Kategorie: Projektübersicht

Schreibupdate – 30.09.2020

Ich würde gerne sagen, dass ich in der vergangenen Woche viel gearbeitet habe, aber das wäre gelogen. Ich komme faktisch auf knapp siebeneinhalb Stunden. Dabei fühlt sich das erst einmal nach so viel an, wenn ich mittendrin stecke oder endlich aufhören „darf“, weil mein Mann nach Hause kommt und ich mich dann nicht mehr auf die Arbeit konzentrieren kann. Mir ist da ein wenig zum Heulen zumute, weil ich bei der wöchentlichen Arbeitszeit einfach nicht so schnell voran komme, wie ich es gerne hätte. Wechseln wir das Thema. Ich erzähle lieber, was ich wenigstens geschafft habe. Das ist nicht so demotivierend. 😉

Ich habe fast vier Stunden an Drachenherz gearbeitet. Die Szene, die ich in Kapitel eins einfügen wollte, ist beendet und ich bin jetzt irgendwo am Anfang von Kapitel zwei. Außerdem arbeitete ich rund dreieinhalb Stunden an meinem Kurzroman zur Hexenmeister Jakob Wolff-Serie – die letzten Änderungen vor der Veröffentlichung. Ich muss meinen Epilog umschreiben. Er war zwar gut, aber es hätte niemand verstanden, weshalb er wichtig ist. Die neue Version verdeutlicht das eher, wobei es ein Easteregg für Schlaumeier ist. 😄 Ich hoffe, dass ich mit der Arbeit diese Woche fertig werde. Ich habe noch so viel zu tun!

Das ist auch das, was mich im Moment am meisten umtreibt. Ich kann die Vereinbarung mit meinem Mann, jährlich einen Roman an die Verlage zu schicken, dieses Jahr aller Wahrscheinlichkeit nach nicht erfüllen. Dazu steht mir bei der Überarbeitung von Drachenherz noch zu viel bevor und ich werde den Roman auch noch einmal an Testleser geben müssen, weil ich so viel einfügen muss. Da brauche ich Rückmeldung, ob das alles so passt. Die Kommentare muss ich sichten und ggf. den Text entsprechend bearbeiten. Da kommt einiges auf mich zu, das ich unmöglich in drei Monaten schaffen kann.

Nun passt es mir natürlich überhaupt nicht, dass ich laut meiner Hochrechnung bis in die 21. Kalenderwoche des kommenden Jahres an Drachenherz sitzen soll. Ein paar Wochen über dem vereinbarten Termin ist eine Sache, aber fast ein halbes Jahr? Das geht mir gegen den Strich, zumal die Hochrechnung lediglich eine Annäherung ist. Es ist gut möglich, dass ich länger brauchen werde. Deshalb suchte ich gestern nach Möglichkeiten, wie ich mein Arbeitspensum steigern kann. Ich muss länger arbeiten, das liegt auf der Hand. Aber ich arbeite bereits so lange wie möglich. Wenn mein Mann erst zuhause ist, kann ich mich nicht mehr aufs Schreiben und Überarbeiten konzentrieren und ich möchte ja auch Zeit mit ihm verbringen und ihm nicht das Gefühl vermitteln, er sei zuhause unerwünscht. Diese Botschaft wäre vollkommen falsch, da ich mich freue, wenn er da ist.

Meine Freizeitaktivitäten gehen Richtung Null oder lege ich bewusst auf die Zeit, wenn mein Mann zuhause ist. Da kann ich keine Zeit einsparen. Ebenso beim Haushalt, den ich zwar vormittags erledige, zu dem ich nachmittags aber auch einfach keine Lust mehr hätte. Bringt ja nichts, wenn ich die halbe bis ganze Stunde nach hinten schiebe und dann schwänze. Dann will ich ganz schnell nicht mehr in meinem eigenen Haus leben. Nein, sauber soll es schon sein. Bleibt nur noch die Schlafenszeit, an der ich knappsen kann. Das war bisher ein absolutes Tabuthema, weil für mich feststand, dass ich meine neun Stunden Schlaf brauche. Jetzt will ich es doch versuchen und morgens um fünf Uhr mit meinem Mann aufstehen. Das sind immerhin zwei Stunden mehr Zeit. Da kann ich einiges erledigen.

