Kategorie: Ghizmo & Gimms

Neues von Ghizmo und Gimms

Achtung! Nicht lesen, wenn du empfindlich auf Würggeräusche und den typischen Folgen reagierst.

Es war am Weihnachtsmorgen, einem SEHR FRÜHEN Weihnachtsmorgen. Nein, Jesus kommt jetzt nicht. Den hätten wir aber gebrauchen können. Einmal Hand auflegen und dem Bauchelchen wäre es wieder gut gegangen. Aber wie das halt so ist, wenn man die Heiligen braucht, sind sie nicht verfügbar. Ich bin nur froh, dass ich seit Gimms Einzug und noch in dieser Zeit einen sehr leichten Schlaf hatte, weil Ghizmo im Bett eine tierische Unruhe ausstrahlte. Gegen halb fünf wurde ich von Würggeräuschen geweckt. Ghizmo stand zwischen mir und meinem Mann und machte keine Anstalten, aus dem Bett zu springen. Ich war so müde und hatte auch wirklich keine Lust darauf, das Bett frisch beziehen und eine Waschmaschine starten zu müssen. Ich schob Ghizmo also Richtung Fußende, aber er wich mir aus und ging näher zu meinem Mann. Ich schob ihn weiter, wodurch Ghizmo auf meinen Mann treten musste. Geweckt von den Krallen erfasste mein Mann die Situation und sorgte dafür, dass Ghizmo auf seiner Seite des Bettes aussteigen musste. Langsam wurden wir klarer im Kopf, immerhin hatten wir einige Nächte nicht mehr richtig geschlafen. Mein Mann sah Gimms, auf die Ghizmo beinahe gefallen wäre. Es geschah fast zeitgleich, dass Gimms durchstartete und aus dem Zimmer rannte und Ghizmo sich erbrach. Fast hätte Ghizmo auf sie …

Der Gedanke! Lag es am Schlafentzug oder an den Feliway Steckern, die den beiden bei der Gewöhnungsphase helfen und die Menschen nicht wahrnehmen sollen, ich konnte einfach nur noch lachen. Da wollte Ghizmo nicht aus dem Bett, weil Gimms dort herumlief, und er wurde fast auf sie geworfen. Ich muss immer noch lachen, wenn ich daran denke.

Miau oder Miou?

Sprachschwierigkeiten scheint es auch unter Katzen zu geben. Vielleicht liegt es daran, dass Ghizmo so lange allein bei uns lebte und er sich unsere Körpersprache abgeschaut hat. Jedenfalls nähert er sich Gimms immer geduckt und sehr vorsichtig, wenn er mal den Mut aufbringt, sich diese schwarze Teufelin genauer anzusehen. Was bei uns Menschen Unsicherheit ausdrückt, drückt bei Katzen Angriffsbereitschaft aus. Da er bisher nicht einmal eine Pfote gegen Gimms erhoben hat, glaube ich fest, dass Ghizmo nicht weiß, was er da tut. Sobald Gimms ihn dann allerdings sieht, knurrt sie ihn an. Natürlich, sie lässt sich nicht bedrohen. Ghizmo geht dann auch direkt.

Umgekehrt stolziert Gimms langsam auf Ghizmo zu, wenn sie sich ihm nähern will. Sie will auch, dass diese getrennte Lebenssituation aufhört. Sie darf zwar mittlerweile im Schlafzimmer auf einer Decke auf dem Boden schlafen, ohne dass Ghizmo Schnappatmungen bekommt, aber sie sehnt sich doch danach, mit ihrem Artgenossen zu kuscheln. Ghizmo knurrt und faucht sofort, wenn Ghimms so auf ihn zukommt. Er duckt sich auch etwas, wobei er da nur einen auf dicke Hose macht. Hier kapiert er, dass es eine Drohgebärde ist. Vielleicht eine unterwürfige Drohgebärde? Gibt es das bei einer sprachbehinderten Katze? Wäre das möglich? Keine Ahnung. Jedenfalls bin ich froh, dass Ghizmo jetzt eine Sprachlehrerin hat, auch wenn es so aussieht, als würde es noch ein Weilchen dauern, bis sie dieselbe Sprache sprechen können.

Und was hat das mit Miau oder Miou zu tun? In Frankreich maunzen Katzen eben anders.

Huch!

