Verena Jung

Rätsel der Woche (KW 26/2022)

Es gibt eine neue Artikelreihe. Hier will ich Wörter vorstellen, die aufgrund ihrer Schreibweise schwer zu knackende Nüsse sind. Damit es nicht zu trocken ist, soll es ein Ratespiel sein. Spaß gehört beim Lernen dazu. Umso leichter lässt es sich lernen. Wenn mir eine schöne Eselsbrücke einfällt, werde ich sie mit dir teilen.

Im Beitragsbild siehst du den Begriff, um den es geht. Welche Schreibweise ist korrekt? Rate mit und antworte hier. Die Lösung verrate ich morgen.

Schreibupdate – 27.06.2022

Acht Stunden und fünfundvierzig Minuten – das ist meine Arbeitsleistung der letzten Woche. Ich arbeite meinen Drachenroman noch einmal anhand der Anmerkungen meiner Lektorin durch und bin erfreulich weit gekommen. Aktuell befinde ich mich auf Normseite 88. Die ersten beiden Kapitel haben ein paar Seiten verloren. Das dritte Kapitel, das ursprünglich 97 Seiten lang war, habe ich bereits einmal geteilt. Hatte ich bei der ersten Überarbeitung mein Hauptaugenmerk auf das Ergänzen von Beschreibungen und Gefühlen gelegt, schaue ich jetzt genau, wo ich den Rotstift ansetzen kann, damit der Roman sich später spannender liest. Es macht richtig Spaß, zu sehen, wie die Seitenzahlen der einzelnen Kapitel schrumpfen und somit auch zu besser verdaulichen Häppchen werden.

Mein Monatssoll liegt bei 34,28 %. Nicht ideal, aber irgendwie stand der Juni auch eher im Zeichen meiner Selbstständigkeit, einem Planungsfehler und meinem Urlaub. Dafür sieht es mit meinem Jahressoll von 46,88 % richtig gut aus. Der Juni hat noch vier Tage, die ich für meinen Drachenroman intensiv nutzen will. Vermutlich reicht es nicht ganz für die 50 %, die ich zum Ende des Monats bräuchte, aber ich vertraue darauf, dass ich die kleine Differenz in den kommenden sechs Monaten kompensieren kann.

Zitat der Woche (KW 25/2022)

Es kommt oft vor, dass die Hauptfigur des Romans auf eine Reise geht, um Abenteuer zu erleben oder die Lösung eines Problems zu finden. In den besseren Romanen stellt die Figur am Ende der Reise meistens fest, dass alles, was sie gesucht hat, bereits in ihr steckte. Das eigentliche Abenteuer fand z. B. in den Gedanken an die Heimat statt oder die Person oder der Gegenstand, mit deren Hilfe das Problem gelöst werden kann, war von Anfang an da und wurde lediglich von der Figur übersehen oder falsch eingeschätzt. Den Bogen zurück zum Anfang, der dann mit anderen Augen durch die Figur wahrgenommen wird, finde ich meist befriedigender als die Rückkehr mit einer Superwaffe. Nun stammt das Zitat von einem Romanschriftsteller und ich frage mich, ob er dasselbe dachte.

Einsamer Kater sucht weiteren Sklaven

Anstatt sich um mich zu kümmern, unterstützt Mama den großen Kerl bei seinem Blödsinn. Der hockt seit dem Pfingstwochenende am PC und haut auf die Tastatur ein, als wolle er einen Roman schreiben. Und Mama hat nichts Besseres zu tun, als ihm irgendwelche sinnlosen Fragen zu beantworten und selbst am PC zu arbeiten. Dabei gehören beide am Wochenende und den Abenden mir. Sie müssen mich anhimmeln, mich kuscheln, mich in den Arm nehmen und mir schöne Sachen ins Ohr säuseln. Nicht Bilder von mir machen, wie ich in meiner Verzweiflung den Einkaufskorb für mich beanspruche, um in ihrer Nähe sein und ihre Aufmerksamkeit gewinnen zu können. Auf meinen Protest reagieren sie ja nicht. Wie gesagt: seit dem Pfingstwochenende! Ich brauche einen weiteren Dosenöffner mit geschickten Händen beim Kuscheln. Schickt die Bewerbungen einfach an Mama oder unter diesem Hilferuf.