Heute war der erste Tag, an dem ich meinen Plan umgesetzt habe. Ich habe gemütlich im Bett ein wenig mit dem Handy gespielt und meine Französischlektionen mit meiner Sprachapp durchexerziert, während mein Mann sich für die Arbeit fertigmachte. Da der Stress somit fehlte, war ich gar nicht so morgengrummelig und für die Sonne im Bauch kochte ich mir einen schwarzen Tee zur Belohnung. Ich finde, so kann man auch früh morgens ganz gut aus dem Bett kommen. Ich bin gespannt, ob ich das durchhalten kann. Der Montag nach der Mittagsschicht wird wohl übel, aber der kommt ja nur alle drei Wochen. Da muss ich einfach auf die Zähne beißen und positiv denken. Ich mache das immerhin für mich. Und wenn ich merken sollte, dass die Umstellung mir nicht guttut, kann ich immer noch die Umstellung abbrechen. Dann habe ich es aber wenigstens versucht.

Schreibupdate – 23.09.2020

In der vergangenen Woche ging es turbulent zu. Termine, Termine, Termine. Ein Wunder, dass ich es zwischendurch geschafft habe, mich an mein Projekt zu setzen. Entsprechend komme ich auch nur auf knapp drei Stunden Arbeitszeit. Es fühlt sich furchtbar an, das zu schreiben. Drei Stunden! An einem guten Tag schaffe ich das auf einmal. Aber ich konnte es mir nicht wirklich aussuchen. Manchmal gibt es solche Wochen und die Termine waren wichtig.

Trotzdem bin ich auch ein kleines bisschen stolz. Nicht auf die drei Stunden Arbeit, aber auf das, was ich seit Beginn der Überarbeitung geschafft habe. Es fehlen noch dreieinhalb Seiten des ersten Kapitels, dann geht es mit Kapitel 2 weiter. Das ist für mich besonders, weil das 1. Kapitel aktuell 44 Seiten lang und durch die Überarbeitung um gute 5.000 Worte angewachsen ist. Als ich 2018 den Roman plante, war ich unsicher, ob meine Idee genug Stoff für ein ungefähr 300 Seiten langes Buch liefern würde. Die User eines Schreibforums, in dem ich Mitglied bin, beruhigten mich. Eine Userin meinte damals sogar, dass ich je nach Herangehensweise genug Stoff für einen Zweiteiler hätte. Das war für mich damals so unrealistisch. Ich und ein Zweiteiler? Ich war doch froh, wenn ich ein „ordentliches“ Buch zustandebrächte. Ich setzte mir also rund 80.000 Worte für das gesamte Manuskript zum Ziel. Genug für ein „ordentliches“ Buch. Ich beendete es mit über 75.000 Worten, dachte mir damals aber schon, dass ich an manchen Stellen ausschmücken müsste, sodass ich mein Ziel sicher erreichen würde. Ich hätte damals nie gedacht, dass ich die fehlenden Worte schon im ersten Kapitel zusammenbekäme. Ich wusste zwar damals schon, dass ich zu minimalistisch schreibe, aber dass es in Romanen so „schlimm“ ist … Und damit ist es ja nicht erledigt. In Kapitel 1 habe ich nur eine einzelne Szene eingefügt. Ich weiß, dass ich in späteren Kapiteln viel mehr werde einfügen müssen.

Irgendwie freue ich mich schon darauf, obwohl ich innerlich mit den Füßen scharre und das Manuskript gerne bald an die Verlage schicken würde. Das passt nicht mit der Notwendigkeit neuer Szenen, die ich ja erst schreiben muss, überein. Aber genau so kenne ich mich. Meine Ungeduld und mein Perfektionismus stehen sich häufig gegenseitig im Weg. Vielleicht ist das auch gut so. Mal gewinnt der Perfektionismus, wie z. B. aktuell bei der Überarbeitung, und manchmal gewinnt die Ungeduld, sodass ich mich nicht in meinem Perfektionismus verliere. Ich zähle auf meine Ungeduld, dass sie mich zur rechten Zeit dazu bringt, mein Manuskript loszulassen.

