Verena Jung

Zitat der Woche (KW 38/2020)

Das ist ein schwieriger Spruch. Wenn ich eine negative Bedeutung herauslesen will, heißt es für mich, dass Liebe nervt. Ok, das ist nichts Neues. Das gibt es durchaus, wenn die Liebe nicht erwidert wird oder der Partner gerade nicht so will wie man selbst. Wenn ich etwas Positives herauslesen will, steht da für mich, dass Liebe durch den Magen geht. Stimmt auch. Ich verbringe gerne Zeit mit meinem Mann und esse dabei etwas Gutes. Es lässt sich wirklich schön beim Essen reden, vor allem in einer entspannten Atmospäre. Ich bin unsicher, ob der gute Mann eines von beidem gemeint hat. Aber was wollte er dann damit ausdrücken? Hast du vielleicht eine Idee?

Leserückblick: Die Töchter von Ilian

Seit Anfang Mai gab es keinen Leserückblick mehr. Das lag nicht daran, dass ich nicht gelesen hätte. Ich brauchte schlichtweg vier Monate, um dieses Buch zu lesen. Zu den Gründen komme ich noch.

Letztes Jahr auf der Buchmesse – und das fühlt sich noch länger an, als es tatsächlich her ist – konnte ich Jenny-Mai Nuyens Lesung aus ihrem Roman Die Töchter von Ilian (ISBN: 978-3-596-29997-3, FISCHER Tor Verlag) besuchen. Mir gefiel, was ich hörte, sodass ich mir das Buch zum Geburtstag – fast ein Jahr später – schenken ließ. Darin geht es um eine Weissagung, laut der die verlorengegangenen, magischen Artefakte – die vier Iliaden – eines Tages wieder bei den Waldelfen vereint werden sollen, sodass das Reich Ilian wieder aufersteht. Der Waldelf Fayanu ist dazu ausersehen und Walgreta, eine Zwergin, soll ihm dabei helfen.

Von der Autorin habe ich schon zwei Romane gelesen. Die Geschichten von ihr sind fantasievoll und vom Handwerk her tadellos. Ich sehe Bilder, ich erkenne das Show darin, es lässt sich flüssig lesen. Die Kapitel sind sehr kurz gehalten, teilweise nur zwei Seiten lang, und werden von Absätzen unterteilt, wenn sie doch mal länger werden. Ideal, um schnell fünf Minuten zwischen zwei Aufgaben zu lesen, und sicher auch förderlich, um weiterzulesen, „weil man die zwei Seiten auch ruhig noch lesen kann, ach, und die drei auch, ja, und die vier gehen auch noch …“

Ich mochte die Figuren, obwohl es so viele sind, dass ich anfangs ernsthafte Probleme hatte, sie auseinanderzuhalten. Dabei hatte ich mehr Probleme, die Männer auseinander zu halten als die Frauen. Ein Blick ins Figurenregister sagt mir aber, dass es eine gute Mischung ist – 16 Frauen und 19 Männer, wenn ich mich nicht verzählt habe. Liegt vielleicht daran, dass es mehr männliche Perspektivträger gibt als weibliche, wobei es trotzdem ungefähr 50:50 aufgeteilt ist.

Das Buch ist etwas Besonderes, weil die Zwergin Walgreta von ihrem Verhalten her bisexuell zu sein scheint, während Fayanu eine Frau ist, die sich als Mann kleidet und auch so benimmt. Von Fayanu wird im Roman auch konsequent als er gesprochen. Außerdem ist er lesbisch. (Nagelt mich da nicht so fest, weil ich wenig Erfahrung mit dem Regenbogen und den korrekten Bezeichnungen habe. Ich bemühe mich zwar, mich weiterzubilden, aber das braucht gleich zwei Mal Zeit – zum Lesen und zum Merken.) Mir hat es richtig gut gefallen, dass diese zwei Hauptfiguren anders sind als das, was für mich normal ist. Die Autorin hat es echt klasse hinbekommen, dass diese Andersartigkeit total natürlich rüberkam. Da war kein Scheinwerferlicht auf die Beiden gerichtet, keine Leuchtreklame mit blinkenden Pfeilen auf sie, dass sie anders sind. Nö, sie verliebten sich ineinander und ich durfte sie dabei begleiten. Absolut unaufgeregt. Vermutlich, weil die Autorin keine Worte wie bisexuell, lesbisch etc. nutzte. Kein Vergleich zur Steinblüte, in der der gesamte Regenbogen gequetscht zu sein schien und mir deshalb nicht so zusagte.