Ghizmo tat es in der Anfangsphase von Gimms Einzug nicht so gut. Er blieb vorzugsweise im Schlafzimmer, während Gimms das Erdgeschoss für sich hatte. Wir sind tierlieb. Er bekam sein Futter und Wasser ins Schlafzimmer gebracht. Das Katzenklo im Flur musste an seinem Platz bleiben, weil er im Schlafzimmer wohl keine Stinkereien machen wollte. Mein Mann war auch so viel wie möglich bei ihm, um ihm zu zeigen, dass er immer noch die Nummer 1 im Haus ist. Ich blieb unten, damit Gimms keinen Grund hatte, nach oben zu gehen. Ghizmo ist sowieso glücklich, wenn mein Mann nach ihm sieht. Männerliebe oder so. Dafür ist Gimms auf mich fixiert. Jetzt ist es also zumindest für uns Menschen ausgeglichen.

An einem Tag brachte ich Ghizmo sein Nassfutter hoch. Mein Mann war auch noch im Schlafzimmer, also war Gimms auch da. Ghizmo war so angespannt, dass an essen nicht zu denken war. Mein Mann komplimentierte Gimms kurzerhand raus und schloss die Tür. Das fand sie nicht witzig. Sie maunzte und kratzte an der Tür, aber, da sie eine ruhige Katze ist, nur ein wenig. Ghizmo entspannte sich genug, um zu essen. Anschließend wollte er zur Tür hinaus. Ghizmo, echt keine gute Idee. Aber als gut gezogene Menschen öffneten wir ihm natürlich bereitwillig die Tür. Er stürmte los, kam aber nur ein paar Zentimeter weit, ehe er abrupt stoppte. Wenige Zentimeter von einer schwarzen Nase entfernt. Er fauchte, knurrte und rannte in entgegengesetzter Richtung auf seinen Platz im Bett, und Gimms schaute perplex.

Revolution

Da Ghizmo „seine“ Homepage sträflich vernachlässigt, kapere ich mir meine Seite zurück. So ist das, wenn man nach dem vermeintlichen Feind schaut. Ich spreche in Rätseln? Ich erkläre es dir.

Ghizmo war in den letzten Monaten immer anhänglicher geworden. Nachts wollte er im Arm meines Mannes schlafen und auch tagsüber wollte er viel Aufmerksamkeit – nur nicht von mir, die ja zuhause gewesen wäre. Wir waren der Meinung, dass er einen Artgenossen dringend nötig hat, egal, ob er schon 10 Jahre alt ist.

Am 16. Dezember 2022 zog also Gimms bei uns ein. Sie ist eine 11,5 Jahre alte Katzendame, bis auf ein paar weiße Härchen pechschwarz und ihre Augen sind außergewöhnlich. Ja, sie sind grün, aber es sieht fast aus, als habe sie eine Iris um die Iris. Vielleicht kann ich irgendwann ein Foto davon zeigen. Nachdem ihr betagtes Frauchen gestorben war, hatte es das Schicksal so gewollt, dass Gimms aus Frankreich in ein saarländisches Katzenhaus kam. Über dessen Homepage wurden wir auf Gimms aufmerksam. Uns war sofort klar, dass Gimms wegen ihrer Fellfarbe und ihres Alters keine guten Chancen auf ein neues Zuhause haben würde. Für unsere Zwecke schien sie jedoch perfekt zu sein. Verschmust, ruhig, Hauskatze und fast im selben Alter wie unser Ghizmo – das muss doch passen!

Als wir mit Gimms zuhause ankamen, war Ghizmo auch ganz aufgeregt. Er wollte so gerne sehen, was wir da mitgebracht hatten. Aber Gimms sollte sich erst einmal ein wenig an die Gerüche gewöhnen. Deshalb ging ich mit ihr ins Büro, wo ich sie gut im Auge behalten und ihr ihre ersten Streicheleinheiten geben konnte. Sie schaute sich im Büro um, als würde sie abschätzen, wie gut dieses neue Zuhause ist. Von ihrem Blick ausgehend würde ich behaupten, dass ihre Gedanken ungefähr so lauteten: „Hmm, mindestens doppelt so groß wie mein Gehege im Katzenhaus und ich werde gestreichelt. Ist ok.“ Ein gnädiges Urteil!

Eine halbe Stunde später durfte Gimms raus. Nachdem sie das Schlafzimmer inspiziert hatte, lief sie ins Erdgeschoss. Im Esszimmer traf sie auf Ghizmo. Unter Gefauche und Geknurre von Ghizmo zog sie sich etwas irritiert zurück, aber nicht weit genug für unseren bisherigen Einzelkater. Er war außer sich. Was hatten wir uns denn dabei gedacht, ihm eine schwarze Teufelin ins Haus zu holen, die ihm seinen Platz als Nummer 1 in unseren Herzen streitig machen will?