Und jetzt … wird natürlich weitergearbeitet! Heute bin ich früh dran und nichts soll mich davon abhalten, konzentriert zu arbeiten. Ich will heute das 2. Kapitel beginnen!

Schreibupdate – 16.09.2020

In der vergangenen Woche habe ich wieder nur knapp fünf Stunden überarbeitet, weil mir die Motivation fehlte, dafür aber sehr intensiv. Ich bin näher an meine Hauptfigur gerückt, habe seine Gefühle durchleuchtet und entsprechend einiges hinzufügen können. Aktuell schreibe ich an einer Szene, die bisher gar nicht existiert hat, weil ich wie im Zeitraffer nur die relevanten Handlungen beschrieb und ansonsten nur andeutete, was dazwischen passiert war. Was in dieser Szene wohl alles passieren wird? Auf jeden Fall mehr als nur das Pflügen eines Feldes!

Im Moment befinde ich mich auf Normseite 26 (abzüglich des Inhaltsverzeichnisses auf Seite 1) von ursprünglich 306. Durch die Ergänzungen ist das Manuskript mittlerweile auf 314 Normseiten angewachsen. Wenn ich betrachte, dass ich in der ursprünglichen Version erst auf Seite 20 wäre, entspricht das je nach Rechenweise einem Viertel, das ich jetzt mehr habe als zuvor. Wenn ich weiterhin so viel ergänze, erreiche ich womöglich wirklich die 400er Marke.

Auf der einen Seite würde ich mich über die hohe Seitenzahl freuen, allerdings bin ich unsicher, ob mein Roman sie wirklich braucht. Ich werde es erst wissen, wenn ich diesen Überarbeitungsdurchlauf beendet habe. Das wird noch eine ganze Weile dauern und ich finde das furchtbar, weil ich nicht gerne warte. Außerdem rückt der NaNoWriMo näher und obwohl ich nicht mehr daran teilnehmen wollte, ruft er nach mir und verlangt, dass ich meinen Weihnachtsroman schreiben soll. Ich versuche, die Ohren davor zu verschließen. Auch, weil ich meine Prinzipien habe. Bevor ich nicht die Überarbeitung dieses Romans und der Kurzgeschichte, die ich bis Ende November einreichen muss, erledigt habe, will ich kein neues Projekt beginnen. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass ich mehr Zeit in die Überarbeitung stecken muss, wenn ich vielleicht doch beim NaNo mitmachen will. Es überrascht mich, aber diese Aussicht motiviert mich unheimlich, obwohl ich der Meinung bin, dass ich das Arbeitspensum unmöglich durchhalten kann. Vielleicht überrasche ich mich ja selbst, indem ich das Pensum eben doch schaffe?

Schreibupdate – 21.08.2020

Seit dem letzten Schreibupdate habe ich knapp neun Stunden überarbeitet. Das ist nicht viel, zumal ich auch nicht geschrieben habe. Ich kann mich nur mit der Hitze und meiner generellen Abneigung gegen das Überarbeiten herausreden. Es zieht sich wie ein alter Kaugummi.

Meine Geschichte für die Ausschreibung Grenzen – Ende oder Anfang? ist eigentlich fertig. Ich schreibe eigentlich, weil eine diffuse Unsicherheit mich plagt. Ich habe sie ausführlich überarbeitet. Du erinnerst dich sicher, dass ich für diese Geschichte mehr Überarbeitungsdurchläufe gemacht habe, als ich es sonst tue, weil es bei diesem Wettbewerb nur einen Sieger geben kann und ich das so unheimlich gerne wäre. Mein Mann las sie letztes Wochenende und hatte auch nur an zwei Absätzen zu mäkeln, dass ich ihm da nur Tatsachen um die Ohren haue und ihm verschlossen bleibt, was meine Figuren dabei fühlen. Mein übliches Problem also, das ich im Rest der Kurzgeschichte gut gelöst hatte. Ich setzte mich also noch einmal speziell an diese beiden Absätze und bin der Meinung, dass ich es nicht mehr besser hinkriege. Trotzdem empfinde ich diese Unsicherheit. Will ich die Geschichte nicht loslassen? Könnte ich es vielleicht doch noch besser? Ist das jetzt der Druck, weil ich das Preisgeld für ein neues, noch geheimes Projekt gut gebrauchen könnte? Ich bin zwiegespalten. Auf der einen Seite will ich die Geschichte abschicken, auf der anderen – ungern – noch einmal überarbeiten. Ob sich das Gefühl legt, wenn ich mir die Kurzgeschichte noch einmal durchlese? Ich habe nicht mehr viel Zeit. Abgabefrist ist der 31. August. Hier stehe ich vor einem Problem, das ich eher selten habe, aber normalerweise steht für mich auch nicht so viel auf dem Spiel.