Beim Lesen wurde mir sehr schnell klar, welche Ziele die einzelnen Figuren haben, oder ich vermutete, dass die vorgegebenen Ziele nicht unbedingt der Wahrheit entsprachen. Da gab es doch einige kleinere und größere Intrigen. Das machte es spannend und viele Handlungen, über die ich sonst den Kopf geschüttelt hätte, nachvollziehbar.

Die vier Iliaden – der blickende Becher, die flüsternde Flöte, die Sternenscheibe und das Kupferkleid – sind mächtige Artefakte, mit denen man in die Verganenheit sehen, die Tiere beherrschen, die Zukunft erkennen und über Menschen, Zwerge und Elfen herrschen kann. Sie sind mit viel Liebe zum Detail beschrieben. Ich mochte die Vorstellung, dass ihre Zauberkraft wächst, wenn man sie in Liebe und Vertrauen an jemanden verschenkt, dass sie ihre Kräfte langsam verlieren, wenn man sie zu lange behält, und dass sie ihre Macht vollständig verlieren, sollte man sie gewaltsam an sich bringen. Letzteres lässt sich rückgängig machen, wenn sie wieder verschenkt werden, und je länger die Kette des Schenkens ist, umso mächtiger ist das Artefakt. Diese vier Gegenstände können das Fundament eines friedlichen Beisammenseins sein. Es erfordert nur Vertrauen und Liebe. Wäre toll, wenn es das in der Realität gäbe, aber wenn ich ehrlich bin, glaube ich nicht daran, dass wir dazu fähig wären, der Bestimmung der Iliaden zu folgen und sie zu verschenken.

Ich fand auch die Welt toll. Sowohl vorne als auch hinten findet man die Karte der Welt. Die ist schön gestaltet und ich habe sie als Inspiration für einen meiner Romane für später abgeknipst. Die Landschaft wird von den Legenden der Völker gestaltet. So stammen die Zwerge von den Riesen ab, die in einem Krieg starben. Aber die letzte Riesin gebar vorher noch das Zwergenvolk und die Zwerge haben ihren versteinerten Leib zu ihrer Heimat gemacht. Tunnel durchziehen das Gebirge, das aus dem Körper der Riesin entstanden sein soll. Es gibt den sogenannten Wirbelweg, der wie eine Wirbelsäule aussieht und sich quer durch das Land zieht. Die abgeschirmte Welt der Waldelfen ist ein wahrgewordener Traum. Versteinerte Bäume, deren Wurzelwerk bläulich leuchten und in denen die Elfen wohnen. Unterjochte Lindwürmer, die das Wasser Ilians vom Rest der Welt trennen. Auf denen man fliegen kann und aus deren abgestreifter Haut die Waldelfen ihre Kleidung herstellen. Fantastisch.

Ich fing Anfang Mai damit an, den Roman zu lesen. Ich hatte wenig Zeit und aus einem mir unerfindlichen Grund wurde ich mit der Geschichte auch nicht richtig warm, sodass ich gleich doppelt Probleme hatte, voranzukommen. Als ich als junge Erwachsene die anderen beiden Romane der Autorin las, dachte ich, ich sei vielleicht noch nicht reif genug für ihre Geschichten, aber mit mittlerweile 35 Jahren glaube ich nicht mehr daran. Es ist unheimlich schade, aber ihre Bücher locken mich nicht so sehr, wie es die anderer Autoren tun. Da liegen wir wohl einfach nicht auf einer Wellenlänge, obwohl ich ihre Ideen toll finde, wie man am Loblied weiter oben erkennen kann. Es fehlt der letzte Funke. Es tut mir in der Seele weh, aber ich werde zukünftig keine ihrer Bücher mehr kaufen. Aber dir möchte ich raten, für dich zu prüfen, ob der Roman nicht einen Versuch wert wäre. Gerade weil er so viele tolle Aspekte hat, würde ich mich unheimlich freuen, wenn er noch einige Leser findet, die ihn lieben.