Schreibupdate – 20.06.2022

Letzte Woche habe ich kurzentschlossen Schreib- und Überarbeitungsurlaub gemacht. Die Akkus waren leer und ich musste einfach mal etwas anderes als die Bildschirme sehen. Der PC blieb überwiegend ausgeschaltet. Wichtige Mails bekomme ich schließlich auch aufs Handy, sodass mir nichts entgehen kann. Stattdessen habe ich ein paar private Dinge erledigt, die in den letzten Wochen wegen der Selbstständigkeit liegengeblieben waren. Das hat mir gut getan, weil ich diese Dinge jetzt aus dem Kreuz habe und ich mich deswegen nicht mehr unter Druck setze, weil ich sie noch nicht erledigt habe. Diese Woche geht es also wieder frisch ans Werk. Ich fühle mich bereit dazu.

Zitat der Woche (KW 24/2022)

Verderben ist noch nett formuliert. Im schlimmsten Fall ist man dermaßen mit seiner Angst beschäftigt, dass es keine spürbare Gegenwart gibt. Aber das ist wirklich ein extremes Beispiel. Wäre interessant, eine Geschichte mit einer Figur zu schreiben, der es so oder ähnlich geht. Es muss ja nicht gleich eine Hauptfigur sein. Für eine Nebenfigur böte sie jedoch viel Stoff zum Nachdenken und eventuell auch genug Konflikte für die Handlung, wenn diese Nebenfigur z. B. einen wichtigen Schlüssel besäße, ihn aber nicht herausrückt, weil sie ihn noch brauchen könnte.

Leserückblick „Ein verschneites Weihnachtsfest in Cornwall“

Als ich meinen Weihnachtsroman weiterschreiben wollte, fühlte ich mich herzlich wenig weihnachtlich. Deshalb habe ich mit diesem Buch begonnen. Mein Plan ging auf. Ich kam wunderbar in Weihnachtsstimmung und meine romantische Seite wurde ebenfalls wach.

Ich mag das Cover total. Es ist weihnachtlich und es macht Spaß, sich in seinen Details zu verlieren. Manche davon sind sogar mit Glitzer überzogen! Da musste ich einfach zugreifen und schauen, worum es in dem Buch geht.

Der Inhalt überzeugte mich sofort. Weihnachten in Cornwall. In einem Schloss! Dazu eine Protagonistin, die dort ihrem Schwarm begegnet und ihm nicht ausweichen kann, weil sie gemeinsam mit ihm das Schloss für Weihnachten schmücken muss, um ihre Auftraggeberin zufrieden zu stellen. Das versprach jede Menge Druck auf die Figuren und tolle Konflikte, an denen ich mich weiden kann.

Die Figuren bringen dafür ihre ganz eigenen Probleme mit, die die Konflikte schön aufheizen. Ivy leidet z. B. unter den Folgen eines Unfalls. Dass sie seit ein paar Jahren in Bill verschossen ist, den sie bei einem Skiausflug mit ihrem Ex kennengelernt hat, sorgt für viele tolle Situationen. Bill macht es ihr nicht leichter, weil er immer wieder auf die Skihütte, in der sie alle zusammen gewohnt haben, zu sprechen kommt. Um das Chaos perfekt zu machen, kommen die Perfektionistin und erfolgreiche Unternehmerin Libby mit ihren drei verwöhnten Kindern, ihre total erschöpfte Schwester mit ihren beiden Kleinkindern, eine fünfköpfige Familie, die viel Wert auf Ökologie legt, und viele mehr hinzu. Trotz der vielen Menschen war es mir aber fast immer möglich, sie auseinander zu halten. Das hat die Autorin gut hinbekommen.

Überhaupt fühlte ich mich in der Geschichte recht bald tierisch wohl. Ich mag den Schreibstil und wie die Autorin es geschafft hat, ständig das aktuelle Problem mit einem neuen zu toppen, ehe eines der vorangegangenen auch nur annähernd gelöst werden konnte. Ich mag, wie die Figuren sich im Laufe des Romans entwickeln und dass sich das nicht nur auf die Hauptfiguren beschränkt, sondern ziemlich allumfassend ist. Ich mag das Ende, das einfach total zu Weihnachten passt. Ich mag das gesamte Buch.

Schreibupdate – 13.06.2022

Über viereinhalb Stunden habe ich letzte Woche für den nächsten Hexenmeisterroman recherchiert und überlegt, um ein schönes Setting mit einem interessanten Thema zu finden. Ein Grundgerüst hätte ich. Ich brauche nur noch grünes Licht von meiner Verlegerin, ehe ich dem Gerüst Fleisch draufpacke.