Auch an meiner Geschichte für die Ausschreibung Fantastische Welten 2020 habe ich mit der ernsthaften Überarbeitung begonnen, nachdem ich die bereits vorhandene Geschichte in eine neue Umgebung umgetopft habe. Sie war anschließend zu lang. Noch ein Problem, das mir eher selten unterkommt. Also fing ich an, zu kürzen. Aktuell habe ich 207 Worte Luft bis zum Maximum. Ob das reicht, um die Kurzgeschichte auszuschmücken, sodass potenzielle Leser nicht mehr das Gefühl haben, eine Fantasydissertation zu lesen? Ich bin skeptisch. Ich habe bereits mit dem Ausschmücken begonnen und das erste Drittel der Geschichte durch, wobei das nicht heißen soll, dass die jetzt perfekt ist. Daran zweifle ich doch stark. Es bleiben also noch ungefähr dreieinhalb Seiten. Wie können da 207 Wort ausreichen? Ich bin leicht verzweifelt, aber hier habe ich wenigstens bis zum 30. November Zeit, um das Problem zu lösen. Ich werde auch ganz sicher eine Lösung finden. Ich stehe aktuell nur mächtig auf dem Schlauch. 🤪

Vorgestern begann ich eine Aufgabe, mit der ich mich noch nie befassen musste. Eine Danksagung zu schreiben. Himmel, das ist immer noch so unrealistisch für mich! Mir treten oft die Tränen in die Augen, wenn ich die Danksagungen in den Büchern anderer Autoren lese, weil mich ihre Dankbarkeit ergreift. Ich hätte nie gedacht, dass ich irgendwann selbst eine schreibe und dabei so richtig heule. Aber es ist nur logisch. Ich habe über Gefühle gesprochen, über die ich sonst vermeide, auch nur nachzudenken. Natürlich musste mich das emotional überfordern. Am liebsten hätte ich den Text direkt an den Verlag geschickt. Weg, Augen davor und der damit verbundenen Überforderung verschließen, alles vergessen. Aber ich bin nun einmal gewöhnt, dass ich wichtige Texte noch etwas liegenlasse, damit ich Dinge, die mir erst später einfallen, noch einfügen kann. Manchmal fällt mir im Nachhinein auch eine bessere Formulierung ein, die verständlicher und einfacher ausdrückt, was ich sagen will. Dann bin ich froh, wenn ich das noch anpassen kann. Heute bin ich mit meinen Gefühlen wieder im Einklang. Es war im ersten Moment zwar verwirrend für mich, aber es ist eine Erfahrung, die ich nicht hergeben will. Und natürlich ist mir heute Morgen eine Ergänzung eingefallen, die ich gleich einfügen werde. Ich behalte diese Danksagung ungern noch ein paar Tage für mich, aber es ist besser so.

Nun hatte ich während des Schreibens dieses Artikels eine ganz verrückte Idee. Mir hat es effektiv gutgetan, die Danksagung zu schreiben. Ich spreche eben viel zu selten wirklich über meine Gefühle, deute sie oft höchstens an und lasse meine Mitmenschen interpretieren. Ich frage mich, ob es noch mehr Menschen so geht. Würdest du an einem Experiment teilnehmen wollen? Du musst mir das Ergebnis nicht mitteilen. Es ist ein Test für dich selbst. Schreibe deine eigene Danksagung. Man muss keinen Roman veröffentlichen, um eine Danksagung schreiben zu dürfen. Überlege, wem du dankbar bist. Wer hat dich geprägt? Da können auch Handlungen von Personen, die dir zunächst geschadet haben, eine letztlich positive Rolle spielen. Sollte man diesen Personen nicht auch dankbar sein? Wichtig ist, dass du nicht nur eine Liste mit Namen erstellst, sondern dazuschreibst, warum du ihnen dankbar bist. Schreibe eine kleine Anekdote dazu, damit es jeder verstehen kann, auch wenn du deine Danksagung vielleicht anschließend direkt verbrennst oder wieder von der Festplatte löschst. Spreche die Personen in deiner Danksagung direkt an, so als stünden sie vor dir und du würdest mit ihnen reden. Das macht es plastischer. Vielleicht willst du anschließend jemandem etwas mitteilen? Ich denke, wir zeigen zu selten unsere Dankbarkeit oder speisen unsere Menschen mit einem automatisch dahergeredeten Danke ab. Dein Gegenüber würde es freuen, aber auch, wenn du die Erfahrung für dich behälst, wirst du definitiv anschließend um einige Erkenntnisse reicher sein.

