Donnerstag, Dezember 09, 2021
Bücher

Leserückblick Dezember 2019

Hallo und noch ein frohes neues Jahr! Der Dezember war ein klasse Monat. Ich liebe die Vorweihnachtszeit. Passend dazu habe ich mein Arbeitstempo etwas gedrosselt und mehr gelesen.

Zuerst las ich die FeenCon-Anthologie Feen- und Con-Geschichten. Es ist kein offizielles Buch, sondern eine Art Geschenk zum 30jährigen Jubiläum der FeenCon. Es wurde für Spenden verkauft und es dürfte schwer werden, diese noch zu bekommen. Für diese Anthologie wurden dreizehn Autoren und Verleger um Kurzgeschichten zur Feencon gebeten.
Es ist nicht verwunderlich, dass mehrfach die Fee des Feencon Teil der Geschichten ist. Aber auch die verschiedenen Autoren wie Robert Corvus in seinem langen schwarzen Mantel oder die Verleger Torsten Low und Marc Hamacher oder der Conleiter Willi kommen vor und erleben Erstaunliches. Ob als Eule, Leseratte und Co. beim Kartenspiel oder „ganz real“ als Vampirjäger, es war echt genial, zu was diese Figuren fähig sind.
Es ist leider nur ein schmales Bändchen, aber es brachte mich oft zum Schmunzeln, weil ich mich in der Welt von Cons, Autoren und Verlegern mittlerweile ganz passabel auskenne. Ich hatte richtig Spaß, die Kurzgeschichten zu lesen, und ich bin froh, dass ich mir ein Exemplar gesichert habe. Es ist eine tolle Erinnerung an meinen Besuch der FeenCon 2019.

Danach war das Album der verschwundenen Freunde von Anja Buchmann. Darin geht es um Penelope. Sie verspürt das Gefühl von Verlust, weiß aber nicht, was in ihrem Leben fehlt. Durch Zufall stolpert sie über ein Gedicht, kann sich aber nicht an den Verfasser erinnern. Dabei muss derjenige sie sehr gut kennen, und eines ist klar, sie hat es nicht geschrieben. Sie fängt an, zu suchen, und rennt gegen Mauern in ihrem Gedächtnis.
Auf das Buch war ich schon auf der Leipziger Buchmesse aufmerksam geworden, hatte mein Budget jedoch bereits verplant. Auch auf der FaRK hatte ich es gesehen, wieder mit demselben Budget-Problem. Auf dem BuCon hatte ich die Lesung der Autorin, die u. a. aus diesem Buch las, besucht, und warf meinen Budget-Plan um, sodass ich mir das Buch kaufte und sogar eine Signatur von der Autorin bekam.
Ich mag den Schreibstil der Autorin. Er ist unaufgeregt und bedient sich einer alltäglichen Sprache, mal von den Passagen abgesehen, in denen sie erzählt, was den verschwundenen Freunden passiert, der in einem mittelalterlichen Stil erzählt wird. Das ist super, da ich so nicht nur durch die vorkommenden Figuren wusste, wo ich gerade war, sondern auch durch die Sprache.
Auch die Figuren haben es mir angetan. Zwischendurch fürchtete ich sogar, dass Gleichgesinnte und neue Freunde Penelope von ihrer Suche zu stark ablenken oder sogar abhalten könnten. Diese kleinen Spannungen trugen mich herrlich durch das Buch. Aber auch sonst konnte ich die einzelnen Figuren an ihren Eigenheiten recht gut erkennen. Da hat die Autorin ihre Hausaufgaben gemacht.
Die Geschichte an sich ist sehr spannend. Ich wollte unbedingt wissen, ob es Penelope gelingt, ihren verschwundenen Freund zu finden. Selbst wenn es mal gerade etwas ruhiger zuging, wurde es nicht langweilig. Im Gegenteil, dann konnte ich mal Atem schöpfen.
Ich mag ja schon das Verlagslogo, weil es eine Katze darstellt. Durch die besuchte Lesung konnte ich die Autorin etwas kennenlernen und ich finde sie sehr sympathisch. Umso mehr freue ich mich über eine so tolle Geschichte.

