Verena Jung

Rätsel der Woche (KW 45/2022)

Jeden Mittwoch stelle ich hier Wörter vor, die aufgrund ihrer Schreibweise schwer zu knackende Nüsse sind. Damit es nicht zu trocken ist, gestalte ich es wie ein Ratespiel. Spaß gehört beim Lernen dazu. Umso leichter lassen sich die Wörter merken. Wenn mir eine schöne Eselsbrücke einfällt, werde ich sie mit dir teilen.

Im Beitragsbild siehst du den Begriff, um den es geht. Welche Schreibweise ist korrekt? Rate mit und antworte hier. Die Lösung verrate ich morgen.

Schreibupdate – 07.11.2022

Die letzten zwei Wochen waren super. Kein Arbeiten, nur zwei Streams, um eine Halloweenlesung und einen Urlaubsrückblick mit vielen Fotos abzuhalten. Das war total entspannt, obwohl ich auf dem BuCon und auf der Halloweenlesung vom Verlag Torsten Low mit Kurzurlaub in Augsburg war.

Ich habe viele liebe Menschen nach langer Zeit wieder gesehen, tolle Gespräche geführt und daraus neue Erkenntnisse gewonnen. Zum Beispiel finde ich das Phantastik Autoren Netzwerk e. V. schon seit 2019, als ich den Verein auf der Leipziger Buchmesse kennenlernte, sehr interessant. Jetzt weiß ich, dass ich problemlos Mitglied werden kann. Das will ich bald in Angriff nehmen, weil ich deren Ziele unterstützen und gerne Teil dieser wundervollen Gemeinschaft sein will. In Augsburg habe ich das als Klein Venedig bekannte Lechviertel erkundet und den Zoo besucht. Mein absoluter Liebling dort ist dieser Wüstenfuchs. In den habe ich mich direkt verliebt und ich hätte ihn am liebsten mitgenommen. Die Halloweenlesung fand unter netten Menschen und mit selbst gebackenen Leckereien der Verlegertochter statt. Es war gemütlich und dazwischen gab es genügend Zeit, um unterhaltsame Gespräche zu führen. Sogar das Wetter spielte mit. Der Nebel, der uns auf dem Weg zur Lesung plötzlich begrüßte, sorgte zumindest bei mir für eine schauerliche Stimmung. Und dann war sogar noch Zeit für ein gemeinsames Abendessen mit der Verlagsfamilie. Nur unsere Hochzeitsreise für ein verlängertes Wochenende an die Nordsee bei strahlendem, heißem Sonnenschein war besser als dieser Urlaub.

Jetzt startete ich zwar verspätet in den NaNo, dafür mit neuer Energie und richtig viel Lust auf mein Projekt. Sollte ich wegen der Verzögerung den NaNo nicht gewinnen, sind es mir diese neuen Erinnerungen wert.

Urlaub

Dies ist meine Abmeldung. Bis einschließlich 6. November werde ich im Urlaub sein.

Ja, ok, erwischt. Du kennst mich zu gut. Wie kann ich es Urlaub nennen, wenn ich doch zwischendurch arbeiten werde? Immerhin werde ich auf den BuCon gehen und zumindest ein wenig als Autorin auftreten und, zwar verspätet, aber noch im Urlaub, mit dem NaNo anfangen. Ich habe keine Entschuldigung, aber dafür könnte es sein, dass ich mich zwischendurch auch kurz melde, um von meinen Abenteuern zu berichten.

Leserückblick „Feuertochter“

Für diesen Roman habe ich sehr lange gebraucht. Dabei hatte ich mich total auf eine Geschichte in Irland von Iny Lorentz gefreut. Das Autorenpaar hat mich als junge Erwachsene in meinen Pausen auf der Berufsschule und der Arbeit begleitet. Rückblickend vermutlich auch meinen Schreibstil beeinflusst, als ich mit dem Schreiben wenige Jahre später anfing. Dazu später mehr.

Die Feuertochter spielt während des Glaubenskriegs zwischen Irland und England, als das katholische Irland von den evangelischen Engländern erobert wurde. Ciara ist die Schwester eines Clanführers. Der Clan ist klein, sodass ihr Bruder sich mächtig anstrengen muss, will er nach dem Krieg das Land seiner Vorfahren behalten und in der Achtung der größeren Clans aufsteigen. Ciara will an seiner Seite kämpfen und kann sich sogar durchsetzen. Dabei verliebt sie sich in einen deutschen Söldner des Papstes.