Schreibupdate – 12.08.2020

In den vergangenen zwei Wochen kam ich nur langsam voran. Die Hitze! 🥴 Es fällt mir schwer, mich zu konzentrieren, während mein Gehirn im eigenen Saft kocht. Ich komme auf nicht einmal fünf Stunden Arbeit insgesamt, wobei es wohl auch kontraproduktiv ist, bei diesen Temperaturen zu überarbeiten, was enorm viel Konzentration erfordert. Aber es geht nicht anders. Der nächste Abgabetermin ist schon Ende des Monats und die dafür geschriebene Geschichte ist noch nicht komplett rund.

Dabei handelt es sich um die Kurzgeschichte für die Ausschreibung Grenzen – Ende oder Anfang? Sie ist geschrieben, aber ich bin schon im zweiten Überarbeitungsdurchgang, weil ich einfach nicht zufrieden bin. Die Geschichte braucht mehr Emotionen, Gedanken und Bilder, weil mein gewähltes Thema sonst nicht gut genug funktioniert. Sobald ich entsprechend ausschmücke, überschreite ich die maximale Zeichenzahl, nur um an anderer Stelle etwas wegzunehmen, damit es wieder passt. Die Arbeit gleicht einem Puzzle, bei dem ich abwäge, worauf ich verzichten kann, damit ich die anderen, wichtigen Dinge ausbauen kann. Ich werde mir auf jeden Fall noch einen dritten Durchgang für die Überarbeitung gönnen und hoffe, dass ich dann zufrieden bin.

Normalerweise fallen mir die Kurzgeschichten leichter, sodass sie nicht so viel Nacharbeit erfordern, aber hier … Ich glaube, mein Perfektionismus meldet sich gerade sehr stark zu Wort, weil es hier nicht um eine Anthologie geht, bei der ich nur einen von fünfzehn bis dreißig Plätzen im Buch ergattern muss. Es ist eben ein Wettbewerb, bei dem die Siegergeschichte gewählt wird und man 100 Euro gewinnen kann. Diese kleine Finanzspritze kann jeder kleinere Autor gut gebrauchen, sodass die Konkurrenz noch härter ist als sonst. Aber: Umso mehr kann sich der Gewinner am Ende über seinen Sieg freuen. Es ist zugleich wie eine Auszeichnung für sein Handwerk. Würde mir dieses Kunststück gelingen, würde ein kleiner Traum für mich wahrwerden. 🤩

Schreibupdate – 29.07.2020

Die beiden Kurzgeschichten für die Ausschreibungen Grenzen – Ende oder Anfang? und The S-Files: Die Succubus Akten sind geschrieben. Zufällig stolperte ich über die Ausschreibung Fantastische Welten 2020, in der es um Fabelwesen gehen soll. Da habe ich doch ein paar Geschichten mit Fabelwesen, die ich entweder aus überschäumender  Kreativität oder wegen Absagen noch nicht veröffentlichen konnte. Muss doch schnell und einfach gehen. Dachte ich!

Ich hatte vier Kurzgeschichten zur Auswahl, in denen Feen, Phönixe, Kelpies und Einhörner vorkamen. Eine ist eher etwas für Kinder. Eine weitere ist so kurz, dass ich ordentlich ausschmücken müsste, um die Mindestwortzahl zu erreichen. Eine weitere liebe ich so sehr, dass ich sogar schon überlegt hatte, die Figuren für einen Roman und die Kurzgeschichte als Einstieg zu verwenden. Letztlich blieb die Geschichte mit dem Phönix übrig.

