Kategorie: NaNoWriMo

NaNoWriMo 2022

Es tut mir für alle leid, die heute schon hibbelnd auf das Worträtsel warten. Es ist vorbereitet und wird nächste Woche nachgeholt.

Stattdessen will ich meine Freude teilen. Geschafft! Heute ist der letzte Tag des NaNos und ich bin seit gestern Abend fertig. Ich bin über 50.000 Wörter und eine fertige Rohfassung reicher. Dabei gab es mehr Tage, an denen ich nicht damit gerechnet habe, als solche, an denen ich mir sicher war, das Ziel zu erreichen. Im Hinblick darauf, dass ich meinen NaNo innerhalb von 22 Tagen schreiben musste, dürfte mein Pessimismus nachvollziehbar sein. Trotzdem habe ich durchgehalten, Gas gegeben und mich über jeden Fortschritt gefreut, der mir auf der NaNo-Seite anzeigte, dass ich meinem täglichen Sollstand näher kam. Immerhin startete ich mit 10.000 Wörtern Rückstand. Rückblickend frage ich mich, wie wahnsinnig ich sein muss, den NaNo trotzdem anzutreten. *Schulter zuck* Es hat funktioniert, also kann es um meine geistige Gesundheit nicht so schlimm stehen.

Wie geht es jetzt weiter? Ich hatte heute aufgrund mehrerer Termine noch nicht viel Zeit und nur mal schnell für das Grundgerüst von Teil 4 dieser Reihe meine Tarotkarten gezogen. Da ich daraufhin direkt wieder aus dem Haus musste, weiß ich noch gar nicht, was die Karten bedeuten. Ich bin gespannt darauf. Sobald Teil 4 geplant ist und mögliche neue Figuren angelegt sind, werde ich mit dem Schreiben des 2. Teils anfangen. Das sind also die Aufgaben, die ich für diese und die nächsten Wochen vorsehe. Und dann werde ich sehen, ob die Reihe noch (einen) weitere(n) Teil(e) fordert.

Schreibupdate – 28.11.2022

44.095 Wörter – das ist mein aktueller Stand. In den restlichen drei Tagen des Novembers muss ich also nur noch knapp 6.000 Wörter schreiben. Das ist schaffbar.

Dieser November zeichnet sich aber auch noch durch etwas ganz anderes aus. Wie oft habe ich mich während der Hausarbeit gefragt, wie es wohl mit Violett weitergeht, nur um dann festzustellen, dass es sich dieses Mal nicht um eine Geschichte handelt, die ich lese, sondern um die, die ich schreibe. Das war immer ernüchternd. Einerseits weiß ich doch eigentlich, was in meiner Geschichte passiert. Andererseits ist ein roter Faden nicht vergleichbar mit einer ausgeschriebenen Geschichte. Mir blieb also nur eines übrig. Ich musste weiterschreiben, wenn ich wissen wollte, was genau passiert. Dafür fehlte mir leider nur die Zeit. Ich muss mich also den ganzen Monat über schon gedulden und kann meine Geschichte immer nur in kleinen Schritten entdecken. Jetzt befinde ich mich im letzten Kapitel meines Romans und werde bald das erste Ende innerhalb dieser Reihe schreiben. Darauf freue ich mich sehr.

Der November steht bei 191,55 %. Damit habe ich in diesem Monat einen Jahresrekord geschafft. Mit dem NaNo ist das keine wirkliche Überraschung, und doch ist es etwas Besonderes für mich. Für 2022 liege ich bei 72,41 %.  Das ist so viel mehr, als ich mir im Sommer noch erhofft hatte.

Schreibupdate – 21.11.2022

Die Aufholjagd steuert aufs Finale zu. Nur noch anderthalb Wochen bis zum Ende des NaNos. Ich habe in der vergangenen Woche 16.253 Wörter geschrieben. Das entspricht 32,5 % des NaNo-Solls. Unter normalen Umständen hätten etwas weniger als 25 % genügt. Dafür bin ich jetzt nur noch etwas mehr als 3.000 Wörter vom Soll entfernt. Diese Differenz möchte ich in dieser Woche gerne aufholen, damit ich die letzten Tage des Novembers gelassener angehen kann. Dafür, dass ich noch letzten Freitag zweifelte, ob ich den NaNo durchziehen oder besser aufgeben soll, um mir keinen unnötigen Stress zu machen, bin ich jetzt sehr erleichtert, durchgehalten zu haben. Ich kann die 50.000 Wörter schaffen.

