Kategorie: Allgemein

Tod des Helden

Letzte Woche erlebte ich eine Überraschung. Der Briefträger klingelte und übergab mir drei Päckchen. Zwei waren geplant, wenn ich auch gehofft hatte, dass Amazon die beiden Artikel zusammen schicken würde. Beim dritten überlegte ich, was mein Mann bestellt haben könnte, ohne mich zu informieren. Ich bin gerne vorgewarnt, wenn Pakete kommen sollen, damit ich möglichst zuhause bin, wenn der Briefträger kommt.

Ich sichtete die Adressaufkleber und stellte fest, dass alle drei Päckchen für mich waren. Auf einem prangte sogar der Stempel eines Verlags. Verwirrt wie ich bin, fing ich zu überlegen an, welche Geschichte jetzt so weit sein könnte, dass ich mein Autorenexemplar bekomme. Mir fiel nur In Samhains Schatten ein, das längst in meiner Vitrine steht. Da half nur nachsehen.

Ich öffnete das Paket und da sprangen mich meine beiden Exemplare von Tod des Helden entgegen. Die Anthologie hatte ich schon total vergessen. Na ja, bei mittlerweile zwölf veröffentlichten Kurzgeschichten plus denen, die in unterschiedlichen Stadien der Veröffentlichung sind, verlieren Leute wie ich den Überblick. Ist ja nicht so, als würde ich jeden Tag mit meinen Veröffentlichungen angeben. Wirklich nicht. Ich weiß die aktuelle Zahl nur, weil ich vor ein paar Tagen nachgezählt habe. Müsste ich die Titel der Anthologien aufzählen, würde ich mindestens auf ein oder zwei nicht kommen. Bei den Titeln meiner Geschichten würde ich völlig verlieren. Da sieht man mal, wie gut es mir gelingt, auf dem Teppich zu bleiben. 😅

Leserückblick: The D-Files: Die Drachen Akten

Endlich konnte ich auch die Ende Oktober begonnene Anthologie The D-Files: Die Drachen Akten beenden, die letzten Sommer im Talawah Verlag erschienen ist. Mit über 480 Seiten, wenn man die Autorenvorstellungen mitzählt, ist das Buch aber auch ein echter Wälzer. Der Name ist Programm. In 34 Kurzgeschichten dreht es sich ausschließlich um Drachen – egal ob groß, klein, nett oder böse, sie sind alle vertreten.

Auf die Ausschreibung hin erhielt der Verlag über 700 Kurzgeschichten. Daraus eine bunte Mischung zu erstellen, die sich nicht wiederholt, dürfte sich relativ einfach gestaltet haben. Ich bin mit der Wahl sehr zufrieden. Dabei möchte ich die Geschichte Gargouille von Jessie Weber als eine meiner Lieblinge nennen. Sie besitzt ein Gespür, reale Ereignisse in ihre Geschichten zu weben (Da ist der Name auch Programm. 😄) und eine Erklärung dafür zu liefern, die phantastisch ist. Auch Jörg Fuchs Alameda hat es wieder einmal geschafft und mit Winterbrüder und Drachentöter eine ergreifende Geschichte um Freundschaft, Vertrauen und Zusammenhalt geschrieben, die man einfach lieben muss. Das sind nur zwei der einfallsreichen Geschichten, die zum Schmunzeln, Mitfiebern und vielem mehr einladen.

Die einzelnen Schreibstile der Autoren empfand ich als angenehm zu lesen und es kam keine Langeweile auf. Kein Drache glich dem anderen.

Es hat Spaß gemacht, die vielen Drachen kennenzulernen. Dass ich nicht schon früher mit dem Buch fertig war, liegt an meinem katastrophalen Zeitmanagement, nicht an der Qualität der Anthologie. Ich empfehle sie guten Gewissens weiter und natürlich musst du unbedingt meine Geschichte Die Magie des Neujahrsfestes lesen, wenn du es noch nicht getan hast. 😉

Vincent Preis – Es wird wieder gruselig

Der Vincent Preis 👻 startet mit der Nominierungsrunde! Welcher ist der gruseligste Roman? Wie heißt die beste Kurzgeschichte? Welche Anthologie hat am meisten überzeugt? Hier hast du die Chance, bis zum 06. März 2021 deine Favoriten aus den Genres Horror und unheimliche Phantastik, Mystery, Psycho Thriller und ähnliches über das Formular auf der Seite des Vincent Preises zu melden.

