augenlid etwas herabhängt. Ihr Vater hält sie gleichermaßen versteckt vor den neugierigen Blicken der Mitbürger. Dabei ist es Felias größter Wunsch, die Welt zu sehen. Tonja dagegen ist dankbar für das abgeschiedene Leben, das ihr die Blicke ihrer Mitmenschen erspart. Doch als sie älter werden, wird es zum Sport der Boten, die dem Henker die Liste der Todgeweihten bringen, einen Blick auf die beiden Töchter zu erhaschen. Sowohl dem Prinzen als auch einem Adligen gelingt es und aus völlig unterschiedlichen Gründen gehen sie eine Wette ein, die die Herzen der beiden Mädchen betrifft.

Direkt nach den ersten gelesenen Sätzen fühlte ich die Magie eines Märchens. Ich hatte schon wieder vergessen, dass es sich bei dem Buch um eine Märchennovelle handelt. Das merkt man richtig und ich fand es toll. Ich fühlte mich ein wenig in meine Kindheit zurückversetzt, als mir meine Mama die Märchen der Gebrüder Grimm vorlas. Es gibt nichts Schöneres, als wenn ein Buch eine Erinnerung im Leser weckt, die schön ist. Sehr gut gefallen hat mir, dass die Kapitel meistens zwei bis vier Seiten lang waren. Da kann man immer mal ein Kapitel dazwischenschieben – und dann in der Geschichte hängenbleiben. So ist es wenig verwunderlich, dass ich die 150 Seiten in drei Tagen geradezu gefressen hatte. Einziger Wehrmutstropfen für mich ist, dass der Abstand vom Buchinneren zum Text etwas schmal ist. Ich behandle meine Bücher sehr sorgsam. Die Rücken von meinen Taschenbüchern bekommen keine Knicke, sodass sie oft noch nach Jahren wie neu aussehen. Da hatte ich meine Schwierigkeiten, aber es ging und wäre für mich auch kein Kritikpunkt gewesen, wegen dem ich vom Kauf des Buchs Abstand genommen hätte.

Leserückblick „Das Zylinderkabinett oder Das Mädchen, das nicht dorthin gehörte“

Du wirst direkt merken, was für ein Fan ich bin, denn es geht heute schon wieder um ein Buch von Fabienne Siegmund, nämlich um „Das Zylinderkabinett oder Das Mädchen, das nicht dorthin gehörte“.

In dem Buch geht es um das Kaninchen Puschkin. Er lebt im Zylinderkabinett, wenn der Zauberer ihn gerade nicht für seine Vorstellung braucht oder die Frau ihn füttert. Dort findet er in einem der Gänge ein Mädchen, das sich an nichts erinnert und offensichtlich nicht ins Zylinderkabinett gehört. Puschkin hilft ihr, ihren Weg zu gehen. Dabei treffen sie auf die Pikdame, die Puschelwuschelohrenkatze und schließlich auch den fürchterlichen Schmuckfrosch.

Wortmagie. Reine Wortmagie. Wie passend, dass es in den Geschichten der Autorin auch immer Magie gibt. In den Gängen des Zylinderkabinetts mit den Tauben, den fliegenden Tüchern und Plastikrosen könnte man sich als Leser verlaufen. Zum Glück konnte ich dem treuen Puschkin folgen und so die vielen erstaunlichen Bewohner des Zylinderkabinetts kennenlernen. Manche hätte ich gerne noch näher kennengelernt oder mehr über ihre Vergangenheit erfahren. Aber das ließ die Suche nach einer Lösung für das Mädchen nicht zu. Viel zu schnell waren die knapp 100 Seiten gelesen, das Abenteuer beendet. Wobei das Ende mich mit der Frage zurücklässt, ob alles geklappt hat. Bei dieser geschichte überlässt es die Autorin ihren Lesern, das zu entscheiden. Als sehr positiv eingestellte Person geht die Geschichte bei mir natürlich gut aus! Allerdings kann ich mir vorstellen, dass das Ende bei jemand anderem, der sich ein eher bittersüßes Ende ausdenkt, interessanter sein könnte. Falls du es gelesen hast, wäre ich auf dein endgültiges Ende gespannt. Teile es mir gerne mit!

Ein persönliches Highlight war der gezeichnete Hase am unteren Rand der Seiten, der über die Seiten hinweg zu einem Zylinder hüpft und darin verschwindet. Allein das ist etwas Aufmerksamkeit beim Lesen wert.

Wegen des offenen Endes wird die Geschichte nicht für jeden etwas sein. Daher musst du selbst entscheiden, ob das Buch für dich geeignet ist oder nicht. Ich persönlich fand es gut und empfehle es gerne weiter.