Ich habe auch sehr viel Spaß an meiner Romanze. Mir fehlen die Fantasyelemente nicht, die meine Geschichten bisher immer ausschmücken mussten, damit ich mich mit ihnen wohlfühle. Der erste Teil besteht aus 19 Kapiteln. Ich befinde mich aktuell in Kapitel 11 mit insgesamt 30.180 Wörtern. Ich bin somit also auch zuversichtlich, dass mein Roman genug Stoff für die erforderlichen 50.000 Wörter hat. Es werden sicher noch einige mehr, aber mein Ziel, eine kurze, leichte Lektüre zu erschaffen, klappt dieses Mal aller Voraussicht nach besser. Und da es sich um eine Reihe handelt, freue ich mich darauf, meine Figuren noch eine ganze Weile auf ihren Wegen begleiten zu dürfen.

Der November ist bereits zu 131,1 % erfüllt. Aktuell gibt es nur zwei Monate, die dieses Ergebnis übertreffen. Bei meiner Jahresübersicht stehe ich bei 67,35 %. Selbst wenn ich im Dezember quasi einen zweiten NaNo hinterherschieben würde, würde ich die angepeilten 100 % nicht schaffen. Es ist in Ordnung. Pläne sind dazu da, vom Leben umgeworfen zu werden, und ich habe trotzdem sehr viel erreicht.

Schreibupdate – 14.11.2022

Halali! So grüßt man sich unter den Jägern, und ich bin jetzt eine von ihnen. Sozusagen. Seit Montag arbeite ich an meiner Aufholjagd, nachdem ich wegen des Urlaubs die erste NaNo-Woche verpasst habe.

Es läuft auch relativ gut, obwohl ich bis zum 30. November täglich 2.083 Wörter schreiben muss. Das ist schon eine Menge. Normalerweise bin ich froh, wenn ich zwischen 1.000 und 1.500 am Tag liege und dann habe ich freie Wochenenden, die ich mir aktuell nicht erlauben kann, wenn ich die 50.000 Wörter am Ende des Monats haben will. Wir wissen beide, wie ehrgeizig ich sein kann. Natürlich gebe ich mein Bestes, das Ziel zu erreichen. Allerdings muss ich echt aufpassen. Am Dienstag hatte ich nicht einmal 700 Wörter geschrieben, am Donnerstag gar nichts, weil ich mich zum Schreiben mit einer Freundin getroffen hatte. Die 700 Wörter gab es nur, weil ich morgens schon ein wenig geschrieben hatte. Fairerweise muss ich sagen, dass ich donnerstags an einer Korrektur saß, sodass für mehr keine Zeit geblieben war.

Trotzdem, ich bin mit 13.927 Wörtern gut dabei und ich habe vor, diese Woche noch eine Schippe draufzulegen, um mir am Wochenende wenigstens den Luxus zu gönnen, nicht ganz so viel schreiben zu müssen.

Statistisch sieht es auch sehr schön aus. 60,5 % für den November, obwohl ich doch erst eine Woche geschrieben habe, und 61,4 % für das gesamte Jahr. Man merkt, dass NaNo ist. Der Wert für 2022 steigt jetzt wieder spürbarer.

Wie ist es bei dir? Machst du auch beim NaNo mit? Wie kommst du voran? Kannst du womöglich etwas Motivation gebrauchen? Komm doch in meinen Stream auf Twitch vorbei. Diese Woche streame ich montags bis mittwochs um 14.00 Uhr auf meinem Kanal federstreich0822 Coworking. Da arbeiten wir gemeinsam an unseren Projekten und legen zwischendurch kurze Pausen zum Quatschen und Anfeuern ein.

Schreibupdate – 07.11.2022

Die letzten zwei Wochen waren super. Kein Arbeiten, nur zwei Streams, um eine Halloweenlesung und einen Urlaubsrückblick mit vielen Fotos abzuhalten. Das war total entspannt, obwohl ich auf dem BuCon und auf der Halloweenlesung vom Verlag Torsten Low mit Kurzurlaub in Augsburg war.