Ich möchte dich ganz uneigennützig (🙈 🙉 🙊) an die Anthologie In Samhains Schatten 🎃 erinnern, die letztes Jahr erschien und teilnahmeberechtigt ist. Wäre es nicht toll, wenn ein Buch gewinnen würde, das sich mit dem gruseligsten Fest des Jahres befasst? Oder, ich hebe mal total ab: Ich fände es genial, wenn meine Geschichte Der Kürbisgeist nominiert würde. Bisher hatte ich dieses Glück noch nicht, aber ich wüsste gerne, wie es sich anfühlt, eine Auszeichnung zu gewinnen. Bis auf die Urkunde aus der Grundschule, dass ich sehr gut vorlesen kann, habe ich bisher nichts derartiges gewonnen und an diese Begebenheit erinnere ich mich nicht einmal. Es liegt einfach eine Urkunde bei meinem Zeugnis der ersten Klasse.

Wenn du Bücher aus den oben genannten Genres, die 2020 erschienen sind, gelesen und gemocht hast, bitte ich dich, bei der Nominierung teilzunehmen. Je mehr Leute mitmachen, umso mehr Bücher schaffen es hoffentlich auf die Liste, sodass ein großes Spektrum abgedeckt wird. Ich fände Vielseitigkeit super – egal wie gerne ich meine Geschichte oder In Samhains Schatten darauf sehen möchte.

Leserunde mit dem Hexenmeister Jakob Wolff

Achtung! Zur Erinnerung: Pünktlich am 03. Januar 2020 um 24 Uhr endet die Bewerbungsrunde auf Lovelybooks, bei der du ein Exemplar meines Buchs Hexenmeister Jakob Wolff – Die Teufelshand gewinnen kannst. Spring noch schnell in den Lostopf und sei bei einer wundersamen Leserunde dabei. Ich werde auf deine Fragen eingehen und dir Hintergrundwissen zur Entstehung der Geschichte bzw. der damaligen Zeit mitgeben.

Vorsätze 2021

Ich sitze hier mit einer Tasse Tee und schaue auf 2021. Ein frisches Jahr, wenn 2020 auch seine Schatten darauf wirft, aber es ist noch unschuldig. So viel Zeit, die ich nutzen kann und will. Dazu gehören doch auch Vorsätze, nicht wahr? Nö! Ich handhabe es anders. Ich mache Pläne. Dafür sind meine Ziele aber auch ideal, da ich mir den Jahresanfang nicht mit Dingen wie abnehmen, gesünder essen, mehr Sport treiben etc. verderbe. Das sind keine Jahres- sondern Lebensziele. Deshalb plane ich, was mir Spaß macht.

  1. Ich will Drachenherz fertig überarbeiten und bei den Verlagen einreichen. Das sollte machbar sein, da ich bereits knapp die Hälfte des Manuskripsts überarbeitet habe. Das muss in diesem Jahr einfach klappen.
  2. Anschließend will ich mit der Überarbeitung des nächsten Romans beginnen. Da kommt es darauf an, was die Zeit bringt. Nimmt Piper meinen Weihnachtsroman? Dann werde ich diesen noch 2021 fertig überarbeiten müssen. Wenn nicht, werde ich einen älteren Roman überarbeiten. In dem Fall rechne ich jedoch damit, dass die Überarbeitung bis 2022 dauern könnte.
  3. Mein Weihnachtsprojekt soll auf jeden Fall als Rohfassung fertig werden.
  4. Ich habe einige Ideen für mehrere Hexenmeister Jakob Wolff-Geschichten. Eine reizt mich aktuell am meisten. Die würde ich gerne planen und mit dem Verlag besprechen. Wenn die Idee begeistert, hätte ich schon das nächste Projekt, das ich dieses Jahr schreiben möchte. Keine Ahnung, ob ich es auch 2021 beenden kann. Je weiter ich in das Jahr hineinplane, umso schwammiger wird es, weil ich nicht weiß, was die Zukunft bringt.
  5. Ich muss noch meine Kurzgeschichten für The S-Files: Die Succubus Akten fertigmachen. Ich habe dafür nur noch bis 31. Januar 2021 Zeit. Genug, um das zu schaffen, aber da wird es mit Drachenherz und dem Weihnachtsprojekt eng, wenn ich auch daran weiterarbeiten will, um in den Geschichten zu bleiben.
  6. Ich habe da noch ein paar Pläne, die unausgegoren bzw. noch nicht sicher sind. Das sind meine Geheimprojekte, über die ich hier noch nicht sprechen will. Jeder braucht seine kleinen Geheimnisse, wobei ich sie verkünden will, wenn die Zeit reif ist. Ich würde mich unheimlich freuen, wenn ich diese Pläne umsetzen könnte. Mal sehen, was 2021 in dieser Hinsicht für mich bereit hält. Allerdings kann ich jetzt schon sagen, dass diese Pläne so zeitintensiv sind, dass sie alle aufgeführten Pläne verzögern können. Ich bin eine Spezialistin. Ich schaffe es, dass meine eigenen Pläne sich im Weg stehen können. 😅