Schreibupdate – 09.09.2020

Die letzten Änderungsvorschläge für meinen Roman, der im Oktober erscheinen soll, sind getan. Es folgt noch einmal eine Korrekturrunde durch ein frisches Paar Augen und ich hibbel schon dem Cover entgegen. Der Vorschlag meiner Herausgeberin klingt klasse und ich würde unheimlich gerne das Ergebnis sehen. Wird noch ein Weilchen dauern, bis es mit meinem Hexenmeister weitergeht. Zeit, um mich wieder an meinen anderen Roman zu setzen, den ich möglichst bald den Verlagen anbieten will.

Innerhalb von drei Tagen habe ich fünf Stunden überarbeitet. Nicht viel, aber es kostete mich auch große Überwindung, mich an diese Arbeit zu wagen. Ich mag das Überarbeiten wirklich nicht. Noch weniger, da ich weiß, dass mein Drachenroman viele Ecken und Kanten hat – hauptsächlich, weil ich ziemlich harte Übergänge einbaute, weil ich meine Leser nicht mit Alltäglichem langweilen wollte, und weil ich mir generell schwertue, ins Detail zu gehen, sodass man nicht nur erlebt, was passiert, sondern auch versteht, wieso es passiert. Daran lässt sich arbeiten und eine meiner Testleser hat mir dazu auch ein paar sehr tolle Tipps gegeben, woran ich diese Stellen erkennen und wie ich sie verbessern kann.

Gestern Morgen war ich durch die Arbeit der letzten Tage bereits mitten in Kapitel zwei, aber es gefiel mir nicht. Obwohl ich ständig nach Stellen suchte, denen ich mehr Tiefe verleihen könnte, ergänzte ich höchstens hier oder da mal einen Satz. Das konnte doch nicht die Lösung für meinen spartanischen Stil sein! Es fühlte sich einfach falsch an. Es war keine richtige Überarbeitung. Ich fing von vorne an. Ich erkannte, dass ich es toll fände, wenn man mehr von dem Segen sehen würde, den der Druide herbeibeschwört, als wenn ich wie bisher damit einsteige, dass mein Protagonist den Druiden verabschiedet und ihm für seine Fürsprache bei der Göttin dankt. Daraus resultierten ein paar neue, kleinere Absätze und auch mehr direkte Kommunikation zwischen meinen Figuren, wo ich zuvor nur indirekte Rede nutzte. Allein durch diese kleine, und weil sie direkt vor den bereits geschriebenen Text kam auch einfache Änderung kann der Leser jetzt gleich mehr über das Volk und seine Götter lernen, wobei ich versucht habe, nicht mit Infos um mich zu werfen. Ich will niemanden damit erschlagen.

Ich erkannte, dass ich zum Zeitpunkt, als ich mich nach all der Planungszeit endlich an diesen Roman setzte und ihn schrieb, noch nicht richtig in der Geschichte drin war und dass ich sie erst kennenlernen musste. Und nach all der Zeit wusste ich zwar beim letzten Überarbeiten noch ungefähr, was passiert, aber ich war schon wieder nicht richtig drin und deshalb wohl auch nicht wirklich fähig, die Mängel zu erkennen. Das war ich auch nicht, als ich bei diesem Durchgang die ersten anderthalb Kapitel anhand der Kommentare meiner Testleser zu überarbeiten versuchte. Aber ich war es, als ich noch einmal von vorne begann. Irgendwas hat sich geändert, sodass ich jetzt viel mehr Handlung, Gedanken und Gefühle einfügen kann. Ich befinde mich jetzt wieder am Ende der fünften Seite des Romans, irgendwo ziemlich in der Mitte des ersten Kapitels. Allerdings glaube ich, dass ich bis zu diesem Punkt mindestens eine Seite Text eingefügt habe. Vielleicht werde ich später einiges wieder straffen müssen, aber jetzt weiß ich wenigstens besser, worum es geht. Da bin ich diesem einen Testleser sehr dankbar für seine beiden Tipps.

Nun habe ich Bammel, ob ich es bis zum Ende der Überarbeitung durchziehen kann, den Text dermaßen auszuschmücken. Ich hoffe jetzt schon, dass sich mein Stil in den nächsten Kapiteln bessert, weil ich dann in der Geschichte angekommen war, als ich sie schrieb. Vermutlich kommt es anders. Ich schätze, das wird eine harte Lektion, aber eine, die ich lernen muss, damit ich es in meinen kommenden Romanen hoffentlich besser machen kann.