Ich hatte sie für The P-Files: Die Phönix Akten geschrieben und zusätzlich zu meiner darin erschienenen Kurzgeschichte eingesandt. Ich war damals sehr überrascht, dass die andere Geschichte genommen wurde, weil ich die abgesagte Geschichte viel besser fand. Sie war so erhaben und viel origineller. Dachte ich!

Als ich mich letzten Freitag hinsetzte, um die Kurzgeschichte zu lesen und ggf. ein wenig zu überarbeiten, damit sie auf meinem aktuellen Wissens- und Fertigkeitenstand ist, wenn ich sie einschickte, hatte ich generell keinen so motivierten Tag. Ich starrte über fünfzehn Minuten auf den ersten Absatz und konnte kein Gefühl darin entdecken. Ich wusste genau, welche ich beim Schreiben mit den ersten Sätzen hatte erzeugen wollen, aber sie waren nicht da. Ich gab für den Tag auf und versuchte es am Montag wieder. Furchtbar. Grausam. Nach einigem Überlegen erstellte ich eine Kopie der Geschichte und löschte darin die ersten drei Absätze, weil sie nichts bewirkten. Danach starrte ich die nächsten Sätze an und verzweifelte wieder. Wie hatte das damals nur das Nonplusultra für mich sein können? Ich beschloss, eine Nacht darüber zu schlafen, war mir aber ziemlich sicher, dass ich die Geschichte würde neuschreiben müssen.

Seit Dienstag schreibe ich die Kurzgeschichte neu. Es gibt einen völlig neuen Anfang und auch die Art und Weise, wie mein Phönix rüberkommt, ist eine andere. Wo er in der Ursprungsversion erhaben ist, ist er jetzt allein mit dieser Meinung. Nun hangele ich mich durch die ursprüngliche Geschichte, übernehme Passagen oder nehme sie auch nur als Info, was als nächstes kommt, und ich hoffe, dass die Geschichte nun besser wird.

Das mag recht verzweifelt klingen. Tatsächlich ziehe ich meine Lehre daraus. Keine vier Jahre später erkenne ich schon beim Lesen der ersten Sätze, wieso die Geschichte beim Verlag keinen Anklang fand. Sie war einfach viel zu trocken. Die Story an sich ist gut, aber sie hätte viel zu viel Arbeit beim Lektorat benötigt. Wozu soll man sich den Aufwand aufbürden, wenn es genügend gute Geschichten zur Auswahl gab? Aus dieser Erkenntnis ziehe ich eine weitere Lehre. Ich bin in den vergangenen vier Jahren deutlich besser geworden. Ich habe einen Stil entwickelt und beherrsche mein Handwerk sicherer als damals. Jetzt muss es sich zeigen, ob es genügt, die Kurzgeschichte zu retten. Ich fände es schön, wenn es mir gelänge und ich sie in der Anthologie sehen würde. Es wäre der passende Abschluss einer Lernphase, die doch nie endet.

Schreibupdate – 20.07.2020

Durch die zwei Wochen Sommerurlaub bin ich bei meinen Projekten nicht so schnell vorangekommen, wie ich es ursprünglich geplant hatte. Ich habe erst Mitte des Monats begonnen, die Kurzgeschichte zur Ausschreibung Grenzen – Ende oder Anfang? zu schreiben. Mittlerweile ist sie 2.731 Worte lang und es fehlt noch die Schlussszene. Da der Einsendeschluss der 31. August ist, habe ich noch genug Zeit. Ich bin fast sicher, dass ich diese Geschichte noch heute beenden werde.

Anschließend will ich die Kurzgeschichte für The S-Files: Die Succubus Akten schreiben. Es juckt mir schon in den Fingern, dieses Thema anzugehen. Dabei war es ursprünglich so gar nicht mein Wunschthema. Aber das war es auch nicht bei The A-Files: Die Amazonen Akten, und letztlich mag ich meine darin erschienene Kurzgeschichte. Als Autor muss man eben manchmal die selbstgesteckte Komfortzone verlassen. Dann lernt man auch etwas dazu.