Ich habe viele liebe Menschen nach langer Zeit wieder gesehen, tolle Gespräche geführt und daraus neue Erkenntnisse gewonnen. Zum Beispiel finde ich das Phantastik Autoren Netzwerk e. V. schon seit 2019, als ich den Verein auf der Leipziger Buchmesse kennenlernte, sehr interessant. Jetzt weiß ich, dass ich problemlos Mitglied werden kann. Das will ich bald in Angriff nehmen, weil ich deren Ziele unterstützen und gerne Teil dieser wundervollen Gemeinschaft sein will. In Augsburg habe ich das als Klein Venedig bekannte Lechviertel erkundet und den Zoo besucht. Mein absoluter Liebling dort ist dieser Wüstenfuchs. In den habe ich mich direkt verliebt und ich hätte ihn am liebsten mitgenommen. Die Halloweenlesung fand unter netten Menschen und mit selbst gebackenen Leckereien der Verlegertochter statt. Es war gemütlich und dazwischen gab es genügend Zeit, um unterhaltsame Gespräche zu führen. Sogar das Wetter spielte mit. Der Nebel, der uns auf dem Weg zur Lesung plötzlich begrüßte, sorgte zumindest bei mir für eine schauerliche Stimmung. Und dann war sogar noch Zeit für ein gemeinsames Abendessen mit der Verlagsfamilie. Nur unsere Hochzeitsreise für ein verlängertes Wochenende an die Nordsee bei strahlendem, heißem Sonnenschein war besser als dieser Urlaub.

Jetzt startete ich zwar verspätet in den NaNo, dafür mit neuer Energie und richtig viel Lust auf mein Projekt. Sollte ich wegen der Verzögerung den NaNo nicht gewinnen, sind es mir diese neuen Erinnerungen wert.

Camp NaNoWriMo April 2022 – Teil 4

Geschafft! Mein Weihnachtsroman ist fertig! Es hatten nur noch 26.956 Wörter dafür gefehlt. Aktuell ist er 86.755 Wörter lang, aber ich werde eine Szene herauskürzen, wenn es mit der Überarbeitung losgeht. Auf jeden Fall habe ich mich mit den 40.000 Wörtern, von denen ich Anfang des Monats noch dachte, dass ich sie bis zum Ende etwa brauchen würde, ordentlich verschätzt. Letzte Woche schrieb ich also von Dienstag bis Donnerstag 8.587 Wörter und konnte den Freitag nutzen, um mich auszuruhen und den Kopf für das nächste Projekt freizumachen.

Das Camp NaNo beende ich also auch mit 26.956 Wörtern. Da es nicht so streng ist und ich mit meinem Ziel lediglich das Ende des Romans in greifbare Nähe bringen wollte, habe ich ihn tatsächlich gewonnen. Ein netter Nebenerfolg. Das erreichte Ende zählt für mich natürlich mehr.

Mit der Leistung liege ich bereits bei 131 % meines Monatssolls. Ich erarbeite mir da gerade einen hübschen Puffer für den Sommer. Da will mein Mann drei Wochen Urlaub machen und ich kann dann einfach nicht so viel schreiben. Die Zeit ist auch viel besser in gemeinsam verbrachter Zeit investiert, sodass ich dann wohl auch Urlaub machen werde.

Mein Jahressoll ist jetzt zu 39 % erfüllt. Wahnsinn! Im Mai werde ich schon die Hälfte haben.

Camp NaNoWriMo April 2022 – Teil 3

Vorletzte Woche hatte ich rund 8.000 Wörter. Letzte Woche und trotz Feiertag waren es schon 9.257 Wörter. Ich ziehe das Tempo an. Teilweise, um die Feiertage zu kompensieren, vor allem aber, um meinen Roman zu beenden. Aktuell befinde ich mich etwa in der Mitte des neunten Kapitels. Noch rund anderthalb Kapitel und ich bin fertig. Nachdem ich letzten Monat erst meinen NaNo-Roman beendet habe, bin ich jetzt ganz erpicht darauf, auch meinen Weihnachtsroman fertigzustellen. Zweimal Ende unter zwei Romanen innerhalb von zwei Monaten – das klingt nicht nur toll und enthält gleich mehrfach meine Lieblingszahl, es wäre für mich auch ein großes Erfolgserlebnis.

Was sagt die Monatsbilanz? 89,5 % meines normalen Ziels sind erreicht. Jetzt habe ich noch neun Arbeitstage, um aus 18.369 Wörtern 30.000 oder gar 40.000 Wörter zu machen. Die 30.000 schaffe ich auf jeden Fall. Die 40.000 werden sportlich und es ist ja noch fraglich, ob ich überhaupt noch so viel bis zum Ende des Weihnachtsromans brauche.