Fast eine Stunde und fünfzehn Minuten habe ich an meinem Weihnachtsroman überarbeitet, um die bestehende Leseprobe für einen weiteren Wettbewerb zu verlängern. Bedeutet, dass die zunächst zwei Kapitel umfassende, überarbeitete Leseprobe nun um einen Teil des dritten Kapitels ergänzt und entsprechend auch überarbeitet ist. Augen zu und durch – die Unterlagen liegen der anderen Seite jetzt vor. Mit viel Glück kann ich einen Agenturvertrag gewinnen.

Insgesamt komme ich auf rund sechs Stunden Arbeit in der letzten Woche. Da eiere ich immer noch stark herum, was ich mit meiner Arbeitszeit anfangen soll. Teilweise geht auch viel Zeit für mein Unternehmen drauf. Trotzdem könnte ich mehr schaffen, würde ich mit mehr Organisation an die Dinge herangehen. Da merke ich noch stark, dass ich mich in meine neue Rolle erst einfinden muss. Solange meine Kunden ihre Korrekturen zeitnah bzw. pünktlich zum vereinbarten Zeitpunkt bekommen, will ich aber fürs Erste zufrieden sein.

Für den Juni komme ich auf 17,5 % meines Solls. Ich muss wirklich meine Abläufe in den Griff bekommen. Das Jahr liegt bei 45,5 %. Noch ist alles möglich.

Zitat der Woche (KW 23/2022)

Egal, worum es geht, erst indem wir Dinge tun, die wir noch nicht können oder nie getan haben und deshalb nicht wissen, ob wir sie können, entwickeln wir uns weiter. Wir wachsen an diesen Aufgaben.

Für mich ist dieser Spruch gleich doppelt wahr. Meine Figuren wagen sich idealerweise an etwas Neues. Dadurch entsteht erst ihre Geschichte und das ist auch der Punkt, der das Lesen von Büchern so spannend macht. Aber auch ich traue mich an etwas Neues. Ich habe bereits davon erzählt. Mein Korrektorat ist gegründet und hat noch Kapazitäten frei.

Schreibupdate – 06.06.2022

Auch in der letzten Woche habe ich nicht so viel für meine Projekte tun können. Das lag hauptsächlich daran, dass ich den Juni hätte besser vorplanen müssen. Geplant war, dass ich im Juni einen neuen Roman für die Hexenmeister Jakob Wolff-Reihe plane. Dafür hätte ich vor Beginn des Monats abklären müssen, welche Jahre frei sind, damit ich mich nicht auf ein Jahr einschieße, das bereits vergeben ist. Es sind solche Situationen, bei denen ich immer wieder unangenehm merke, dass meine Arbeitsweise anders ist als die der meisten Menschen. Ich zäume das Pferd einfach zu gerne von hinten auf. Vielleicht lerne ich es irgendwann ja. So habe ich über drei Stunden zu einem Jahr und einem Thema recherchiert und eine Art Pitch erstellt, ehe ich nachfragte, ob ich das Jahr haben kann. Na ja, eines muss ich zugeben. Ich hatte meinen Spaß dabei. Die Zeit war also nicht völlig umsonst, zumal ich mich damit in die Welt reindenken konnte. Außerdem habe ich noch knapp anderthalb Stunden an meinem Weihnachtsroman überarbeitet. Die Leseprobe für einen weiteren Wettbewerb ist schon relativ weit. Ich merke bei dem Roman, wie sehr ich mich von 2016 bis 2000 weiterentwickelt habe. Ich kann meinen Drachenroman gar nicht mit meinem Weihnachtsroman vergleichen. Es gibt ein paar Eigenheiten, an denen ein erfahrener Lektor merken wird, dass die Romane von derselben Person stammen, aber auch der wird sagen, dass da eine enorme Weiterentwicklung stattgefunden hat. Ich hoffe für mich, dass es eine Entwicklung in die richtige Richtung war.

Den Mai beende ich mit 40,29 %. Gar nicht so schlecht, wenn ich bedenke, wie viel Zeit in die Vorbereitung meiner Selbstständigkeit ging. Beim Juni stehe ich schon bei 6,25 % und für das gesamte Jahr liege ich bei 44,66 %. Das ist doch mal eine hübsche Zahl! Und da ich mit der bisschen Recherche und der Planung für den Hexenmeister schon ein halbes Prozent für das Jahresergebnis erarbeitet habe, bin ich auch zuversichtlich, dass ich Ende Juni meine 50 % erreiche. Das wäre prima, weil ich die Bestätigung gut gebrauchen kann, dass meine Jahresplanung dieses Mal besser funktioniert als in den vorangegangenen Jahren.