2021 wird definitiv spannend für mich und ich freue mich darauf, meine Pläne umzusetzen.

Jahresrückblick 2020

Ich schätze, wir sind uns einig. Das Jahr 2020 wird uns nicht fehlen. Dafür die vielen verpassten Chancen, weil Corona uns in die Quere kam.

Ich darf mich glücklich schätzen. Der engere Kreis meiner Familie und ich sind bisher gut weggekommen. Keiner ist krank geworden oder hatte Kontakt zu einem Erkrankten, sodass er in Quarantäne gemusst hätte. Natürlich gehen mir die Auflagen auf die Nerven, aber sie tun mir nicht weh und sind vielleicht auch dafür verantwortlich, dass ich bisher gesund geblieben bin. Also nehme ich sie in Kauf und dank Internet und Streamingdiensten wird es nicht einmal nach „Feierabend“ langweilig oder einsam. Es ist nur ungewohnt.

Die Messen, die ich besuchen wollte, sind leider alle Corona zum Opfer gefallen. Sie fanden online statt. Dort habe ich sie zwar verfolgt, soweit es meine Zeit im normalen Alltag zuließ, aber das war doch etwas völlig anderes als eine Veranstaltung vor Ort. Das finde ich unheimlich schade, denn ich hatte mich schon sehr auf die vielen bekannten Gesichter gefreut. So müssen wir alle auf das nächste Zusammentreffen warten und darauf hoffen, dass niemand nach Corona in der Runde fehlt. Das macht mir große Sorgen und ich versuche, nicht daran zu denken.

Der Zusammenhalt in diesem Jahr war der Wahnsinn. Corona hat für ein Umdenken bei manchen Menschen gesorgt. Wir versuchen, unsere geliebten Verlage und Autoren durch Bücherkäufe zu unterstützen, damit sie die Krise überstehen und weitermachen können mit dem, was wir an ihnen so sehr lieben – Bücher zu produzieren. Das verlangt mir großen Respekt ab und ich bin dankbar für jede kleine Unterstützung, die im vergangenen Jahr an diese Menschen ging.

Insgesamt habe ich vierzehn Kurzgeschichten geschrieben. Sechs hängen noch aus 2019 in meiner Übersicht, weil die Auswertung länger dauerte. Von diesen insgesamt zwanzig Geschichten bekam ich vier Zusagen und neun Absagen. Bei sieben Kurzgeschichten steht die Entscheidung noch aus. Dieses Jahr erschienen drei meiner Kurzgeschichten und zwei kommen voraussichtlich 2021 heraus. Ganz besonders habe ich mich über die Veröffentlichung meines ersten Buchs freuen dürfen. Das ist total genial! Mein Traum, den ich mindestens seit dem siebten Lebensjahr träume, hat endlich begonnen, sich zu erfüllen. Beim Piper-Wettbewerb im Sommer hatte es nicht mit einem Vertrag geklappt, aber im Januar endet die Frist zur Piper-Ausschreibung und ich habe auch noch weitere Möglichkeiten angestrebt, damit bald das nächste Buch von mir veröffentlicht werden kann. Mal sehen, was 2021 da noch so bringt. Anfang des Jahres beendete ich eine Dystopie und ich stehe bei der Überarbeitung von Drachenherz ungefähr in der Mitte. Außerdem habe ich meinen Weihnachtsroman geplant und im Dezember mit dem Schreiben begonnen, um ihn bei der Piper-Ausschreibung einzureichen.

2020 war kein tolles Jahr, aber es ist genug Gutes passiert, um trotzdem zufrieden zu sein. Zumindest geht es mir so. Ich hoffe, dass es möglichst vielen Menschen genauso wie mir geht, aber meine Gedanken sind auch bei denen, die einen geliebten Verwandten oder Freund verloren haben – egal, ob durch Corona oder einen anderen Umstand. Ich kann mein Bedauern nicht ausdrücken, aber ich wünsche jedem, dass der Schmerz bald erträglicher wird und das Leben wieder Farbe gewinnt. Die Toten bleiben unvergessen, aber ihnen ist nicht geholfen, wenn wir in unserer Trauer ertrinken.