So erging es mir mit der Ausschreibung Das Dampfbein schwingen. Steampunk, mit dem ich noch so gar nicht vertraut war. Gestern kam die erwartete Absage, aber die war so nett geschrieben! Danach tat es mir leid, dass es nicht geklappt hat, weil ich wirklich gerne mit dieser warmherzigen Verlegerin arbeiten würde. Umso mehr freue ich mich für diejenigen aus meinem Bekanntenkreis, die es in die Anthologie geschafft haben. Es sind nicht wenige und ich fühle mich von ihnen aufs Beste vertreten. Damit bin ich sehr zufrieden und ich bin auf die nächste Ausschreibung vom Verlag ohne Ohren gespannt. Die aktuell noch laufende sagt mir nicht zu, aber irgendwann werde ich ganz sicher wieder an einer teilnehmen und ich hoffe, dass ich dann eine bessere Geschichte abgeben kann.

Schreibupdate – 22.06.2022

Seit letzter Woche ist mein Fortschrittsbalken um 10% nach rechts gewandert. Das entspricht genau neun Stunden Arbeit. Obwohl mein roter Faden für die Geschichte prinzipiell steht, entdecke ich immer noch Neues. Zum Beispiel soll es ein paar Dates geben. Normalerweise würde ich einfach an den Stellen meines roten Fadens Date 1, Date 2 etc. schreiben und mir beim Schreibprozess, wenn ich an diese Punkte gelange, überlegen, wie diese Dates aussehen. Da ich keine große Romantikerin bin, muss ich mir jedoch schon vorab Gedanken machen, zumal meine Geschichte im Spätherbst und zum Winteranfang spielt, sodass ich auch das Wetter dabei im Auge behalten muss. Eine romantische Fahrt auf der Saar wäre toll, fällt allerdings wegen des Fahrplans, der sich eher auf die schönen Monate konzentriert, leider flach. Für das Minigolf-Date habe ich eine Möglichkeit gefunden, auch wenn ich die beiden Figuren viel lieber im Freien hätte spielen lassen. Andererseits … So komme ich vielleicht aus Recherchegründen (!) zu einem Minigolfspiel mit meinem Mann in diese sehr ausgefallene Minigolfanlage … 😁 Wenn ich fertig bin, kann man meinen Roman vielleicht sogar ein bisschen als Saarlandreiseführer nutzen. Zu schade, dass ich aufgrund der zeitlichen Einschränkung meines Romans nicht auf alles eingehen kann. Das Saarland hat einiges zu bieten.

Schreibupdate – 15.06.2020

Seit zwei Wochen plane ich wieder fleißig an meinem Weihnachtsprojekt, insgesamt nur elf Stunden wegen der vielen Feier- und Brückentage. Mein Fortschritt ist um 19% angewachsen, wobei ich langsam glaube, dass ich mit der Zeit, die ich zum Planen brauche, zu pessimistisch war. Ich nähere mich jedenfalls mit riesigen Schritten dem Moment, wo es kein Halten mehr gibt und ich meine Geschichte einfach erzählen – also tippen – darf.

Mittlerweile sind alle Figurenblätter bis auf eines ausgefüllt und von den bestehenden Figuren hat jede einen interessanten Hintergrund. Da einige alte Leute in meiner Geschichte vorkommen, musste ich mich mit dem Leben zum Ende des zweiten Weltkriegs und der Nachkriegszeit sowie den Frauenrechten und ihrer Entstehung auseinandersetzen. Früher fand ich es furchtbar, wenn mein Vater mal wieder auf arte schaltete und dort eine Reportage über den zweiten Weltkrieg lief. Als Teenagerin fand ich das Thema langweilig, auch wenn ich damals schon der Meinung war, dass man ungefähr wissen sollte, was passiert war, damit sich die Geschichte nicht wiederholt. Heute ist es für mich ganz normal, dass ich mich auf eine Stelle bewerbe und den Arbeitsvertrag unterschreibe, wenn das Unternehmen mir gefällt. Mir war klar, dass Frauen früher eine Erlaubnis vom Vater oder Ehemann dazu brauchten, aber nicht, dass diese Zeit noch gar nicht so lange her ist. Kaum zu glauben, aber ich fand meinen Ausflug in die Vergangenheit unheimlich spannend. Für mich ein Grund, mich wirklich mal mit einem umfassenden Geschichtsbuch zu beschäftigen – nicht nur über die deutsche Geschichte, sondern über die der gesamten Welt. Ich bin mir sicher, dass nicht nur mein Allgemeinwissen davon profitieren wird, sondern auch meine Geschichten.