Leserückblick „Der Zirkus der Einhörner“

Auf der Leipziger Buchmesse habe ich mir „Der Zirkus der Einhörner“ von Fabienne Siegmund gekauft. Es ist eine Art Märchen, gerade einmal ein paar vierzig Seiten lang und mit vielen Bildern bestückt.

In dem Buch geht es um Tali. Sie ist stumm und taub, aber die größte Behinderung für sie ist ihr fehlendes Herz, weswegen sie auch nicht fühlen kann. Das macht sie allerdings auch zur perfekten Pflegerin für die Einhörner und einen mysteriösen Vogel, der jeden Tag ein Herz verspeist, weil sie keine Angst vor diesen Wesen hat. Gemeinsam leben sie in einem Zirkus, als ein Mann auftaucht, der zwei Herzen hat.

Ich liebe ja die Bilder, die die Autorin aus Worten zu malen vermag. Ihr Stil passt perfekt zu einem Märchen. Ich bewundere sie auch für ihren Einfallsreichtum. Sie hat in meinen Augen eine zauberhafte Geschichte erschaffen, die von den Bildern der Illustratorin Veronika Schnattinger an Plastizität gewinnt. In dieser Geschichte kämpfen die Menschen gegeneinander. Der Frieden kann nur einkehren, wenn Tali erfolgreich ist. Laut dem Vorwort hat die Autorin diese Geschichte geschrieben, als sie selbst recht verzweifelt über die Umstände in der Welt war. Ich glaube, das kann man beim Lesen spüren. Allerdings hatte ich das Gefühl, dass mir etwas verborgen blieb. Liegt es daran, dass ich nicht dieselben Schlüsse wie die Autorin aus den Ereignissen in der Welt geschlossen habe? Fehlt mir eine Erfahrung? Oder konnte ich einfach nicht gut genug zwischen den Zeilen lesen? War ich womöglich zu sehr von den offensichtlichen Inhalten der Worte eingenommen, um tiefer zu graben? Das Gefühl bleibt, dass mir etwas entgangen ist. Das ist allerdings kein Problem. Bei der Länge des Märchens ist es ein Leichtes, es irgendwann erneut zu lesen. Vielleicht kann ich dann das entdecken, von dem ich glaube, dass es mir fehlt. Das passt auch wieder zur Geschichte. Immerhin fehlt der Hauptfigur das Hör- und Sprechvermögen, aber vor allem ein Herz.

Ich kann hier keine uneingeschränkte Leseempfehlung geben, weil ich nicht weiß, was mir verborgen geblieben ist. Aber auch ohne diese tiefere Botschaft ist das Märchen schön. Eines für Erwachsene. Für Kinder ist es zu grausam. Wobei, vielleicht können sie tiefer sehen. Ihre Herzen sind noch unvoreingenommen und rein. Sie können Einhörner sehen, wo wir Erwachsene nur Pferde sehen. Vielleicht liegt die Botschaft für sie auf einem Silbertablett.

Leserückblick „Jeden Tag ein neuer Himmel“

Ich habe meinen Urlaub gut genutzt und „Jeden Tag ein neuer Himmel“ von Violet Thomas gelesen.

Darin geht es um Charlotte, die vor einem Jahr ihre kleine Tochter verloren hat und sich wieder ins Arbeitsleben als Kinderkrankenschwester in einem Kinderhospiz wagt. Dort ist es ihre Aufgabe, sterbende Kinder zu begleiten. Als sie auf dem Heimweg dem Straßenmusiker Sam begegnet, der sein Lied „Daisy“ singt, berührt er ihr Herz. Denn so hieß ihre Tochter. Sam ist von Charlotte fasziniert, die mitten auf der Straße wegen seines Lieds in Tränen ausbricht, und will mehr über sie wissen, um weitere berührende Lieder schreiben zu können.

Die Autorin warnte mich vor dem Roman, weil er so traurig sei, aber ich war so verliebt in das Cover und auch der Klappentext sprach mich an. Warum sich also nicht auf eine traurige Geschichte einlassen? Ich mag Fantasy schreiben, aber ich mag auch andere Genres. Ich wurde für meinen Mut mit zwei wundervollen Figuren belohnt, denen andere Menschen wichtiger sind als der heiß ersehnte Vertrag beim besten Agenten der Stadt oder Rache. Es ist ein ruhiger, überwiegend langsamer Roman, der mich wunderbar nach der Arbeit runter holte. Vor allem gefiel mit Sams Sicht auf London. Diese Stadt kann schön sein, zumindest wenn diese Autorin sie beschreibt.