Die Jahresbilanz zeigt 36 % an. Das sind 3,3 % mehr als letzte Woche. Gut, dass ich das mal nachgelesen habe. Das ist mehr, als ich dachte. Ich bin sprachlos. Dieses Jahr läuft wirklich gut.

Camp NaNoWriMo April 2022 – Teil 2

Letzte Woche habe ich 7.979 Wörter an meinem Weihnachtsroman geschrieben. Es verläuft zäh. Das ist wenig überraschend, da es auch letztes Jahr vorm NaNo so war. Die Pause mit meinem NaNo-Roman konnte daran nichts ändern. Das deutet darauf hin, dass etwas an meinem Weihnachtsroman nicht stimmt. Irgendetwas stört mich, ist aber nicht greifbar für mich. Ich kann nur Vermutungen aussprechen. Zum Einen weiß ich, dass ich in einem Kapitel drastisch werde kürzen müssen. Ich mag die Stelle zwar sehr, während der die Senioren meiner Hauptfigur zeigen, wo und wie sie leben, aber es bringt den Roman kein Stück voran. Das war eine Szene, die nur für mich wichtig ist und ohne die der Roman gut leben kann. Zum Anderen bin ich wohl nicht mit der Sprache des Romans zufrieden. Sie wirkt sehr steif auf mich. Das passt zwar zum Setting, aber ich finde, dass meine Hauptfigur sich stärker davon abheben muss, damit der Roman generell besser wirkt. Daran werde ich während der Überarbeitung feilen müssen, sollten meine Alphaleser derselben Meinung sein.

Für den Monat habe ich bereits 44,4 % meines Solls erfüllt. Es geht verdammt schnell voran, aber das brauche ich auch gerade als Motivation, um mich von dem kaugummiartigen Schreiben nicht abschrecken zu lassen. Ziel ist es ja, diesen Monat 30.000 Wörter zu schreiben. Dafür werde ich mich noch einmal ordentlich bemühen müssen. Mit rund 8.000 Wörtern für sechs Arbeitstage werde ich sonst mein Ziel nicht erreichen. Zudem juckt es mir in den Fingern, den Weihnachtsroman noch diesen Monat zu beenden, um das Trauerspiel hinter mich zu bringen und mich wieder angenehmeren Projekten zuwenden zu können. Mein Durchschnittssoll für April wird also explodieren, wenn alles so kommt, wie ich es mir wünsche, da ich damit rechne, dass ich diesen Monat dann effektiv 40.000 Wörter schreiben müsste.

Für das Jahr habe ich bereits 32,7 % geschafft. Demnach müsste ich mein Jahresziel rechtzeitig erreichen, erst recht, wenn ich jetzt im April so viel schreiben sollte, wie ich gerne würde.

NaNoWriMo – Tag 25

Geschafft!!! Aktuell liege ich bei 50.085 Wörtern. Endlich! Damit habe ich nicht gerechnet, wobei es eigentlich klar war, dass ich heute nicht aufhöre, ehe ich die 50.000 im Dokument stehen habe. Das Zertifikat, das mich als Gewinnerin des NaNoWriMos auszeichnet, habe ich mir verdient. Ich habe täglich geschrieben, immer mehr als das Minimum von 1.667 Wörtern, und mich von nichts abhalten lassen, mein Ziel zu erreichen – deutlich vor dem 30. November 2021 fertigzuwerden. Ich wäre gerne noch viel früher über die Ziellinie gekommen, aber das überstieg einfach meine aktuellen Grenzen. Ich bin trotzdem stolz.

Wir befinden uns jetzt etwa in der Mitte der Geschichte. Ich werde nicht mehr täglich darüber informieren, was passiert ist, sondern nur noch einmal wöchentlich. Ich freue mich bereits darauf, wieder andere Inhalte mit dir zu teilen. Da wartet zum Beispiel der Leserückblick zweier ganz toller Bücher auf dich. Aber heute erfährst du noch ganz regulär, was ich geschrieben habe.

Nalin wird bei einer Zeremonie zur Hofmagierin ernannt und erhält vom König einen Ring, in den eine Krone eingraviert ist. Er soll ihr zu jeder Zeit Hilfe durch ihre Mitmenschen, egal ob einfache Bürger oder Adlige, zusichern.