Stolze Frauen kann es in Geschichten nicht oft genug geben. Ciara ist nicht nur das, sondern auch klug, wehrfähig und leidenschaftlich. Ich mag auch ihre Cousine, die ihr in nichts nachsteht. Dagegen hätte ich ihrem Bruder sehr gerne die ein oder andere Ohrfeige gegeben, weil er manchmal so typisch überheblich reagiert, wie es nur Männer können, die glauben, sie seien den Frauen überlegen. Mehr als einmal reitet er dadurch seinen Clan in üble Situationen rein. Sein Stellvertreter im Clan ist noch schlimmer. Da müssen die Männer froh sein, dass es noch weitere männliche Figuren gibt, die deren Ehre wieder retten. Ich mag diese Gegensätze von besonnenen und dumm-egoistischen Figuren. Wegen ihnen fieberte ich mit, konnte aus tiefstem Herzen hassen und zugleich bewundern.

Obwohl die Handlung sich liest, als wäre sie tatsächlich so geschehen, hat sie nicht diesen langweiligen Unterton eines Geschichtsbuchs. Das schätze ich so an Iny Lorentz. Sicher ist manches nie so passiert wie beschrieben, aber das Autorenpaar bemüht sich doch stets, die Realität nicht zu sehr für ihre Geschichte zu beugen. Ich fand die Geschichte jedenfalls mitreißend und packend.

Nun komme ich zum großen Aber. Ich kann nur vermuten, dass die Bücher, die ich vor rund zwanzig Jahren gelesen habe, im selben Schreibstil geschrieben sind wie die Feuertochter. Wieso sollte das Autorenpaar etwas ändern, wenn es damit doch erfolgreich ist? Ich vermute, dass ich deswegen auch gleich zu Anfang die desillusionierende Aussage einer Autorin, die schon länger schrieb, erhielt, als sie meine erste Geschichte las. Weil ich die Fehler unbewusst nachmachte. Iny Lorentz springt teilweise nach einem Absatz vom Kopf einer Figur zum Kopf einer anderen. Manchmal dauert es auch mal drei Absätze. Das wurde mir damals als schlechter Stil erklärt. Heute weiß ich, warum das so ist. Nachdem ich rund fünfzehn Jahre lang darauf geachtet habe, die Perspektive nicht zu brechen, hatte ich beim Lesen dieses Romans enorme Schwierigkeiten, die Sprünge von einer zur nächsten Figur nachvollziehen zu können. Das ärgerte mich und ich war mehr als einmal kurz davor, das Buch nicht weiterzulesen.

Mein Fazit: Die Geschichte der Feuertochter ist toll, aber man muss mit dem eigenwilligen Schreibstil des Autorenpaars zurechtkommen können. So weh es mir tut, ich werde wohl kein Buch von Iny Lorentz mehr kaufen. Ich bin auch unsicher, ob ich die von mir so geliebten Bücher von vor zwanzig Jahren noch einmal lesen oder besser in guter, aus Unwissenheit verklärter Erinnerung behalten sollte. Bilde dir ein eigenes Urteil. Es ist nichts Schlechtes daran, wenn dir die Bücher trotzdem gefallen. Letztlich sollen sie unterhalten. Der Rest ist egal, solange man damit zurechtkommt.

Schreibupdate – 17.10.2022

Ich komme langsam in meiner Dienstmädchenreihe an. Woran ich das merke? Dass ich länger beim Arbeiten durchhalte. Immerhin rund sechs Stunden konnte ich planen und an meinen Figuren feilen und es macht mir Spaß, durch die Augen meiner Figuren die Hintergründe meiner Geschichte zu entdecken. Nur so kann ich mir erklären, dass ich innerhalb von knapp anderthalb Stunden den dritten Teil meiner Reihe planen konnte. Normalerweise brauche ich schon für das Grundgerüst viel länger. Und ein vierter Teil winkt auch schon, dessen Planung ich aktuell aber noch vor mir herschiebe, weil ich den ersten Teil so weit bringen muss, dass ich Anfang November auch wirklich mit dem Schreiben anfangen kann. Das ist wichtig, weil ich keine Zeit zum Trödeln haben werde. Mein Urlaub geht eigentlich bis einschließlich der ersten Novemberwoche. Ich werde die ersten beiden Tage auf jeden Fall nicht zuhause sein. Da muss ich zusehen, dass ich die Startverzögerung aufholen kann.

Für den Oktober habe ich 16,2 % erfüllt. In Anbetracht des sich nähernden Urlaubs kann ich wohl froh sein, wenn ich 20 % schaffen kann. Für das Jahr liebe ich bei 56,2 %.

