Mittwoch, Dezember 01, 2021
Bücher

„Irrlichtfeuer“ von Julia Lange

Nachdem ich zunächst die Kurzgeschichte Irrlichtkinder gelesen hatte, die vor Irrlichtfeuer spielt, war ich schon sehr in der Materie drin. Ich war gespannt auf den dazugehörenden Roman und ich muss sagen, dass meine Erwartungen nicht enttäuscht wurden. Im Gegenteil, ich war hocherfreut, die bekannten Figuren, die ich in der Kurzgeschichte in ihrer Kindheit kennengelernt habe, wieder zu treffen und auf ihrem Weg begleiten zu dürfen.

Die Figur Alba hat es mir besonders angetan. Sie ist eine starke junge Frau, die gegen ihren schwachen Körper und die Konventionen in der Oberschicht kämpft und ihren Platz in der Welt sucht. Auch Sora, das mittlerweile erwachsene Irrlichtkind, ist Julia Lange unheimlich gut gelungen. Diese beiden Figuren besitzen so viel Tiefe wie man es manchmal in einem ganzen Roman nicht vorfinden kann, aber es ist nicht so, als würde die Autorin sich damit zufrieden geben. Nein, jede Figur hat ihre Berechtigung, ihre Wünsche und Ziele, die oft im Gegensatz zu dem stehen, was andere wollen. Vor allem die Oberschicht, die Königin und ihr Rat machen es den einfachen Bürgern verdammt schwer. So ist es nicht verwunderlich, dass Politik in diesem Roman eine große Rolle spielt. Dafür, dass mir unsere Politiker in Deutschland oft nur ein müdes Augenrollen abringen können, fand ich diese Geschichte gerade wegen der Tragweite und Wichtigkeit der Politik unheimlich interessant. Wie die Oberschicht die Augen vor der Wut der Bürger verschließt, welche Auswirkungen das auf die Bürger, die Irrlichtkinder und auch die Oberschicht hat … Kaum zu glauben, dass es auch eine spannende Politik gibt, auch wenn mir diese ebenfalls oft ein Augenrollen abrang, weil sie so realistisch dargestellt wird, als hätte Julia Lange sich das ein oder andere bei unseren Politikern abgeschaut. 😀

Mein Fazit? Wow! Ich habe dieses Buch verschlungen. Wenn ich nicht lesen konnte, waren meine Gedanken bei Alba und Sora. Ich war fast schon enttäuscht, als der Roman endete, auch wenn mir klar war, dass es keine unendliche Geschichte sein kann. Ich habe das Buch vor etwa einer Woche beendet und heute Nacht träumte ich von den Figuren aus dem Buch. Es hat einen bleibenden Eindruck in mir hinterlassen und ich danke Julia Lange für diesen tollen Roman, dem ich so schöne Stunden zu verdanken habe.

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