Die Zwillinge belauschen eine Ratssitzung, bei der es um die erhöhten Abgaben an das Nachbarreich geht, wenn Devara mit Ciner Handel betreiben will. Devara ist vom Salz abhängig, das Ciner aus dem Meer gewinnt. Da ist es bitter, dass Ciner die Hilflosigkeit Devaras ausnutzt. Der König will Vorschläge hören, aber die beste Idee ist die vom Herzog, der natürlich Krieg führen will – Armee sammeln, Truppen ausrüsten, alles im Herbst, und dann einmarschieren und sich vom Winter überraschen lassen. Wir wissen, wie sowas ausgehen kann. Der König will lieber seine Tochter an den Prinzen Ciners verheiraten. Entweder werden daraufhin die Abgaben weggelassen oder Ciner wird zumindest unachtsam, sodass dann ein Überraschungsangriff möglich ist. Die Zwillinge sind entsetzt und laufen zu ihrer Mutter, um sie zu warnen.

Kronprinz Lawin unternimmt mit Nalin einen Ausritt mit anschließendem Picknick. Er zeigt sich mitfühlend und verständnisvoll. Klar, dass Nalin das anschließende Gespräch ernst nimmt.

Im Augenwinkel beobachtete sie Sahan, der durch die Wiese tollte und einen Diamantfalter jagte.
»Da ist noch etwas, über das ich mit dir reden muss.« Er seufzte, ehe er fortfuhr: »Maga, nein, Nalin, ich muss dich vor meinem Onkel warnen. Er nutzt Menschen schamlos zu seinem Vorteil aus. Ich fürchte, dass er etwas ausheckt, bei dem du eine wichtige Rolle spielst. Wenn du erst getan hast, worum er dich gebeten hat, kann nicht einmal ich dich vor der Strafe retten. Lass dir nicht von ihm glauben machen, ihm läge etwas an dir. Ich weiß genau, wie er vorgeht. Es ist immer gleich. Am Ende bezahlen sie alle ihr Vertrauen mit ihrem Leben. Versprich mir, dass du auf dich aufpasst und nicht auf seine Lügen hereinfällst.«
Nalin nickte sprachlos. Sie hatte nicht damit gerechnet, dass sie dem Prinzen bereits so viel bedeutete. Zugleich spürte sie sehr deutlich die Angst vor dem Herzog. Es war offensichtlich, dass sie ihm nicht trauen konnte. Nur so ließ sich die Eindringlichkeit, mit der der Prinz auf sie einredete, erklären.
Der Prinz lächelte erleichtert. »Ich bin froh, dass du mir glaubst. Ich war mir nicht sicher, ob mein Onkel nicht schon Vorkehrungen getroffen hat, um meine Glaubwürdigkeit zu untergraben.« Er ergriff ihre Hände. Sein Blick lag begehrlich auf ihr, sodass sie erschauerte. »Du bist mir sehr wichtig, Nalin, und ich wünschte, dass du ebenso empfindest.«

Ich hoffe, du hattest ebensoviel Spaß dabei, mich bei meinem NaNo zu begleiten, wie ich ihn dabei hatte, dich daran teilnehmen zu lassen. Ich würde mich freuen, wenn du auch weiterhin Nalin bei ihrem Abenteuer folgen würdest.

NaNoWriMo – Tag 24

Oh je, meinen Plan, morgen die 50.000 Wörter zu knacken, kann ich wohl wirklich vergessen. Ich habe nur noch ein geplantes Kapitel vor mir, ehe ich meinen Plot erst einmal in weitere Kapitel aufteilen muss, um zu wissen, wie es genau weitergeht. Da kann ich wohl froh sein, wenn ich morgen mein Soll neben dem Planen weiterer Kapitel schaffe. Ich war wohl Ende Oktober zu optimistisch, dass der Stoff für den November ausreichen würde. Na ja, es ist ärgerlich, weil ich 2.727 vor den 50.000 Wörtern noch einmal planen muss, aber im Hinblick auf den Zeitpuffer, den ich habe, jetzt auch kein Beinbruch. Da gibt es definitiv Schlimmeres. Zum Beispiel Nalins Blauäugigkeit …