Dies ist mein voraussichtlich letzter Eintrag für dieses Jahr. Ich wünsche dir einen guten Rutsch und ein frohes Jahr 2021 in Gesundheit und Glück.

Weihnachten

Der NaNoWriMo ist vorbei und ich denke jetzt jeden Tag daran, dass bald Weihnachten ist. Ich überlege – ziemlich verspätet -, womit ich meinen Lieben eine Freude machen kann, und bin hier im Fantasy-Wald auf eine absolut zeitfressende und deshalb unbrauchbare Idee gestoßen, die mir vermutlich ein vernachlässigtes Bunny untergejubelt hat.

Ich musste an Corona denken und wie ernst und einsam es im Moment ist. Wir halten Abstand und vermeiden unnötige Kontakte, um die Ansteckungsgefahr zu minimieren und eine mögliche Kettenreaktion zu unterbrechen. An Silvester wird es keine Party geben, sondern nur mich und meinen Mann. Die Weihnachtsfeiertage werden wir mit kurzen Besuchen bei meinen Schwiegereltern verbringen, also auch eine überschaubare Menschenmenge und weit unter dem, was wir dürften. Das alles bedeutet aber auch, dass wir dieses Jahr keine Spontanbesuche machen werden, obwohl es gerade in dieser isolierten Zeit schön wäre, andere Gesichter zu sehen. Mir ist danach, das irgendwie auszugleichen und Freude unter meinen Bekannten zu verbreiten. Ich denke da an selbstgebastelte Weihnachtskarten mit einem kleinen Gruß.

Soviel zur Idee. Dumm nur, dass ich eigentlich gar keine Zeit habe, diese Karten zu gestalten, und Weihnachten steht auch schon vor der Tür. Die Postboten erleben in den nächsten Wochen die arbeitsreichste Zeit im Jahr, wodurch die Zustellung teilweise verzögert wird. Das gilt es zu bedenken. Und wen beglücke ich mit meinen Karten? Wer würde sich darüber freuen, wenn er eine relativ laienhaft gestaltete Karte erhält, die womöglich noch ein Motiv zeigt, mit dem er sich nicht identifizieren kann? Freut er sich trotzdem, weil der Gedanke zählt?

Mal sehen, ob es klappt. Aber was hälst du von dieser Idee? Wäre es nicht schön, wenn wir das als gemeinschaftliche Aktion starten? Wie wäre es, wenn jeder, der das hier liest, auch ein paar Karten verschickt? Es müssen ja keine selbstgemachten sein. Ich glaube, dass die Überraschung bei den meisten Menschen groß wäre, wenn sie eine Weihnachtskarte aus ihrem Briefkasten fischen.

Zitat der Woche (KW 48/2020)

Vor ein paar Tagen sah ich zufällig einen Film mit diesem Schauspieler in einer Doppelrolle. Ich hatte den Anfang verpasst und ging ins Bett, bevor er aus war, was aber nichts über den Film und seine Qualität aussagt. Ich war von der Handlung und dem sympathischen Hauptdarsteller gefesselt, musste aber am nächsten Tag früh raus. Umso mehr freue ich mich, dass das heutige Zitat von diesem Schauspieler stammt, den ich in so kurzer Zeit zu schätzen lernte.

In meiner Jungend bat ich meine Eltern ständig um Rat, wenn ich vor einem Problem stand, weil ich auf ihre Lebenserfahrung baute. Ich traute mir nicht zu, eigene Entscheidungen zu treffen. Ich fürchtete zu sehr die Konsequenzen einer falschen Entscheidung. Ich wollte aus ihren Fehlern lernen, wegen denen sie sich für bestimmte Herangehensweisen entschieden. Die mussten dann doch richtig sein! Letztlich lernte ich aus meinem Fehler, auf die Weisheit anderer zu vertrauen. Indem ich blind tat, wozu mir meine Eltern rieten, beging ich einen Fehler nach dem anderen, weil es nicht meine Entscheidungen waren. Meine Eltern meinten es gut mit mir, aber ich hätte mich oft anders verhalten, wenn ich mir selbst vertraut hätte. Mein Lebensweg wäre ein anderer, weil ich aus meiner Sicht die beste Option für mich gewählt hätte. Vielleicht hätte sich das ein oder andere im Nachhinein irgendwann als falsch erwiesen, aber dann wäre es mein Fehler gewesen, aus dem ich hätte lernen können.