Tja, seitdem schaut Ghizmo mehr nach dem, was Gimms macht, sodass ich jetzt die alleinige Herrschaft über meine Homepage verkünde.

Einsamer Kater sucht weiteren Sklaven

Anstatt sich um mich zu kümmern, unterstützt Mama den großen Kerl bei seinem Blödsinn. Der hockt seit dem Pfingstwochenende am PC und haut auf die Tastatur ein, als wolle er einen Roman schreiben. Und Mama hat nichts Besseres zu tun, als ihm irgendwelche sinnlosen Fragen zu beantworten und selbst am PC zu arbeiten. Dabei gehören beide am Wochenende und den Abenden mir. Sie müssen mich anhimmeln, mich kuscheln, mich in den Arm nehmen und mir schöne Sachen ins Ohr säuseln. Nicht Bilder von mir machen, wie ich in meiner Verzweiflung den Einkaufskorb für mich beanspruche, um in ihrer Nähe sein und ihre Aufmerksamkeit gewinnen zu können. Auf meinen Protest reagieren sie ja nicht. Wie gesagt: seit dem Pfingstwochenende! Ich brauche einen weiteren Dosenöffner mit geschickten Händen beim Kuscheln. Schickt die Bewerbungen einfach an Mama oder unter diesem Hilferuf.

Protest(t)ier

Zwei verschiedene Tage, eine offensichtliche Botschaft. Ich will mein Frischfutter! Der große Kerl hat das erste Foto morgens um 7.14 Uhr aufgenommen und Mama geschickt. *schnaub* Er hätte die Zeit besser dafür genutzt, mir die Schüssel vollzumachen. Stattdessen musste ich warten, bis Mama endlich im Bad fertig war. Eine Frechheit, wie man hier als göttliches Katzi behandelt wird!

Und hier wenige Wochen später. Dieses Mal ist Mama die Verbrecherin. Morgens, halb acht, mein Magen lechzt nach meinem leckeren Futter mit der tollen Soße, will nichts vom Trockenfutter wissen, das einen halben Meter weiter steht. Und was macht Mama? Sie knipst ein Foto! Mir bleibt echt nichts erspart. Könnt ihr die Verzweiflung in meinen Augen sehen? Die Resignation, dass ich mindestens noch eine Minute bis zum ersten Haps im Mund warten muss, weil sie die Tütchen holen muss, um sie mir zur Auswahl hinzuhalten, meine Wahl aufzumachen und in die Schüssel zu geben. Unfassbar, der Service.

Nicht ohne Sicherheitsgurt

Obwohl es im Moment immer wieder schüttet, schaut die Sonne häufig zwischen den Wolken hindurch. Als Kater weiß ich das zu schätzen. Direkt neben der Heizung ist es sowieso meistens kuschelig, aber im direkten Sonnenschein ist es einfach perfekt. Ich lasse mir gerne das Fellchen wärmen und sammle die Sonnenstrahlen in meinen Knochen. Nicht ohne Grund bin ich Mamas Sonnenschein und Mittelpunkt ihres Universums.

Das ist jedoch nicht völlig gefahrlos. Ich döse dabei gerne und wie du siehst, ist der Platz begrenzt. Mama ist ein sehr sicherheitsbewusster Mensch und ich setze das nach meinem Verständnis um. Dafür sind Mamas Fadenvorhänge perfekt. Einmal kurz hindurchlaufen, hinlegen, fertig. So schnell kann ich nicht hinunterfallen.

Ich rate dir, dir ebenfalls Fadenvorhänge anzuschaffen. Selbst wenn du keiner Katze ein Heim bietest, was natürlich ein Frevel ist, wirst du die damit verbundene Sicherheit bald zu schätzen wissen. *gähn*

Ghizmo und Balu

*Anmerkung von Mama*: Ghizmo trug ursprünglich vom Besitzer seiner Erzeugerin den Namen Balu. Nun sah er als Kätzchen aber so gar nicht wie ein Balu aus, sodass wir ihn umtauften. Ich bin der Meinung, dass das eine gute Entscheidung war, weil er nach wie vor nicht wie ein Balu aussieht oder sich wie einer verhält. Trotzdem blieb Balu ein Teil unserer Familie. Ghizmos Spiegelbild heißt Balu.

Mau, genug gequatscht? Ich bin heute dran und ich habe Wichtigeres zu erzählen als du!