Zitat der Woche (KW 37/2020)

Ich wünschte, ich hätte diesen Spruch schon früher gekannt und dann hoffentlich auch verstanden, was er aussagt – oder für mich zumindest heute bedeutet:

Ich träume gerne und daher auch viel – von Dingen, die ich irgendwann tun will. Früher blieb es beim Träumen. Ich schwebte gerne über dem Berg in der Ferne, statt zu versuchen, ihn zu erreichen. Ich hob also meinen Fuß nicht, um über das eine Steinchen zu treten, das auf dem Weg zur Erfüllung meiner Träume  lag. Es hat lange gedauert, bis ich wirklich verstand, dass sich meine Träume ohne mein Zutun nicht erfüllen. Diese Lehre war kein Bestandteil meiner Erziehung. Stattdessen wurde damals darauf hingewiesen, dass es Menschen gibt, denen alles in den Schoß fällt, und ich nicht zu diesem Menschenschlag gehöre. Sehr aufmunternd, von den Eltern effektiv gesagt zu bekommen, dass ich lieber tiefstapeln soll, weil ich meine Träume nie werde erfüllen können. Mittlerweile bin ich überzeugt, dass es nur so wirkt, als würde diesen Leuten alles ohne ihr Zutun gelingen. Ich weiß endlich, dass ich zur Erfüllung meiner Träume etwas tun muss und ich dann sogar sehr erfolgreich dabei sein kann. Ich habe einen langen Atem entwickelt, der mir auch bei Rückschlägen nicht ausgeht.

Aufgrund meiner Erlebnisse reagiere ich allerdings allergisch auf jede Situation, in der man mir oder jemand anderem sagt, dass er seine Träume nie erreichen wird, ohne dass derjenige es überhaupt richtig probieren konnte. Wenn derjenige bereits seit Jahren daran arbeitet und nicht vorankommt oder keine Fortschritte macht, ist das eine Sache. Aber schon gleich bei der Erwähnung eines neuen Traums den Träumenden zu überzeugen, dass er das Zeug dazu nicht hat … Nein, man sollte es versuchen dürfen, dabei die Ernsthaftigkeit aber nicht vergessen. Es darf kein „Spiel“ sein, das man zur Seite legt, wenn man lieber eine Serie schauen oder wirklich spielen will. Es gehört die Selbstreflexion dazu, wie sehr man diesen Traum erreichen will. Wenn man dafür brennt, sollte man solange daran arbeiten, bis man sich ihn erfüllt hat – wobei Pausen nötig und sinnvoll sind, in denen man auch Serien schauen oder spielen darf, um beim Beispiel zu bleiben. Ansonsten kann der Traum ein schönes Hobby sein, aber man sollte sich eingestehen, dass es zumindest aktuell nicht mehr ist.

Die Drachen fliegen bald

Ende September ist es soweit. Die Drachen aus The D-Files: Die Drachen Akten werden fliegen und ihre wundersamen Geschichten erzählen. Sei dabei und lass dich verzaubern!

Meine Kurzgeschichte entführt dich nach China, wo der Dämon Nian in der Nacht des Neujahrsfests in die Städte einfällt, um Vorräte und Kinder zu stehlen. Nur wo das Neujahrsfest nach den alten Bräuchen gefeiert wird, ist man sicher. Du kannst dir vorstellen, wie wichtig dieses Fest den Chinesen ist. Sie veranstalten einen Heidenlärm mit ihren Böllern, um Nian fernzuhalten. Ihre Kinder müssen Masken tragen, damit er sie nicht erkennt und verschleppt, um sie zu fressen. In langen Umzügen tragen sie einen Drachen aus Papier auf Stangen durch die Straßen und lassen ihn tanzen. Dass mein Drache etwas Besonderes ist und für Überraschungen sorgen wird, muss ich wohl nicht erwähnen. 😉

Na? Neugierig geworden? Dann bestell dir die Anthologie doch beim Verlag schon vor, damit du sie bekommst, sobald sie verfügbar ist, und gleich losschmökern kannst. Das Päckchen enthält dann auch eine große Auswahl an Postkarten und Lesezeichen als Goodie. Das ist doch ein Anreiz!