In Kapitel 26 entdeckt Nalin noch ein Perlenband, das man sich in die Haare schlingt. Obwohl sie pleite ist, überlässt der Händler ihr das Band und erwartet lediglich, dass sie es bald bezahlen wird. Natürlich kann sie nicht widerstehen. Zum Glück kehrt sie daraufhin auf ihr Zimmer zurück. (Noch mehr Shopping auf Pump hätte ich auch nicht ertragen.) Dort wartet die Leibdienerin der Königin, um Nalin sofort zur Königin zu bringen. Als Nalin erfährt, dass es wieder nur um Beziehungsprobleme geht, verzweifelt sie langsam. Sie hatte von ihrem Leben als Magierin irgendwie schwerwiegendere, wichtigere Aufgaben erwartet. Sie sagt der Königin, dass sie selbst ihr eigenes Gefängnis ist und es bei ihr liegt, durch die offenstehende Tür hinauszugehen. Damit hat sie nicht gesagt, dass die Königin gehen soll, aber immerhin darauf hingewiesen, dass ihr dieser Weg offensteht.

In Kapitel 27 begleiten wir die Prinzessin. Die hat das Gespräch zwischen Nalin und der Königin belauscht und ist entsetzt, dass ihre Mutter einen Bürgerlichen liebt und mit ihm durchbrennen will, aber auch über den Rat von Nalin. Sie hatte selbst darüber nachgedacht, sich von Nalin beraten zu lassen, aber jetzt will sie es lieber bleiben lassen. Stattdessen überlegt sie, was sie mit der Information anfangen will. Soll sie ihre Mutter an ihren Vater verraten? An ihren Onkel? Beide hätten die Macht, ihr die Freiheit zu schenken. Oder soll sie ihre Mutter erpressen, sie mitzunehmen, und sich dann irgendwann abseilen? Sie könnte auch Nalin dazu zwingen, ihr mit Magie zu helfen. Die Prinzessin kommt zu dem Schluss, dass sie noch zu wenig weiß, um sicherzustellen, dass ihr Wunsch im Austausch erfüllt wird.

In Kapitel 28 erfährt Graf Toran davon, dass Nalin zur Hofmagierin ernannt werden soll. Er hält das für einen furchtbaren Fehler und eilt zu ihr.

Er klopfte stürmisch an und wartete. Drinnen hörte er Stoff rascheln, aber die Aufforderung zum Eintreten blieb aus. Schritte erklangen am Ende des Gangs und näherten sich. Hektisch suchte er nach einer Möglichkeit, sich zu verstecken. Es gab keine. Ihm blieb keine Wahl, als unaufgefordert das Zimmer einer Dame zu betreten. Er riss die Tür auf und warf sie hinter sich ins Schloss. Ein unterdrückter Aufschrei veranlasste ihn, sich umzuwenden. Nalin schien sich gerade umzuziehen. Sie trug lediglich ein paar Unterkleider. Beschämt senkte er den Blick.
»Du! Wie kannst du es wagen? Eine solche Dreistigkeit hätte ich nicht einmal dir zugetraut.«
»Ich muss mit dir reden, Maga«, murmelte Toran. »Es ist wichtig.«
»Was kann so wichtig sein, dass du in das Zimmer einer Dame stürmst, die sich gerade ankleidet?«, zischte sie.
»Es ist so wichtig, dass ich mich von meinen Aufgaben davongestohlen habe, um dich zu warnen. Du darfst auf keinen Fall Hofmagierin werden. Es wäre dein Verderben.«
Nalin lachte. »Schau dich um, kleiner Schreiber. Dieses Zimmer ist der pure Luxus. Dennoch werde ich bald noch größere Räume beziehen und mir noch schönere Sachen leisten können, als sie mir der Herzog bisher zur Verfügung stellte. Kann man das wirklich als Verderben bezeichnen?«
Toran schüttelte den Kopf. »Lass dich nicht von solchen Nichtigkeiten blenden. Das alles ist es nicht wert, was der König von dir verlangen wird.«

Nalin hört natürlich nicht auf ihn, obwohl sie mittlerweile an der Rechtschaffenheit des Königs und des Kronprinzen zweifelt. Sie glaubt, als Magierin dazu fähig zu sein, sich selbst zu schützen, und notfalls vertraut sie auf den Herzog, dessen Sohn und ein kleines Bisschen auch auf den Kronprinzen.

Sie ist einfach unbelehrbar.