Ich bin froh, nicht auf die Warnung gehört zu haben, und empfehle das Buch gerne weiter. Was du wissen solltest, falls du das Buch kaufen willst: Ich weiß nicht, ob es noch Restexemplare gibt oder ob es aktuell ganz vom Markt genommen wurde und man nur noch gebrauchte Bücher kaufen kann. Der Vertrag zu dem Buch ist ausgelaufen und die Autorin kümmert sich gerade darum, das Buch im Selfpublishing zu veröffentlichen. Diese Abwicklung benötigt natürlich etwas Zeit. Wenn es so weit ist, soll das Buch unter einem anderen Titel erscheinen. Bei Interesse schaust du also am Besten auf der Homepage der Autorin vorbei. Violet Thomas ist ein Pseudonym von Ann-Kathrin Karschnick.

Leserückblick „Pfadfinderehre – Nicht nur ein Micreft-Roman“

Dieses Buch habe ich auf der letzten Leipziger Buchmesse gekauft. „Pfadfinderehre – Nicht nur ein Micreft-Roman“ von Hanna Nolden lag die ganze Zeit mit den anderen dort erstandenen Titeln unter meinem Schreibtisch und lockte. Ich hatte den Anfang schon auf einer Lesung gehört und war soooo gespannt darauf. Deshalb habe ich es vorgezogen.

In dem Buch geht es um Alina, die begeisterte Pfadfinderin ist, und Hannes, der für sein Leben gerne am PC sitzt und zockt. An einem Wochenende wollen ihre Eltern einen kleinen Wellnessurlaub unternehmen und stecken die beiden Freunde zusammen, damit sie aufeinander aufpassen können und nicht alleine bleiben. Hannes bemüht sich darum, Alina für das Spielen am PC zu begeistern, und zeigt ihr Minecraft. Aber Alina kann damit nichts anfangen und bittet ihn bald darum, mit ihr hinaus zu gehen und zu funken. Er gibt widerstrebend nach, aber draußen kommt es zu einem Streit zwischen ihnen, der darin endet, dass Hannes sich in einem Wald und Alina sich in einer Minecraft-Welt wiederfindet. Dank Alinas Funkgeräten können sie sich gegenseitig helfen, aber wie sollen sie nach Hause kommen?

Ich mag Hannes und Alina. Sie haben ihre Macken, aber sie stehen füreinander ein und nehmen sich gegenseitig ernst. Zugleich sind sie so unterschiedlich, dass sie es sich zuweilen gegenseitig schwer machen. Das ist so real, dass ich kaum glauben kann, dass es sich bei dem Roman bloß um eine Geschichte handelt und nicht um die Realität. Andererseits bin ich ganz froh darüber, dass ich nicht einfach vom Schicksal in eine Minecraft-Welt geschickt werden kann.

Der Schreibstil passt zu einem Jugendbuch und lässt sich wunderbar flockig lesen. Es hat mich richtig geärgert, dass ich so wenig Zeit hatte. Sonst hätte ich es in wenigen Tagen statt anderthalb Wochen gelesen. So spannend war es geschrieben. Gerade nach der Arbeit als Korrektorin habe ich es genossen, wenn ich die Zeit dazu hatte, dieses leicht zu lesende Buch zu genießen und mich darauf einzulassen.

Obwohl es sich um einen Jugendroman handelt, können auch Erwachsene Spaß an dem Buch haben. Davon bin ich überzeugt. Ich habe nie zuvor Minecraft gespielt und habe nur mal bei meiner Schwester zugesehen, die mir ihre Welt unbedingt zeigen wollte. Da ging es mir ähnlich wie Alina. Hübsch anzusehen, aber nichts für mich. Beim Lesen habe ich mich aber immer wieder selbst dabei ertappt, dass ich die Welt gerne einmal erkunden würde. Ohne die Möglichkeit, zu fliegen, und mit Monstern, obwohl ich so schreckhaft bin. Aber dann dachte ich immer, dass ich noch weniger Zeit zum Lesen solcher toller Bücher haben würde, und ich verwarf den Gedanken wieder. Vielleicht traue ich mich trotzdem irgendwann in diese Welt. Ich glaube, so leicht wird sie mich nach der Lektüre nicht loslassen, was nur beweist, wie toll ich dieses Buch finde.

Leserückblick „Weit weg und ganz nah“

Es liegt schon ein paar Jahre bei mir auf dem SuB. Endlich habe ich es mir vorgenommen. „Weit weg und ganz nah“ von Jojo Moyens, das zugleich mein erstes Buch von dieser Autorin ist.