Pläne – oder wozu sie nütze sind

Ach ja, ich plane und organisiere unheimlich gerne. Ob gut oder schlecht, steht auf einem anderen Blatt. 😅 Aber ich bemühe mich, um mein Leben und auch das Schreiben wenigstens nicht ungebremst im Chaos versinken zu lassen. Aber dann gibt es diese höhere Macht – Schicksal? Karma? Ein göttliches Wesen? -, die wie ein kleines Kind die schön aufgereihten Dominosteine auseinanderwischt, ehe ich mit dem Aufstellen fertig bin und die Kettenreaktion starten kann.

So ging es mir gestern. Vorgestern fing ich damit an, einen Roman, den ich Testlesern geschickt hatte, erneut zu überarbeiten. Ich hatte mich schon länger darum gedrückt und es kam mir gerade recht, dass beide Testleser im Verzug waren, auch wenn das meinen Plan komplett durcheinander brachte. Ja, da sind viele Kinder in meinem Leben, die für Chaos sorgen. Dabei bin ich nicht einmal Mutter! Aber ich hatte mich endlich überwunden, nachdem ich zumindest die bereits gelesenen und kommentierten Teile meiner Testleser bekommen hatte. Gestern sollte es weitergehen. Pustekuchen. 🍰 Stattdessen ging es an die Überarbeitung meines Romans, der im Oktober erscheinen wird. Meine Herausgeberin und Lektorin war fertig und wir hatten uns noch auf eine generelle Änderung im Roman geeinigt, sodass ich den Roman einmal komplett durcharbeiten muss, statt nur ihre Kommentare zu prüfen und umzusetzen. Zum Glück ist es nur eine kleine Änderung. Ich muss den Roman nicht umschreiben. Aber es kostet natürlich mehr Zeit, wenn ich den Roman ganz lese und an den einzelnen Stellen ändere, als nur das Wenige, das im Lektorat noch aufgefallen ist. So spielt das Leben. 🤷‍♀️

Aber ich beschwere mich nicht. Ich weiß, dass mir nicht mehr viel Aufwand bevorsteht, bis ich das Buch am Ende in den Händen halten kann. Das ist mir die Arbeit definitiv wert und ich bin dankbar für den Hinweis meiner Herausgeberin und Lektorin. Es handelt sich dabei zwar nicht um einen Fehler und ich hätte ihn auch einfach mit einer Übersetzung begründen können, aber das war mir zu einfach. 😄 Diese Woche ist also schnell zur Hexenmeister-Überarbeitungswoche ernannt worden. Bis nächste Woche bin ich hoffentlich fertig. Ich bin optimistisch. Und dann geht es mit meinem anderen Roman weiter. Ist also nur eine kleine Verzögerung.

Wundersame Haustiere und wie man sie überlebt

Für diese Ausschreibung hatte ich mir etwas Lustiges überlegt. Heute kam die Rückmeldung. Ich bin ja immer noch überrascht, dass es 160 Einsendungen gab. Als ich die Zahl vor ein paar Wochen las, rechnete ich mir gleich geringere Chancen ein. Dafür war meine neue Meerschweinchenart einfach zu normal. Oder? Nein, ja, mit Sicherheit zu normal oder vielleicht auch handwerklich nicht gut genug. Jedenfalls erhielt ich eine Absage. Schade, weil ich Tiere so sehr liebe und das Thema einfach toll ist, aber kein Weltuntergang. Beim nächsten Mal klappt es sicher wieder. Aktuell stehen noch sechs Antworten aus und zu zwei Ausschreibungen habe ich noch gar nichts eingesandt. Da geht noch was! 😉

BuCon-line

Der BuCon wird dieses Jahr wegen Corona online stattfinden (nachzulesen auf der Startseite des BuCon). Ich hatte damit gerechnet und trotzdem fühlt es sich, obwohl ich es schon seit einiger Zeit weiß, immer noch wie ein Schlag an. Ich zweifle die Entscheidung der Organisatoren nicht an. Sie ist richtig. Da beißt die Maus keinen Faden ab. Aber ich vermisse die Zusammenkunft mit Autorenkollegen und Verlegern, die Familie, die wir bilden.