Ich musste auf schmerzliche Art als Erwachsene lernen, dass ich nicht aus den Fehlern anderer lernen kann. Es ist nicht falsch, jemanden um Rat zu bitten, aber ich muss prüfen, ob der Rat für mich taugt. Er ist nicht automatisch falsch, aber was für den einen richtig ist, muss nicht auch für mich richtig sein. Deshalb kann ich diesem Mann nur zustimmen. Aus meiner Sicht hat er zu 100% recht.

Ideenwirrwarr

Weißt du eigentlich, dass ich schon verdammt lange nicht mehr im Fantasy-Wald unterwegs war? Ich hatte keine Zeit, also das übliche Problem. Dabei bin ich gerne hier und träume vor mich hin. Zugegeben, heute ist es trüb und regnerisch. Kein Wetter, um lange zu verweilen. Aber dafür habe ich extra auf einer kleinen Lichtung einen Pavillon errichtet. In den Ecken kann man windgeschützt sitzen und trotzdem im Wald nach Fabeltieren Ausschau halten. Eingemummelt in eine Jacke und eine Decke kann ich dabei über alles mögliche nachdenken.

Im Moment sind es die Bunnies, die mich mit ihren tollen Ideen für neue Geschichten zu locken versuchen. Gleich drei wollen mir eine neue Handlung für eine Hexenmeister Jakob Wolff-Novelle einflüstern. Eine habe ich notiert, die anderen haben mich noch nicht überzeugt, sind zu diffus. Ein Bunny hat sich in einem Traum gezeigt und ist in unsere Welt gekommen, als ich aufwachte. Es flüstert von einer Liebesgeschichte zwischen Dunkelheit und Licht. Sehr schön, aber völlig unausgegoren und prinzipiell nicht wirklich etwas Neues. Ich habe ihm schon gesagt, dass ich gerne die Idee weiterträume, aber sie wohl kaum aufschreiben werde. Trotzdem hoppelt das Bunny hartnäckig um mich herum und verlangt, dass ich seine Geschichte schreibe. Ein anderes Bunny lugt immer wieder zwischen den Bäumen hindurch. Es ist schon älter und weiß, dass ich meine Aufmerksamkeit zur rechten Zeit auf es lenken werde. Dennoch ist es aufgeregt und wünscht sich, dass ich sein Mammutprojekt angehen möge. Völlig unmöglich. Wie eingangs bereits erwähnt, habe ich keine Zeit. Und dann ist da ein Bunny mit einem roten Schleifchen und einem Glöckchen um den Hals. Es ist von mir bereits adoptiert worden. Seine Weihnachtsgeschichte habe ich schon ausgeschmückt und einen roten Faden erstellt, aber die Zeit verrann dieses Jahr so schnell, dass ich den Roman wohl erst nächstes oder übernächstes Jahr werde schreiben können. Es hockt neben mir auf der Bank, kuschelt sich an mich und lässt sich kraulen. Es muss auch warten, aber es lässt mich nicht mehr los, sondern gibt mir immer wieder mal neue Ideen ein, wie die Geschichte noch besser werden kann. Ich schreibe sie brav auf und freue mich, dass die Handlung noch dichter werden darf, während ich ganz andere Dinge erledigen muss.

Ich hätte ja nie gedacht, dass ich irgendwann mal auf den Hasen käme. Eigentlich finde ich die recht uninteressant, auch wenn ich sie süß finde und ganz gerne mal streichle. Aber diese rosa Bunnies sind etwas Besonderes. Es sind meine Ideenbunnies, die mich antreiben, damit ich mir nicht zu viel Zeit mit meinen Projekten lasse. Wenn ich sie einsperren wollte, bräuchte ich wohl ein riesiges Freilaufgehege. Es sind ja nicht alle auf der Lichtung. Manche hoppeln durch den Wald und warten darauf, dass ich vorbeikomme, damit sie mich erneut unverhofft anspringen können. Sie haben eben alle ihre eigene Persönlichkeit, genauso wie die Ideen, die sie mitbringen, vielfältig sind.

Du siehst aus, als wäre dir kalt. Geh ruhig schon nach Hause und koch dir einen Tee. Ich gehe auch gleich. War schön, dich hier zu treffen.