Auch die grobe Geschichte steht, was bedeutet, dass zugleich auch eine Rohversion des Exposés fertig ist. Das ging jetzt recht fix, aber ich liebe es auch, meine Geschichten aufzubauen. Mittlerweile weiß ich, dass sie aus der Sicht von vier Figuren erzählt werden wird, und ich freue mich schon darauf, jeder dieser Figuren ihre eigene Erzählstimme zu verleihen. Sie sind so unterschiedlich und ihre Ansichten werden die Geschichte noch zusätzlich anheizen.

Noch darf ich nicht anfangen. Immerhin fehlt mir der Weihnachtsmann persönlich noch in meiner Figurendatenbank. Nicht zu fassen, dass ich den immer wieder vergesse! Dabei gehört er zu den wichtigen Figuren, ist einer der Perspektivträger und hat eine Menge zu erzählen. Außerdem muss ich mir Gedanken machen, wie es am Nordpol aussieht und welche wichtigen Gegenstände es dort geben könnte. Es genügt mir nicht, dass Fabelwesen wie Weihnachtselfen, Engel und der Weihnachtsmann in meiner Geschichte vorkommen. Da muss noch mehr Magie und vor allem Weihnachtsstimmung rein, damit meine Geschichte irgendwann die Leser auf magische Weise einfängt und sie mit Vorfreude auf Weihnachten unter dem Tannenbaum absetzen kann. Am besten mit einem schmachtenden Seufzen auf den Lippen.

Schreibupdate – 27.05.2020

Fast fertig! Es fehlen noch 21 Seiten, die ich auf Herz und Nieren prüfen will, ehe ich das Manuskript wieder an den Verlag zurückschicken kann. Heute habe ich innerhalb von anderthalb Stunden 30 Seiten überprüft. Deshalb bin ich optimistisch, dass ich diese Aufgabe morgen beenden kann, wobei ich noch einmal alle Seiten durchscrollen will, damit mir kein Kommentar mit einer Frage entgeht, die ich noch mit meiner Lektorin klären muss. Wenn sich da nichts mehr findet, werde ich die Mail wohl morgen verschicken. Ansonsten wird es sich etwas hinauszögern, damit ich ggf. noch etwas ändern kann, je nachdem, wie die Antwort aussieht.

Seit dem letzten Update habe ich fast elf Stunden an dem Projekt gearbeitet. Nicht viel, ich weiß, aber ich habe mir ein verlängertes Wochenende gegönnt und zwischendurch weiß ich einfach nicht, wo die Zeit geblieben ist. Mittlerweile liege ich bei 47 Stunden Überarbeitung. Das entsprich bei Angestellten mit einer wöchentlichen Arbeitszeit von acht Stunden fast sechs Arbeitstagen. Ich weiß nicht, was ich erwartet habe. Vermutlich habe ich mir darüber nie konkrete Gedanken gemacht, weil mir 47 Stunden für ein solches Projekt gerade irgendwie wenig und viel zugleich erscheinen. Ich habe nur Gespräche mit anderen Autoren im Hinterkopf, die jahrelang an ihrem drei Mal längeren Roman herumfeilen und immer noch nicht fertig sind. (Ich bewundere dieses Durchhaltevermögen, wobei man als Autor irgendwann auch loslassen muss.) Im Vergleich zu diesen Autoren bin ich bisher verdammt schnell unterwegs. Wenn ich mir also mal die Zeit nehme und wirklich darüber nachdenke, gibt es keinen Grund, mit mir zu hadern, zumal die Kommentare meiner Lektorin erfreulich positiv und unverhofft gering ausgefallen sind. Da hatte ich eigentlich mit einem rot gefärbten Text gerechnet.

Ach, ich freue mich, dass es so gut läuft. Im Moment habe ich wirklich keinen Grund zur Klage. 🙃