Es ist zum Mäusemelken! Unbemerkt hat sich während der Renovierung ein Kater ins Haus geschlichen. Mama und der große Kerl nennen ihn Balu. Ich kenne ihn noch von früher. Da besuchte er mich ab und zu im Flur. Aber ich habe ihn verjagt. Dachte ich zumindest. Jetzt ist er im Schlafzimmer eingezogen und bleibt völlig unbeeindruckt von meinen Versuchen, ihn zu vertreiben. Er wohnt in dem neuen Kleiderschrank von Mama und dem großen Kerl und führt mich an der Nase herum.

Er äfft mich nach, greift mit derselben Technik an wie ich und stürmt davon, wenn ich einen taktischen Rückzug einlege. Er reißt das Maul auf, wenn ich ihn beschimpfe, und es sieht aus, als wüsste er genau, was ich sagen will. Jedenfalls sind seine Maulbewegungen dieselben wie meine. Aber er muss stumm sein. Er hat noch nie einen Ton von sich gegeben. Es ist auch immer erstaunlich ruhig im Schrank. Dabei müsste ich wenigstens hören, wenn er sich auf die andere Seite dreht oder schnarcht.

Ich habe schon mehrmals die Chance genutzt, wenn der große Kerl den Schrank öffnete. Dann stürmte ich hinein, nur um einen fast leeren Schrank vorzufinden. Ich begreife nicht, wie dieser Balu so schnell sein kann. Eben sehe ich ihn noch zur Tür rausschauen und im nächsten Moment ist er wie vom Erdboden verschluckt. Soll er mächtiger sein? Göttlicher als ich?! Nur so könnte ich mir erklären, wie es ihm gelingen kann, mit mir gleichauf zu liegen oder mir sogar mal eine Nasenlänge voraus zu sein.

Aber das ist unmöglich. Wäre Balu ein höheres Wesen als ich, würden ihn meine Menschen vergöttern und mich darüber vergessen. Zugegeben, während dieser doofen Renovierung hatten sie wirklich kaum Zeit für mich. Selbst wenn ich versuchte, sie von der Baustelle wegzulocken und auf die Couch zu rufen, blieben sie unbeirrbar bei der Arbeit. Doch jetzt ist es wieder wie zuvor und das, obwohl Balu sich reingeschlichen hat. Ich weiß, dass Mama und der große Kerl ihn ignorieren und auch nicht füttern. Das beweist doch meine göttliche Überlegenheit.

Trotzdem will ich ihn endgültig schlagen. Nur richten meine Tatzenhiebe überhaupt nichts aus. Wo meine Pfote ist, ist auch seine. Es ist absolut lächerlich, wie wir uns im Kampf regelmäßig abklatschen als wären wir gute Freunde. Und dann muss ich abends zusehen, wie sich eine Kopie von Mama und dem großen Kerl zu ihm im Schrank aufs Bett legen und ihn kuscheln – genauso wie es meine Menschen dann gerade tun. Er zeigt mir mit jeder Bewegung, wie sehr er das genießt und wie gut er es doch hat. Zum Fell ausreißen ist das!

Ich werde mich jetzt hinlegen und im Schlaf eine neue Strategie entwickeln. Dieser Zustand ist einfach nicht hinnehmbar. Mau!

*Anmerkung von Mama*: Ich fürchte, Ghizmo wird sich an Balus Anwesenheit im Schlafzimmer gewöhnen müssen. Ich gebe den neuen Kleiderschrank jedenfalls nicht so schnell wieder her. 🤷‍♀️

Gemütlichkeit

Gemütlichkeit – das verbinde ich mit den Plätzen, wo ich mich gerne hinlege, bleibe, döse und schlafe. Je geschützter diese Orte sind, umso behaglicher finde ich es. Kartons, an deren Seitenwände ich mich herankuscheln kann und trotzdem alles im Blick habe, finde ich klasse, aber auch Höhlen sind super. Dort findet man mich nicht so schnell. Ich zeige dir mal eine Auswahl meiner Lieblingsorte aus den letzten Jahren und erzähle dir, was ich dabei so erlebt habe.