Zitat der Woche (KW 41/2022)

Im Idealfall stimmt dieses Zitat. Wir erleben in unserer Lebensspanne viele Dinge und lernen daraus. Es sollte uns zu besseren Menschen machen. Leider ziehen wir aus den Erlebnissen aber auch manchmal die falschen Schlüsse. Das kann fatale Folgen in der Realität haben, in einer Geschichte jedoch zu den spannendsten Wendungen führen.

Lösung zum Rätsel der Woche (KW 41/2022)

Die Lösung des gestrigen Worträtsels ist ohneeinander. Das sieht auf den ersten Blick merkwürdig aus, aber wenn man den Grund für die Zusammenschreibung weiß, ist es logisch. Miteinander, also das Gegenteil von ohneeinander, wird nämlich auch zusammengeschrieben. Diese beiden Wörter werden also analog zueinander zusammengeschrieben.

Achtung! Es gibt auch ein ohne einander, das jedoch einen anderen Sinnkontext hat. Hier kann man das einander gegen ein sich austauschen. Der Duden bringt da das Beispiel „ohne einander zu sehen“, also „ohne sich gegenseitig zu sehen“. Ohneeinander bedeutet, dass etwas zusammengehört.

Rätsel der Woche (KW 41/2022)

Jeden Mittwoch stelle ich hier Wörter vor, die aufgrund ihrer Schreibweise schwer zu knackende Nüsse sind. Damit es nicht zu trocken ist, gestalte ich es wie ein Ratespiel. Spaß gehört beim Lernen dazu. Umso leichter lassen sich die Wörter merken. Wenn mir eine schöne Eselsbrücke einfällt, werde ich sie mit dir teilen.

Im Beitragsbild siehst du den Begriff, um den es geht. Welche Schreibweise ist korrekt? Rate mit und antworte hier. Die Lösung verrate ich morgen.

Schreibupdate – 10.10.2022

Letzte Woche hatte ich wenig Zeit. Deshalb konnte ich nur 2,5 Stunden an meinem Projekt mit der Einladung arbeiten, das jetzt Dienstmädchenreihe von mir genannt wird. Ja, es wird eine Reihe! Das ist völlig neu für mich. Es war ein wirklich merkwürdiges Gefühl, als ich merkte, dass ich einen zweiten Teil brauche, weil etwas nicht so einfach geht, wie ich ursprünglich dachte. Da der zweite Teil in einem Fiasko endet, war mir direkt klar, dass noch etwas kommen muss. Jetzt hoffe ich, dass mit Teil drei auch wirklich Schluss ist. Ich habe noch nie einen Mehrteiler geschrieben. Ich habe zwar nach dem Beenden meiner Romane immer gedacht, dass ich gerne noch etwas mehr Zeit in den Welten verbringen würde, aber prinzipiell waren die Geschichten abgeschlossen und ich hätte etwas völlig Neues geschehen lassen müssen. Ich bin in dieser Hinsicht also noch recht unerfahren, lasse ich mal den Hexenmeister außer Acht, der nicht auf meiner Idee fußt und dessen Teile prinzipiell unabhängig voneinander gelesen werden können. Deshalb finde ich es auch so spannend, dieses Projekt zu verfolgen. Es wird immer attraktiver für mich. Mein Herz schlägt dafür. Was habe ich kürzlich noch so schön geschrieben? Alles schön der Reihe nach? Pustekuchen. Ich muss dieses Projekt einfach als nächstes angehen. Das bedeutet allerdings auch, dass ich mich jetzt im Oktober ranhalten muss, um ein Gefühl für die Welt und die Figuren zu bekommen, den Plot der einzelnen Teile zumindest grob zu erstellen, damit ich gleich darauf hinarbeiten kann, und eine Kapitelübersicht für den ersten Teil zu erstellen – wenigstens so weit, damit es für den NaNo reicht.

Der Oktober startet mit rund 5 %. Nicht viel, aber innerhalb dieser 5 % habe ich einen kompletten Roman geplottet. So schnell war ich noch nie. Mein Jahressoll steht bei 55,3 %. Das ist ok. Vielleicht schaffe ich die 75 % für dieses Jahr noch. Dann bin ich zufrieden. Irgendwann habe ich mal gehört, dass man sowieso nur mit rund 80 % Arbeitsleistung bei einem Menschen rechnen soll, wenn ich mich da noch richtig erinnere. Da ich auch noch Korrektorate mache, bin ich dann immer noch deutlich über diesen 80 %.