Außerdem hatte ich dieses Jahr geplant, mit einem Stand und einer eigenen Lesung vor Ort zu sein, sofern das Glück mir hold ist. Ich hatte es mir so schön vorgestellt, mit den Lesebegeisterten ins Gespräch zu kommen und mich auszutauschen, um auch über Leserwünsche mehr zu erfahren. Kaum zu glauben, aber als Autorin bin ich ein sehr geselliger Mensch, wo ich zuhause gerne Zeit alleine mit mir und meinen Gedanken verbringe.  Natürlich gibt es Möglichkeiten, das alles online zu machen, aber das ist nicht dasselbe und ich traue es mir nicht zu. Daher nehme ich dieses Angebot nicht wahr, überlasse technikaffineren Leuten die Slots. Ich denke, dass es so das Beste für alle ist. Keiner hat etwas von einer Lesung einer Autorin, die mit der Technik kämpft.

Es ist ein wehmütiges Gefühl, das in mir aufkommt, wenn ich darüber nachdenke, dass ich dieses Jahr keine Messe besuchen und meine große Familie nicht treffen kann. Unvorstellbar, dass ein Virus uns dazu zwingt. Hätte man mir das vor zwei Jahren prophezeit, hätte ich denjenigen ungläubin angeschaut. Aber durch Corona bin ich jetzt auch schlauer, weiß, dass ähnliche Ereignisse nicht in der fernen Vergangenheit zurückliegen, als es noch kein Penicillin und Antibiotika sowie eine Standardhygiene gab. Eigentlich schade, dass mir diese Umstände nicht schon vorher bekannt waren. Ich hätte in Hinblick darauf die Momente, in denen ich mich frei unter Menschen bewegen, sie umarmen und ohne Mundschutz mit ihnen reden konnte, noch bewusster gelebt. Aber es ist nicht alles verloren. Corona wird wie die anderen Krankheiten irgendwann kein Thema mehr für uns sein. Dann werde ich nachholen, was ich mir aktuell verkneifen muss. Bis dahin achte ich auf mich und meine Mitmenschen, trage Verantwortung und meinen Mund- und Nasenschutz korrekt, damit ich mich nicht anstecke und womöglich vor meiner Zeit sterbe oder zumindest unter üblen Nachwirkungen der Krankheit bis an mein Lebensende leide. Ich will gesund bleiben, um vielleicht schon nächstes Jahr meine Gesundheit und Freiheit wieder in vollen Zügen genießen zu dürfen – auch auf dem BuCon. Achtet ebenfalls aufeinander, damit wir uns wohlbehalten wiedersehen können!

Zitat der Woche (KW 35/2020)

Auf welche Ideen Schriftsteller kommen können! Aber er hat recht. Es gibt keine komplett schlechten oder komplett guten Menschen. Jeder Mensch hat seine guten und schlechten Seiten. Jeder für sich definiert, welche Eigenschaft seines Gegenübers zu welcher Seite gehört. Die anderen umzuerziehen, macht keinen Sinn. Das würde dazu führen, dass jeder das versucht. Es würde in einem riesigen Chaos und Streit enden. Also bleibt uns nur, jeden so zu akzeptieren, wie er ist. Das wird leichter, wenn wir die „schlechten“ Seiten übersehen, also wie in einem Buch einfach zu einer schöneren Stelle umblättern.

Sicher sollte man nicht jeden Aspekt seines Gegenübers stillschweigend akzeptieren. Es gibt durchaus welche, die gefährlich sind. Aber viele können bleiben, ohne dass es jemanden verletzt. Das macht das Leben entspannter und erleichtert das Zusammenleben.

Grenzen werden überwunden

Letzte Woche schrieb ich, wie unsicher ich bei meiner Kurzgeschichte für die Ausschreibung Grenzen – Ende oder Anfang? bin. Ich habe sie mir noch einmal durchgelesen, um Sicherheit zu erlangen. Das hat nicht funktioniert. Ich zweifle immer noch, ob die Geschichte gut genug ist. Aber ich weiß auch nicht, wo ich sie noch verbessern kann, ohne sie zu verschlimmbessern. Ich habe mich daher heute für die Methode Augen zu und durch entschieden. Meine Kurzgeschichte ist eingereicht, sodass ich mich darum nicht mehr sorgen muss. Ich warte noch auf die Erleichterung, aber bisher lässt sie auf sich warten. Vermutlich muss ich mich mit einer anderen Geschichte ablenken, um die Unsicherheit zu überdecken. Auf jeden Fall freue ich mich über jeden gedrückten Daumen. Ich kann es gebrauchen.