Dezember 2015: Mama war happy, weil sie sich ein paar neue Kleider gegönnt hatte, und entsprechend beschäftigt mit anprobieren und anschließendem aufräumen. (Ich finde Fell ja praktischer. Da braucht man keine Waschmaschine – spart also Strom und Wasser – und ist trotzdem immer schick. Es beneidet mich jeder Zweibeiner um mein Fellchen.) Ich nutzte ihre Unaufmerksamkeit und schaute mich auf dem Tisch um. Hach! Zwischen Keksdosen, Weihnachtsdeko und der gerade geöffneten Post lag noch der Karton herum, mit dem die Kleider gekommen waren. Mama war sogar so nett gewesen und hatte etwas Altpapier hineingelegt. Mein neuer Schlafplatz! Fand Mama nicht so lustig. Nach einem Beweisfoto, bei dem sie mich total verblitzte, schickte sie mich vom Tisch herunter. Dabei war ich gar nicht AUF dem Tisch. Ich war IM Karton. Aber für solche Feinheiten hat Mama keinen Sinn.

Januar 2017: Die Mama vom großen Kerl hat mir diese Höhle vom Christkind mitgebracht. Ich war ja etwas skeptisch. Sie roch komisch. Nach knapp zwei Wochen bin ich trotzdem mal rein. Sie ist gar nicht so übel, aber kein Vergleich zu Kartons. Ab und zu verkrümel ich mich  in die Höhle, weil mich dort keiner vermutet. Ich bin eben ein großer Taktiker. Ich halte mir besondere Verstecke für Ausnahmesituationen bereit.

 

 

 

April 2017: Meinen alten Kratzbäumen hatte ich mächtig zugesetzt. Deshalb gab es einen neuen. Neugierig sah ich mir die obere Höhle darin an. Sie ist klein, also genau richtig für mich. Außerdem kann ich alles sehen. Das ist zugleich auch ihr größter Nachteil. Man kann mich nämlich auch problemlos finden. Ich glaube, ich war anschließend nie wieder in der oberen Höhle. Ich schätze nun einmal meine Privatsphäre.

 

 

 

August 2018: Selber Kratzbaum, aber anderer Standort und untere Höhle. Sie ist etwas größer und der Sessel steht davor. Wenn Mama nicht explizit nach mir sucht, sieht sie mich hier nicht einmal aus Zufall. Hier verkrieche ich mich, wenn der Schornsteinfeger kommt. Den kann ich nicht leiden, auch wenn Mama sagt, dass er mir nichts tut und ein ganz netter ist. Aber ich weiß es besser. Der riecht komisch, ist also nicht vertrauenswürdig. Der Kerl schleicht schon wieder um mein Haus herum, hat sich bisher aber nicht getraut, zu klingeln. Der soll sich nicht wagen, dieses Jahr erneut in mein Reich eindringen zu wollen!

 

 

November 2018: Von diesen Kisten habe ich mittlerweile drei. Mama und der große Kerl nennen sie Garagen. Mir ist egal, wie sie sie nennen. Ich finde sie toll, weil ich mich darin herrlich verstecken kann. Wenn der große Kerl an mir vorbeigehen will, spurte ich hinaus und erschrecke ihn zu Tode. Mau, das macht Spaß!

 

 

 

August 2020: Ich will nichts zu diesem vermaledeiten Body hören! Nein, ich bin nicht süß darin und er steht mir definitiv nicht. Er ist eine Beleidigung an meine Göttlichkeit! Ich bin froh, dass die OP-Wunde verheilt und mein Fellchen am Rücken fast wieder vollständig nachgewachsen ist. Viel wichtiger ist die Kiste. Es ist eigentlich ein Hocker mit Aufbewahrungsfach, bei dem der große Kerl die Sitzfläche entfernt und ihn auf die Seite gelegt hat. Darauf steht meine Transportbox. Schade, dass sie immer heruntergefallen ist, wenn ich reinwollte. Nun steht der Hocker wieder hochkant, damit die Box nicht hinunterfällt. Ich fand es schon toll, den Stauraum für mich zu haben. Den benutzen meine Menschen sowieso nicht.

September 2020: In dieser Kiste kam das Mehl, das der große Kerl extra bei einer Mühle bestellt, um damit Brot und Pizza zu backen. Ursprünglich stand sie aufrecht, aber da die Klappen nicht richtig auseinandergedrückt waren und ich reinwollte, ist der Karton bei meinen Versuchen umgekippt. War gar nicht so einfach, mich da hineinzuwinden, aber mit meinem Näschen hat es doch geklappt, die obere Klappe hochzudrücken, bis ich drin war. Es war witzig, als Mama und der große Kerl morgens an mir vorbeigingen, ohne mich zu bemerken. Sie haben mich dann doch irgendwann entdeckt, aber ich fühlte mich trotzdem sicher. Mama hat den Karton mittlerweile dem Altpapierentsorger geschenkt. Das fand ich nicht nett von ihr. Das war meiner!