In dem Buch geht es um Jess. Ihr Mann hat sie verlassen und zahlt weder für sie noch die Kinder Unterhalt, weil er aus gesundheitlichen Gründen nicht arbeiten gehen kann. Jess hält sich und ihre kleine Familie mit Putzjobs und gelegentlichem Kellnern mehr schlecht als recht über Wasser. Zu den Geldsorgen kommt, dass der Sohn ihres Mannes, den sie aufgenommen hat, ständig verprügelt wird, und dass ihre Tochter ein Mathegenie ist und eigentlich auf eine Schule für Hochbegabte gehört, sie das finanziell aber nicht stemmen kann, so sehr ihre Tochter sich das wünscht. Da begegnet sie einem Mann, für den sie putzt. Er ist völlig betrunken, sodass sie ihn mit dem Taxi nach Hause bringt. Im Taxi findet sie sein Geld. Geld, das sie dringend gebrauchen kann. Sie nimmt es mit der Absicht an sich, es ihm zurückzuzahlen. Und dann sitzt sie mit ihrer Familie wenige Tage später bei ihm im Auto und lässt sich von England nach Schottland zu einer Matheolympiade bringen …

Die Figuren sind so herzlich. Sie haben alle ihre eigenen Probleme, die sie gegenseitig beeinflussen. Sie wollen sich gegenseitig helfen und machen es dabei teilweise noch schlimmer. Und über allem hängt dieses Damoklesschwert in Form des genommenen Geldes, das ich als Leserin nur zu gerne vergessen wollte.

Der Schreibstil passt super zu einem Roman, den man im Sommer liest. Die Handlung spielt zwar zum Wechsel in den Frühling, aber ich stelle es mir super vor, träge am Strand zu sitzen, den Wellen zu lauschen und dabei diesen Roman zu lesen. Er lässt sich super lesen und lockt mir kurzen Kapiteln bzw. Szenen zum Weiterlesen. Schön fand ich, dass der Roman aus den vier Perspektiven von Jess, den Kindern und ihrem Arbeitgeber geschrieben ist. So konnte ich auch hautnah mitverfolgen, wie es vor allem den Kids geht, die jeder für sich einen nicht unerheblichen Packen mit sich herumtragen müssen.

Obwohl der Roman überwiegend im Auto stattfindet, mag ich ihn. Ich möchte gerne weitere Romane dieser Autorin lesen, vor allem der Bestseller von ihr. Von mir gibt es für diesen Roman eine klare Empfehlung. Ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt und war immer wieder tief berührt von den Ereignissen.

Leserückblick „Und dann kam das Glück“

Ich habe ein neues Wohlfühlbuch. Es heißt „Und dann kam das Glück“ und wurde von Ann-Kathrin Karschnick unter ihrem Pseudonym Clara Simon veröffentlicht.

Wie der Titel vermuten lässt, handelt es sich bei dem Buch um einen Liebesroman. Er spielt in Paris in einer Sackgasse, die aufgrund von Renovierungsarbeiten und dem daraus resultierenden Baulärm und Schmutz in einem der kleinen Läden nicht mehr ganz so beschaulich ist wie sonst. Chloé führt den benachbarten Blumenladen und leidet besonders unter den Arbeiten, aber sie ist zu schüchtern, um den charmanten Bauleiter darauf anzusprechen. Selbst wenn sie es sich fest vornimmt, verliert sie sich in einem angenehmen Gespräch mit ihm. Da muss die eingeschworene Gemeinschaft der Ladeninhaber der Rue de la Chance wohl einschreiten.

Ich liebe die Figuren! Sie sind alle so herzlich und kümmern sich liebevoll umeinander. Hier gilt noch das Miteinander. Aber auch privat kommen die Ladenbesitzer wundervoll miteinander aus und helfen sich auch mal bei Liebeskummer. Da wirkt der Amerikaner Ben, der Bauleiter, mit seiner lauten und schmutzigen Baustelle wie ein Störfaktor, so nett er auch sein mag. Aber er findet sich dennoch harmonisch in die Truppe ein, wie ich finde.

Der Schreibstil ist so richtig schön entspannt. Das ist ein Buch für den Sommer und zum Träumen, sollte der Sommer vorbei sein. Die Kapitel haben eine angenehme Länge, nicht zu kurz und nicht zu lang. Ich habe samstags mit dem Lesen begonnen und war montags durch. Die Geschichte zog mich einfach durch die Seiten.

Was kann ich sagen, das ich nicht schon erwähnt habe? Nichts. Wenn dich das Buch jetzt noch nicht neugierig gemacht hat, ist es nichts für dich. Falls doch, dann lies es und sei genauso bezaubert von der Rue de la Chance und ihren Ladenbesitzern wie ich. Die Autorin ist übrigens sehr umtriebig und auf vielen Messen anzutreffen, hat allerdings nicht immer das volle Programm an Büchern dabei. Wenn du sie darum bittest, bringt sie dir sicher ein Exemplar mit und signiert es dir vor Ort.