Götterlicht von Vinya Moore habe ich auf der Leipziger Buchmesse gekauft. Ich freute mich schon ewig darauf, es endlich lesen zu können, weil das Cover so schön ist. Darin geht es um Natassya, die ein Götterkind ist. Ihr Vater herrscht über den Mond Kelan, einer von insgesamt acht Monden. Als sie von einem Traum verfolgt wird, zerbricht jedoch ihre heile Welt. Immer mehr Fragen stürmen auf sie ein, auf die sie keine Antworten zu finden vermag. Ihr Vater, der ihr helfen könnte, schweigt beharrlich, bis es fast zu spät ist. Sie muss sich einer Prüfung stellen, an deren Ausgang ihr Tod oder die Herrschaft über alle acht Monde steht.
Dummerweise ist es eine Dilogie. Ich hatte beim Kauf extra nachgefragt. Da hatte man mir gesagt, dass es ein Einzelband wäre. Ich hätte besser ins Buch geschaut, wobei ich nicht mehr weiß, ob ich es eingeschweißt erhielt. Hinten steht nämlich schön „Fortsetzung folgt“. Die lässt seit 2017 auf sich warten und die Autorin hat auch keine Info dazu auf ihrer Homepage stehen. Da steht nur, dass in Kürze ein Roman, der mit diesem nichts zu tun hat, veröffentlicht wird. Keine Ahnung, ob sie am zweiten Teil schon arbeitet oder es nie einen geben wird. Da das Buch mit einem fiesen Cliffhanger endet, ist das ärgerlich.
Zugleich sagt es aber auch etwas über den Roman aus. Ich fand ihn spannend und möchte gerne das Ende kennen. Die Idee hinter der Geschichte ist toll. Jeder Mond hat eine eigene Farbe, leuchtet in ihr am Himmel, sodass man einen Regenbogen erhält. Die Augen der jeweiligen Bewohner tragen dieselbe Farbe wie ihr Mond. Jeder Mond verkörpert aber auch eine Eigenschaft. Wut und Neid oder die Gabe, jemanden zu überzeugen …
Der Stil hat mir gut gefallen. Die Autorin zauberte Wendungen aus dem Hut, die sie in diesem Band noch nicht erklärt. Ich hoffe da auf den zweiten Band, denn ohne Erklärungen würde es sonst so aussehen, als hätte sie nicht weitergewusst. Manchmal fand ich ihre Art, die Informationen auch vor dem Leser geheimzuhalten, schon nervig. Aber da die Figuren auch nicht mehr wissen, ist es ok. Ich hätte nur gerne endlich mal Antworten.
Die Figuren fand ich zum großen Teil gut gezeichnet. Ich fand es gut, dass Natassia und der zweite Auserwählte für die Herrschaft dieselben Probleme haben. Es gefällt ihnen nicht, wie sich die Dinge entwickeln und dass ihr Leben vorherbestimmt zu sein scheint. Dabei bleibt mir aber gerade Natassia etwas farblos zurück. Oft wirkte sie auf mich wie eine richtige Heulsuse. Die meiste Zeit ist sie am Weinen oder hadert mit ihrem Schicksal, anstatt es endlich in die Hand zu nehmen, wovon sie doch eigentlich träumt. Ich hoffe, dass sie sich im zweiten Band weiterentwickelt. Weinen ist jedenfalls keine Lösung für die Probleme, die vor ihr liegen.
Insgesamt eine tolle Geschichte. Ich würde jetzt sehr gerne den zweiten Band lesen, denn der erste wirft mehr Fragen auf, als er beantwortet.

Als letztes las ich von Tyson Vick das Steampunk Handbuch für Monsterjäger. Darin geht es um Philomena, die auch endlich auf eine Monsterjagd gehen, Geister in Flaschen in ihrem Salon verteilen oder ein Werwolffell an die Wand hängen will. Das scheint in ihrer Welt total schick zu sein. Der Zufall verhilft ihr zu einem sagenhaften Rabatt bei einem Unternehmen, das solche Jagden für gehobene Gesellschaften anbietet. Gemeinsam mit ihren Reisegefährten bereist sie die Welt und trifft auf viele Monster.
Es handelt sich hier um ein Fotobuch, in dem Philomena einem Reisetagebuch gleich ihre Erlebnisse niedergeschrieben hat. Allein die Fotos sind klasse und bergen viele Details. Ich bewundere ja die junge Frau, die Philomena auf den Bildern darstellen soll. Sie steht oft da, das Gesicht leicht entsetzt verzogen (gerade so viel, wie es sich für eine englische Lady schickt), in voller ladylike-Montour und dazu die Hände in den aberwitzigsten Winkeln abstehen hat. Sieht grazil aus, gefällt mir auch, finde ich aber auch sehr witzig.
„Philomena“ trägt ihre Einträge natürlich in einem standesgemäßen Ton ein. Es ist so lustig, zu lesen, wie sie sich über die attraktiven Herren auslässt und – Gott bewahre!!! – ab und zu sogar (halb-)nackt sieht! Eine echte Lady schaut natürlich weg, aber interessant, was sie trotzdem alles über die männlichen Körper zu berichten weiß. Ich musste jedenfalls beim Lesen sehr oft schmunzeln. Dabei sind die Abenteuer aber auch oft sehr spannend geschrieben.
Die Nebenfiguren kommen in Philomenas Einträgen nicht immer sehr gut weg. Allen voran Percy, der einfach tollpatschig ist. Mir vorzustellen, welch teilweise hysterische Gesellschaft da zusammengewürfelt wurde … Dabei sind die bewusst auf Monsterjagd gefahren! Zugleich bleiben sie aber auch oft an Stellen cool, wo wir dann mal langsam das Weite suchen würden.
Ich hab das Buch geradezu verschlungen. Es geht ja auch relativ schnell aufgrund der vielen Bilder, teilweise sogar über Doppelseiten hinweg. Allerdings hat das Buch fast DIN A4-Größe. Da sollte man die Lesegeschwindigkeit nicht unterschätzen. Ich habe mich jedenfalls köstlich amüsiert.

Beinahe hätte ich noch ein fünftes Buch vorstellen können, aber zwischen den Feiertagen hat man bekanntlich am wenigsten Zeit. Da fehlen noch gut hundert Seiten. Das kommt dann im nächsten Monat dran. 🙂

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